"Rückkehrerstudie" zeigt teils deutliche Unterschiede

So heimatverbunden sind die Menschen in unseren Landkreisen

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Landkreis - Viele ziehen zum Arbeiten nach München oder gehen gleich ins Ausland - doch wie viele kommen wieder zurück? Eine Studie zeigt nun spannende Zahlen für die heimischen Landkreise. 

Die Arbeitnehmer im Landkreis Rosenheim zieht es am stärksten wieder zurück - so das Ergebnis der "Rückwandererstudie" des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. 23,8 Prozent all derer, die zum Arbeiten fortgezogen sind, kommen wieder zurück in den Landkreis. Auch in die Landkreise Altötting und Traunstein kehrt mehr als jeder Fünfte wieder zurück.

Deutlich geringer ist das Heimweh dagegen bei den Menschen im Berchtesgadener Land und in der Stadt Rosenheim. Nur 17,9 Prozent kehren zurück, wenn sie die Heimat einmal für einen Job verlassen haben. Im Landkreis Mühldorf sind es 19,2 Prozent. Der deutschlandweite Schnitt beträgt 19,6 Prozent. 

Die Rückkehrerquoten in unseren Landkreisen

Das Institut hat Ergebnisse für ganz Deutschland in den Jahren 1999 bis 2014 ausgewertet. Spitzenreiter in Sachen Heimweh sind demnach die Landkreise Eichsfeld in Thüringen (32 Prozent Rückkehrer), sowie Passau (26,1 Prozent) und Straubing-Bogen (25,6 Prozent). Nach Frankfurt an der Oder, Offenbach oder Freising kehren dagegen deutschlandweit gesehen am wenigsten zurück (rund 14 Prozent Rückkehrer).

Unterschiede in unseren Landkreisen bei Geschlecht und Alter

Rund drei bis vier Jahre sind es, die meistens vergehen, bis sich Rückkehrer wieder für die Heimat entscheiden, so die Studie. Die Studie verrät noch mehr, welche Arbeitnehmer es genau sind, die in unsere Landkreise zurückkommen. Wie in den meisten deutschen Landkreisen sind es auch bei uns eher Geringqualifizierte. Das war's aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten unserer fünf Landkreise.

Ins Berchtesgadener Land und in die Stadt Rosenheim kommen vor allem die Älteren zurück, in den Kreisen Traunstein und Altötting sind es dagegen vermehrt jüngere Arbeitnehmer. Im Landkreis Rosenheim und im Berchtesgadener Land sind es außerdem eher die Frauen, die nach dem "Exil" wieder die Heimreise antreten - eine Ausnahme in Deutschland, denn bis auf sechs Landkreise haben sonst überwiegend die Männer Heimweh.

Warum Männer eher wieder zurückkommen

Die Studie nennt auch Gründe für die Unterschiede zwischen Männern und Frauen: "Männer gehen nach der Abwanderung seltener stabile Paarbeziehungen ein und haben dann als Alleinstehende eine stärkere Neigung zur Rückwanderung. Zudem sind die Rückkehrquoten in ländlichen Regionen höher – also dort, wo auch tendenziell eher männerdominierte Arbeitsplätze existieren", heißt es.

Außerdem erhoffen sich laut der Studie Frauen vor allem in den Ballungsräumen mehr Lohn und Unabhängigkeit- und: "Frauen, die statushöhere Partner suchen, finden diese tendenziell auch eher in den von gut bezahlten Management- und Dienstleistungsberufen geprägten Großstädten als in ihren ländlichen Herkunftskreisen."

xe

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Tobias Hase/d

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