„Ruhige, nette und normale Nachbarn“

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Tacherting - Die Verdächtigen haben in den Vernehmungen eine Beteiligung am Doppelmord in Tacherting eingeräumt. Die Frage nach dem Warum bleibt weiter unbeantwortet - chiemgau24.de erfuhr aber mehr über die beiden Opfer. **Video: Nachbarin erzählt über Opfer** Und sprach mit dem Bürgermeister.

Am späten Montagnachmittag gab die Polizei Oberbayern bekannt, dass die richterliche Einvernahme der drei Tatverdächtigen abgeschlossen wurde. Es erging gegen alle drei Männer Untersuchungshaftbefehl wegen dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen Totschlags in zwei Fällen. Im Zuge der umfangreichen Vernehmungen räumten alle Tatverdächtigen eine Beteiligung an der Tat ein, deren Art und Weise weiterer Ermittlungen bedürfen. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei zu genauerem Tathergang und Tatmotiv laufen weiterhin.

Die Nachbarn sind schockiert

„Sie waren ruhige, nette und normale Nachbarn.“ Sonja Maier aus Reit bei Schalchen kann es immer noch nicht fassen, dass zwei ihrer Anwohner in der Nacht auf Sonntag umgebracht wurden: der 37-jährige Viktor R. und dessen 44-jähriger Schwager Viktor M., beide mehrfache Familienväter mit deutschem Pass und russischen Migrationshintergrund. „Sie haben ganz oft gegrillt, und das dann immer mit der ganzen Familie“, weiß die erschütterte Nachbarin.

„Das jüngere Opfer lebt schon länger in Reit bei Tacherting und ist erst vor drei bis vier Jahren in diesen Häuserblock gezogen“, weiß Sonja Maier weiter. „Sein Schwager hat auch hier gewohnt, ist aber dann nach Traunreut umgezogen.“ Es sei schon tragisch, wenn man bedenkt, dass der 37-Jährige vier Kinder (14, 8, 6 und 3 Jahre) und der 44-Jährige drei Kinder (18, 15 und 5 Jahre) hatte, so die Nachbarin.

Viktor R. arbeitete seit eineinhalb Jahren als Fernfahrer bei der Trostberger Transport-Firma Zimmermann. Auch dort fiel er nie neagtiv auf: „Viktor war immer pünktlich, zuverlässig und ein netter Kollege“, weiß sein Chef Otto Zimmermann.

Indess brodelt in Tacherting die Gerüchteküche. Viele Einheimische vermuten die Hintergründe der grausamen Tat im Milieu der sogenannten Russland-Deutschen. Dies wollte Tachertings Bürgermeister Hans Hellmeier allerdings nicht bestätigen. „In unserer Gemeinde gibt es eigentlich kein Integrationsproblem“, ist sich das Gemeindeoberhaupt sicher. „Ausländische Mitbürger sind auch nicht auffälliger als Einheimische.“ Man könne das nicht pauschalisieren. „Wir sind keine Insel der Glückseligkeit, aber es ist hier auch nicht schlimmer, als wo anders“, so Hellmeier abschließend.

Videointerview mit Bürgermeister Hellmeier

Lesen Sie hierzu auch:

Doppelmord in Tacherting (mit Videos und Fotostrecken)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © ch

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