Bundesgerichtshof verwirft Revision

Urteil rechtskräftig: Tochter und Mutter als Brandstifterinnen in Happing

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Die beiden Angeklagten (gepixelt) vor dem Landgericht Traunstein beim ersten Prozess 2017
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Traunstein/Rosenheim – Nach vielen zähen Prozesstagen konnte das Traunsteiner Landgericht im Juli 2018 endlich das Urteil wegen schwerer Brandstiftung gegen eine Mutter und deren Tochter aus Happing sprechen. Dieses Urteil ist nun endlich rechtskräftig.

Als Gerichtsvollzieher im Juli 2016 ein Haus in Happing zwangsräumen wollten, entzündeten sich Benzindämpfe. Durch die Verpuffung flogen die Fenster aus den Angeln und Dachziegel auf die Straße. Eine 54-Jährige und ihre 76-jährige Mutter wurden vom Landgericht Traunstein wegen schwerer Brandstiftung verurteilt. Dieses Urteil ist nun nach über einem halben Jahr endlich rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH), von den Damen angerufen, bestätigte vor wenigen Tagen das Urteil der Ersten Strafkammer vom 19. Juli 2018 und verwarf damit die Revision der Angeklagten als ungerechtfertigt.

"In meinen 35 Jahren am Gericht eines der bemerkenswertesten Verfahren, das ich hatte", bemerkte der Vorsitzende Richter Klaus Weidmann nach der Urteilsverkündung am 19. Juli. Weidmann verurteilte die 54-jährige Angeklagte zu vier Jahren und drei Monaten, ihre 76-jährige Mutter zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden ihr Haus anzündeten, um eine Zwangsräumung zu verhindern und den Vermietern so einen Strich durch die Rechnung zu machen. "Uns scheint es völlig absurd, dass ein Dritter den Brand gelegt haben könnte", so der Richter damals.

Erstes Urteil wegen fragwürdiger Polizeiarbeit aufgehoben

Zwei Mal wurde der Fall behandelt. Auf Revision der beiden Angeklagten hob der Bundesgerichtshof das erste Urteil vom Landgericht Traunstein im Februar 2017 auf, es habe auf fragwürdigen Ermittlungsmethoden der Rosenheimer Kripo basiert. Über ein Jahr später wurde neu verhandelt. Der zweite Prozess zog sich dann über etliche Verhandlungstage hin. Die Angeklagte Tochter reichte unzählige Anträge ein, die das Gericht nach stundenlanger Prüfung allesamt ablehnte. Die Nerven aller Prozessbeteiligten lagen damals blank. Im Vergleich zum ersten Urteil kamen die beiden Angeklagten etwas glimpflicher davon: Viereinhalb Jahre Haft für die Tochter, vier Jahre Haft für die Mutter lautete das aufgehobene Urteil von 2017.

Bilder: Großeinsatz nach Explosion in Mehrfamilienhaus in Kaltwiesstraße

Quelle: rosenheim24.de

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