Ehemann stellt erstes Ghostbike in Rosenheim auf

Ein weißes Fahrrad zum Gedenken an seine Frau und zur Mahnung

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Dieses Ghostbike wurde vom Ehemann der 2018 verstorbenen Radfahrerin in Westerndorf-St. Peter aufgestellt. Das erste und hoffentlich letzte in Rosenheim.
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Rosenheim - Ein tragischer Unfall riss eine 45-jährige Rosenheimerin am 16. April 2018 aus dem Leben. Ihr Ehemann stellte nun ein sogenanntes Ghostbike auf, um ihrer zu gedenken und sich für gegenseitige Rücksichtnahme einzusetzen.

Seit knapp zwei Wochen steht neben dem Bushäuschen am Laternenpfahl an der Westerndorfer Straße in Rosenheim ein weißes Fahrrad - ein sogenanntes Ghostbike. Es erinnert an die Radfahrerin, die am 16. April 2018 an der Kreuzung Westerndorfer Straße/Schlößlstraße ihr Leben verlor. Die 45-jährige Ehefrau und Mutter von zwei Kindern wurde beim Zusammenprall mit einem Sattelzug tödlich verletzt. Es ist das erste und hoffentlich auch das letzte Ghostbike in Rosenheim. 

"Vielleicht kommen die Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken"

Das Ghostbike in Rosenheim soll der verstorbenen Radfahrerin gedenken und zur Achtsamkeit und Rücksichtsnahme im Straßenverkehr mahnen

"Mir war es wichtig, ein Andenken an meine Frau an dieser Stelle zu hinterlassen, und vielleicht bewirkt es ja, dass die Auto- oder Lkw-Fahrer dadurch auch ins Nachdenken kommen und sich denken, weniger ist manchmal mehr", sagt der Ehemann der verstorbenen Radfahrerin, der das Ghostbike aufstellte. "Womit ich auch die Fahrradfahrer ansprechen will. Die sind auch nicht alle von Schuld freizusprechen. Da nehme ich mich auch nicht aus. Ich möchte alle Verkehrsteilnehmer ansprechen." Sein Dank gilt der Stadt Rosenheim, der CSU-Westerndorf-St. Peter und dem ADFC, die ihn bei seinem Vorhaben unterstützten. "Wenn man das Ghostbike sieht, geht man vielleicht in sich und denkt auch an die gegenseitige Rücksichtnahme. Ich hoffe das Ghostbike ist das erste und bleibt das letzte in Rosenheim."

Ghostbikes - zum Gedenken und zur Mahnung

Die Idee für die Ghostbikes stammt aus den USA. Doch auch in Deutschland tauchen seit einigen Jahren immer mehr dieser weiß gestrichenen Fahrräder auf. Sie dienen nicht nur dem Gedenken an im Straßenverkehr tödlich verunglückte Radfahrer, sie sollen auch auf Gefahrenstellen aufmerksam machen und eine sichere Infrastruktur für den Radverkehr anmahnen.

Verkehrsunfallbilanz und -entwicklung

Im Jahr 2018 ereigneten sich laut Statistik des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd im Landkreis Rosenheim 7.385 Unfälle (2017: 7.421). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 36 Unfällen beziehungsweise 0,5 Prozent. 1.378 Anzeigen wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort wurden erfasst. Insgesamt 15 Personen verloren im Jahr 2018 im Straßenverkehr ihr Leben (2017: 19). Darunter vier Rad- und sechs Motorradfahrer. Als Hauptunfallursachen wurden Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren verzeichnet.

Quelle: rosenheim24.de

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