Sondersitzung des Rosenheimer Stadtrates

Brenner Nordzulauf: Auch in Rosenheim die große Frage nach dem Bedarf

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Die Panger machen ihren Standpunkt zum Brenner-Nordzulauf vor der Sondersitzung des Stadtrates deutlich
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Rosenheim - Wie zu erwarten gab es bei der Sondersitzung des Rosenheimer Stadtrates am Mittwochabend viel Klärungs- und Erklärungsbedarf. Vier Stunden ging es nur um ein Thema: den Brenner-Nordzulauf.

Es war wie in vielen Veranstaltungen zu einem der derzeit meist diskutierten Themen im Landkreis, dem Brenner-Nordzulauf, zuvor auch: teils, hitzig, teils emotional, doch überwiegend sachlich. 200 Rosenheim Bürger und Stadträte sowie Vertreter von Bahn, IHK, dem Gemeindeforum und Landwirtschaft waren am Mittwochabend in die Turnhalle der Panger Schule gekommen, um ihre Informationen, Ängste, Sorgen und Fragen bei der Sondersitzung des Rosenheimer Stadtrates zum Brenner-Nordzulauf loszuwerden. Die Quintessenz: eigentlich gibt es nicht viel Neues. Viele Stadträte und Bürger stellen sich gegen den Brennernordzulauf. Eine Frage, blieb jedoch nach wie vor offen: Die des Bedarfs. Die Antwort darauf, ob die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel durch das Inntal und den Rosenheimer Landkreis überhaupt notwendig ist, kann nur das Verkehrsministerium geben. Der geladene Vertreter blieb der Veranstaltung aber fern.

Die große Frage um das "Ob"

"Es darf nur eine Lösung geben, die für unsere Bürger und die Region die beste Lösung darstellt." - Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer

Diese Frage wurde wie schon so oft auch dem Anwesenden Projektleiter der Deutschen Bahn, Torsten Gruber, gestellt, der wieder nur die gleiche Antwort geben konnte: "Über das Ob entscheiden nicht wir, sondern nur über das Wie. Der Bundesverkehrswegeplan gibt einen Bedarf vor, wir haben den Planungsauftrag." Das war der große Kritikpunkt von Dr. Hermann Biehler vom Gemeindeforum. Er mache der Bahn überhaupt keinen Vorwurf sondern der Politik. "Die Politik versteckt sich hinter der Bahn." Seiner Meinung nach gebe es nichts, was die neue Strecke rechtfertige. Und damit vertrat er die Meinung der großen Mehrheit der Anwesenden. 

"Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene ist ein Feigenblatt"

Einige Bürger brachten Transparente mit ihrer Meinung zu den Bahnplänen mit

Die meisten Bürger und auch Stadträte sehen im Brenner-Nordzulauf keinen Mehrwert, sondern viele Nachteile für die Region Rosenheim. "Jahrhunderte alte Kulturgüter wie die wunderschöne Kirche, die wir hier in Pang haben, werden für immer zerstört. Man wird nie wieder einen unverbauten Blick darauf haben können, wenn die Gleise mit hohen Schallschutzwänden hier durch laufen", sagte eine Bürgerin. Eine andere Rosenheimerin sieht die Argumentation "Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene" als ein Feigenblatt an: "Der Verkehr wird nicht verlagert, sondern er wird einfach mehr: Der bleibende Verkehr plus der des Brenner-Zulaufes." Eine Stadträtin hat die Bedenken, dass es einfach von einem Seehafen zum nächsten gehe "auf unsere Kosten".

Finaler Trassenvorschlag 2020

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Gruber verwies darauf, dass die Trassenfindung ergebnisoffen geführt würde. Die Diskussion stehe noch am Anfang. Jetzt sei die richtige Zeit zum Diskutieren, um die beste Trasse für die Region zu finden. Bis Ende dieses Jahres können noch Trassenvorschläge eingereicht werden, dann erfolgt eine Prüfung mit einer Reduzierung der Vorschläge, bis eine Trasse übrig bleibt. 2020 soll der finale Trassenvorschlag auf dem Tisch liegen.

Quelle: rosenheim24.de

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