Noichl: "CDU/CSU lassen Verbraucher im Stich"

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Rosenheim - Das EU-Parlament will, dass die Herkunft von Fleisch künftig genau gekennzeichnet ist. Die konservativen Parteien stellten sich dabei offenbar quer - sehr zum Ärger der SPD:

Das Europäische Parlament zieht Konsequenzen aus dem Pferdefleischskandal. Eine breite Mehrheit hat am Mittwoch trotz des Widerstandes aus den Reihen von CDU/CSU eine Resolution verabschiedet, in der sie sich für eine Ursprungskennzeichnung von Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln aussprechen. Um endlich Klarheit für die Verbraucher zu schaffen, fordert das Parlament in seiner Resolution die EU-Kommission auf, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, in dem die Herkunftsangabe von allen Fleischprodukten klar geregelt ist.

Maria Noichl, Mitglied im Agrarausschuss, erklärt die Ziele der Resolution: „Jedes Lebewesen hat eine Herkunft! Egal ob es ein frisches Steak ist, oder bereits verarbeitetes Fleisch in der Lasagne. Die Verbraucher haben ein Recht darauf, zu wissen, woher das Fleisch auf Ihrem Teller kommt. Laut einer EU-Kommissionsstudie befinden 90 Prozent der Verbraucher eine solche Ursprungskennzeichnung für wichtig. Ein klares Zeichen gegen anonymes Fleisch!“

Für frisches Rindfleisch muss seit dem BSE-Skandal angegeben werden, in welchem Land die Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden. Ab April 2015 gilt das auch für frisches Schweine-, Geflügel-, Schafs- und Ziegenfleisch. Allerdings bestehen diese Etikettierungspflichten bisher nicht für Fleisch in weiterverarbeiteten Produkten wie Sauce Bolognese oder Pizza.

Für die Ablehnung der Resolution durch die CDU/CSU hat Maria Noichl kein Verständnis: „Aufgeklärte Verbraucher müssen wissen, was sie kaufen oder im Regal liegen lassen. Ohne eine verpflichtende Herkunftsangabe werden sie absichtlich im Dunkeln gelassen. Wenn wir sichere Lebensmittel und ein hohes Maß an Tiergesundheit haben wollen, brauchen wir dringend mehr Transparenz!

Die Agrarexpertin der SPD-Europaabgeordneten betont, dass die Ursprungskennzeichnung nicht nur für die Verbraucher am Ende der Lebensmittelkette wichtig ist: „Fleisch darf nicht wahllos austauschbar bleiben. Durch eine zukünftige Herkunftsangabe würde sich auch die Wettbewerbsposition unserer Landwirte verbessern.Das seelenlose Fleisch hat bisher nur den Handel glücklich gemacht!“

Im Dezember 2013 hatte die EU-Kommission einen Bericht vorgelegt, in dem die Möglichkeiten für die Herkunftsangaben bei weiterverarbeitetem Fleisch untersucht wurden. Die Angabe des Ursprungslandes wurde dabei als ein möglicher Weg aufgezeigt.

Pressemitteilung SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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