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Wohngruppe aus Oberkaltbrunn wieder in „Freiheit“

So haben wir 336 Stunden Corona-Quarantäne „überlebt“

Wohngruppe Jugendliche Rosenheim Pang Oberkaltbrunn
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Die meisten Mitglieder der Wohngruppe aus Oberkaltbrunn, die nun für zwei Wochen in Quarantäne musste.

Rosenheim - Die letzten Tage wurden lang und länger und zogen sich teilweise wie Kaugummi - doch jetzt haben sie es geschafft: Die Wohngruppe aus Oberkaltbrunn in Rosenheim hat die 14-tägige Corona-Quarantäne erfolgreich überstanden.

Seit Mittwoch, 25. November, 0 Uhr, sind die sieben Jugendlichen und zwei Betreuerinnen wieder in „Freiheit“. rosenheim24.de hatte sowohl zur Quarantäne-Halbzeit als auch zu Beginn bereits darüber berichtet. Dass insgesamt 336 Stunden gemeinsam an einem Ort nicht einfach sind, zeigte sich spätestens am vergangenen Wochenende. „Unsere lieben Kollegen haben uns da von außerhalb ein unfassbar tolles Motivationsvideo aufgenommen. Das kam auch genau zum richtigen Zeitpunkt, weil es nach zehn, elf Tagen in Quarantäne einen echten Durchhänger gab“, erzählt Betreuerin Ann-Katrin Ißle im Gespräch mit rosenheim24.de.

Genau wie ihre Kollegin freut sich Ann-Katrin Ißle jetzt ganz besonders auf ihren Partner, ihr eigenes Bett - und eine Badewanne: „Am meisten hat mir persönlich natürlich mein Freund und - ich denke, da spreche ich für uns alle - meine Familie gefehlt. Und natürlich die Freiheit und die Gelegenheit, mal wieder andere Wände und andere Gesichter zu sehen.“ In den zwei Wochen habe man sich „noch intensiver kennengelernt“ und ganz viele verschiedene Eigenschaften bei den Jugendlichen festgestellt, die sonst einfach nicht so „auffallen“, ergänzte ihre Kollegin Ramona Tomm. Es gibt zum Beispiel Morgenmuffel, Langschläfer, gute Köche oder Leute mit einfach nur unglaublich viel Humor.

Der Alltag in der Wohngruppe, der sich zum „Finale“ hin immer länger zog, sah übrigens immer recht ähnlich aus. Unter der Woche wurde gegen 8 Uhr aufgestanden, dann nahmen einige Jugendliche am Online-Unterricht teil, während die Betreuer vormittags den organisatorischen Alltag erledigten. Mittags wurde oft gemeinsam gebruncht, am Nachmittag wurden dann gemeinsam Hausaufgaben erledigt oder gemeinsame Aktionen gestartet. Es wurden Gesichtsmasken gebastelt, gemalt, Playstation oder im Garten Basketball gespielt. Am Abend gab es immer ein gemeinsames Essen, ehe noch Filme oder Serien geguckt wurden.

Das sagen die Jugendlichen zum Quarantäne-Leben

„Einige von uns haben Gitarre spielen gelernt. Ich zum Beispiel habe neue Kochrezepte ausprobiert. Das Allerwichtigste war jedoch, dass wir aufeinander Rücksicht genommen und geschaut haben, dass es auch den anderen gut geht“, erzählt eine Jugendliche. Besonders gelacht hätten sie, als zum virtuellen Tanz-Battle mit dem Geschäftsführer der Einrichtung ging, schmunzelt eine andere Jugendliche.

„Natürlich gab es auch mal Streit oder eine Meinungsverschiedenheit. Im Endeffekt haben wir uns aber gut verstanden und in den 14 Tagen sehr viele wertvolle und lustige Erfahrungen miteinander gesammelt. Das war toll - auch, dass wir uns in dieser Zeit noch besser kennengelernt haben“, sagte ein anderer Bewohner. Ein anderer sprach seinen Leidensgenossen aus der Seele: „Das Erste, was wir jetzt machen werden, ist wieder in die Schule oder Arbeit zu gehen und unsere Freiheit genüsslich auskosten!“

Grandioser Empfang mit Jubel, Applaus und Blumen

Wir haben es jetzt geschafft, 14 Tage Quarantäne durchzustehen und als Betreuer dabei versucht, den Kids zu angenehm und bequem wie möglich zu machen“, bilanziert Ann-Katrin Ißle. Ohne die „riesige Unterstützung von allen Seiten“ hätte dies jedoch unter keinen Umständen so gut funktioniert. Für Ann-Katrin Ißle und Ramona Tomm war die Situation persönlich sehr schwierig, weil es für die beiden Betreuerinnen innerhalb der Wohngruppe eigentlich keinen Rückzugsort mit Privatsphäre gab - eine schlief im Büro, die andere im Wohnzimmer.

Dennoch fiel das abschließende Fazit der beiden positiv aus: „Wir wollten, dass Wohngruppen, die aus unserer Sicht ohnehin schon vernachlässigt werden, in einer solch schweren Zeit mehr Aufmerksamkeit bekommen und uns bei allen Leuten, die uns so toll unterstützt haben, noch einmal ganz herzlich bedanken!“ Das Finale am Mittwochmorgen fiel übrigens besonders herzlich aus: Vor dem Haus warteten bereits Kollegen, der Chef und der Geschäftsführer - und empfingen die „Eingesperrten“ mit Applaus, Jubel und Blumen. „Es war wunderschön“, so Ann-Katrin Ißle über den überwältigenden Empfang.

mw

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