Rosenheimer spioniert Siemens-Manager aus

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Michael Christoforakos

München/Stephanskirchen - Es ging um die Belohnung: Übermorgen steht ein Rosenheimer Gastronom vor Gericht. Er hatte den gesuchten Siemens-Manager Michael Christoforakos bespitzelt.

Wegen eines illegalen Lauschangriffs auf den früheren Landeschef von Siemens in Griechenland, Michael Christoforakos, müssen sich am Mittwoch vor dem Landgericht München drei Männer verantworten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus".

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Demnach soll der Rosenheimer Gastronom im Juni 2009 mit zwei Komplizen den 57-jährigen Manager bei einem Treffen mit seinen Anwälten abgehört haben. Damals war Christoforakos auf der Flucht und hatte auf Vermittlung seines Anwalts Unterschlupf im Haus des Gastwirts nahe Rosenheim gefunden, schreibt das Magazin. Die griechische Justiz suchte ihn mit europäischem Haftbefehl.

Der Gastronom und ein vorbestrafter Kaufmann erwogen laut "Focus" zunächst, Christoforakos an die Polizei auszuliefern, um eine Belohnung zu kassieren. Als sie feststellten, dass es keine gab, zeichneten sie das Gespräch des Siemens-Managers mit dessen Anwälten auf. Die Abhör-Anlage habe ihnen ein Detektiv geliehen.

Nach dem Manöver wähnten sich die Beschuldigten im Besitz geheimer Informationen über das Siemens-Schmiergeldsystem und hofften offenbar auf das große Geld, wenn das Material vermarktet würde, heißt es in dem Bericht des Magazins weiter.

Der Deutsch-Grieche Christoforakos hatte im vergangenen Jahr für Wirbel gesorgt, weil er sich nach Deutschland abgesetzt hatte und in Auslieferungshaft genommen wurde. Die griechische Justiz hatte ihm Geldwäsche, Korruption und Betrug vorgeworfen. Nach monatelangem Tauziehen war seine Auslieferung schließlich im November vergangenen Jahres nach einer Gerichtsentscheidung vom Tisch.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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