in Rottach-Egern

Streit um Bäckerei-Geruch: Das sagt der Anwalt der Nachbarn

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    Katja Schlenker
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Rottach-Egern - Eine  Beschwerde eines neuen Nachbarn landete in der Bäckerei von Evi Tremmel. Mittlerweile kennt ganz Deutschland den Fall am Tegernsee. Nun meldet sich der Anwalt der Nachbarn.

Update, 20.15 Uhr:

Wie berichtet solidarisieren sich viele Menschen mit der Bäckerei Tremmel in Rottach-Egern. Doch ebenso wüst seien auch die Beschimpfungen, welchen sich das Nachbar-Ehepaar nun auf Grund seiner Beschwerde ausgesetzt sieht, berichtet unser Partnerportal merkur.de. "Die Eheleute leiden massiv unter dieser Stimmungsmache und den Anfeindungen unsachlicher Art", erklärte ihr Anwalt gegenüber dem Merkur. Es seien ältere Leute, denen das Ganze auch gesundheitliche Probleme bereite. Nach Ansicht des Juristen grenzten viele Kommentare im Internet an "Fremdenfeindlichkeit".

Er sah sich auch zu einer Klarstellung hinsichtlich der Beschwerde seiner Mandanten veranlasst. Da sich die Bäckerei in einem Wohnmischgebiet befinde, müsse "ein Stück weit Rücksicht" auf die Nachbarschaft genommen werden. Die Abluft sei nicht immer angenehmer Art. Wenn beispielsweise Lauge verarbeitet werde, könne es auch zu üblen Gerüchen kommen. Der Beschwerde seien erfolglose Gespräche mit der Inhaberin vorausgegangen. 

Wie berichtet, räumte der Anwalt der Bäckerei eine Frist bis 5. September ein, um Abhilfe zu schaffen. Da die Bäckerei jedoch schon ankündigte, dies nicht zu wollen, wird die Angelegenheit nun vor dem Landratsamt landen.

Der Vorbericht, 16.10 Uhr:

Nachdem bekannt geworden ist, dass ein neuer Nachbar sich von den Düften gestört fühlt, ist die Bäckerei Tremmel in aller Munde, wie unser Partnerportal merkur.de berichtet. Andere Anwohner und auch völlig Fremde zeigen sich solidarisch mit der 51-jährigen Rottach-Egerin. Seit neunzig Jahren gibt es die Bäckerei, seit 65 Jahren an der Stelle, wo sie heute zu finden ist.

"Auf meiner Wiese wurden sogar Schilder aufgestellt", sagt Evi Tremmel dem Portal merkur.de. Darauf bedanken sich die Verfasser "für die täglich guten Gerüche" aus der Backstube an der Südlichen Hauptstraße.

Auch Florian Perkmann, der stellvertretende Obermeister der Bäcker-Innung Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen, ist verwundert über die Vorwürfe des Ehepaares, das sogar gegen die Gerüche klagen will. "Solche Betriebe, wie die von Frau Tremmel gilt es zu unterstützen. Sie sind ein fester Bestandteil unserer bayerischen Esskultur", erklärt der Miesbacher.

Er glaubt: "Unter Einhaltung der gesetzlichen Werte bei den Emissionen – wir sprechen hier von einer Bäckerei und nicht von einer Kläranlage – dürften sich die 'zuagroasten' Eheleute mit ihrer Sommerloch-Klage schwer tun."

"Wem es nicht passt, der kann gerne woanders hinziehen"

Von einst mehr als siebzig backenden Betrieben in den 1980er Jahren gebe es heute nur noch vierzig im gesamten Innungsgebiet, erklärt Florian Perkmann. "Wem unser schönes Oberland mit seinen Eigenheiten nicht passt, der kann gerne woanders hinziehen."

Auch über Facebook bekommt Bäckersfrau Evi Tremmel großen Zuspruch. Und das mittlerweile aus ganz Deutschland, nachdem der Fall derartige Kreise gezogen hat. Über das Verhalten des Ehepaares hingegen schütteln viele nur den Kopf und finden ebenso deutliche Worte wie Florian Perkmann, wie unser Partnerportal merkur.de berichtet.

Inzwischen berichten auch überregionale Medien wie Märkische Allgemeine, Mitteldeutsche Zeitung und Süddeutsche Zeitung sowie der Berliner Kurier darüber.

Der Nachbar soll übrigens aus einer ganz anderen Ecke Deutschlands kommen und die besagte Wohnung als Zweitwohnsitz nutzen. Ob er die Bäckersfrau nach dem ganzen Aufsehen nun mit seinem bizarren Ansinnen zufrieden lässt, ist derzeit nicht bekannt.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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