Teil 4: "Stadt Rosenheim und ihre Cops" 

Wie die "Rosenheim Cops" überhaupt nach Rosenheim kamen

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Horst Rankl (mitte, sitzend) mit "Rosenheim Cop" Josef Hannesschläger (links)

Rosenheim - Wie wurden aus Cops eigentlich Rosenheim Cops? Wir haben uns über die Ursprünge der Erfolgsserie erkundigt.

Letzter Teil unserer Serie "Die Stadt Rosenheim und ihre Cops" zum Start der 17. Staffel der ZDF-Erfolgsserie. Im ersten Teil blicken wir voraus auf die neuen Folgen, dann widmeten wir uns im Teil 2 den Drehorten in der Stadt und im dritten Teil interviewten wir leidenschaftliche Fans der Serie

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Es begann im Jahre 2001. Mit dem "Bullen von Tölz" brachte Sat1 seinerzeit Folge für Folge Millionen Deutscher vor den Fernseher. Da kam einem findigen Schreiberling des ZDF die Eingebung, dem Monopol des Privatsenders auf charmanten Voralpenkrimi ein öffentlich-rechtliches Pendant entgegen zu setzen. Die Idee für die spätere Erfolgsserie "Die Rosenheim Cops", mittlerweile 17 Staffeln schwer, war geboren.

Ein Rosenheimer Theaterveteran knüpfte die Bande zwischen Stadt und Sender

Zum eigentlichen Bund mit der Stadt Rosenheim kam es für das beliebte Vorabendprogramm aber vor allem durch einen Mann: Horst Rankl, Schriftsteller, Darsteller und "Quasi-Pate" des nicht-professionellen Schauspiels in Bayern. Heute ist Rankl als ehrenamtlicher Präsident für den Verband bayerischer Amateurtheater tätig, damals war er noch in der Verwaltung der Mangfallstadt aktiv. 

Den bei der Stadtführung um finanzielle Unterstützung werbenden Repräsentanten der Bavaria Filmstudios hätte er zufälligerweise noch von seiner Zeit beim Bundesgrenzschutz gekannt, so Rankl, der sich schnell für das Projekt um die oberbayerischen TV-Ermittler begeistern ließ.  

Neues Aushängeschild der Stadt

Auch die Stadt selbst, so teilte sie auf Anfrage mit, sah in der Serie die große Chance auf ein neues Aushängeschild Rosenheims. Eine, nach dem damaligen Absturz der Starbulls in die Niederungen des deutschen Eishockeybetriebs, unbesetzte Position. Mit der Produktionsfirma einigte man sich auf Unterstützung bei der Abstimmung der Drehtermine, der eventuell notwendigen Logistik, der Suche nach geeigneten Drehorten und den erforderlichen Kontakten. 

Die Stadt übernimmt seither die Bereitstellung der Drehorte und der Stellplätze für den mehrere dutzend Mitarbeiter umfassenden Tross der Filmcrew. 

Hilfe beim Kampf gegen die Bürokratie

Auch beim Kampf gegen die Bürokratie greift Rosenheim helfend unter die Arme. Eine sehr willkommene Hilfeleistung, denn für den organisatorisch und juristisch einwandfreien Ablauf der Dreharbeiten muss eine Fülle von Regeln und Vorschriften berücksichtigt werden. "Das ist schon eine sehr spezielle Angelegenheit.", schmunzelt Rankl. "Das ist eben typisch Deutsch. Früher war das alles viel unkomplizierter, heute hat man alles mögliche zu beachten: Arbeitsschutz, Tierschutz, Versicherungen, TüV, Gema, Künstlersozialkasse. Da kommt man in Teufels Küche wenn etwas passiert und nicht alles korrekt geregelt ist."

Vor allem außerhalb Bayerns erfolgreich

Den Erfolg der Rosenheim Cops erklärt er sich hauptsächlich durch die heile, alpenländische Welt mit Bergpanorama und kristallblauen Seen, welche die Serie, die vor allem außerhalb Bayerns Anklang findet, suggeriert.

"Die Morde sind alle nicht so brutal wie in anderen Formaten, Vergewaltigungen gibt es nicht. Meistens hat man sowieso den Eindruck, dass es den Richtigen erwischt hätte."

Doch selbst diese Idylle reiche nicht aus, um alle ins schöne Rosenheim zu locken: "Von Anfang an haben wir immer wieder Zuschriften und Emails von verängstigten Zuschauern erhalten, die sich davor gefürchtet haben, nach Rosenheim zu kommen, immerhin müsse Frau Stockl doch fast jeden Tag "Es gabat a Leich" sagen. Wir haben dann immer damit geantwortet, dass Rosenheim absolut sicher sei, die Cops hätten ja schließlich eine Aufklärungsquote von einem Mord pro Tag."

Christoph Fischbacher

Quelle: rosenheim24.de

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