Staatsanwaltschaft bezieht Stellung

Drama von Rosenheim womöglich keine Straftat

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Rosenheim - Der Selbstmordversuch der Mutter brachte eine menschliche Tragödie ans Licht: Ihre schwer kranke Tochter durfte die Wohnung in Rosenheim kaum verlassen. Die Staatsanwaltschaft ist sich nicht sicher, ob eine Straftat vorliegt.

UPDATE 17.20 Uhr: Direkte Nachbarin meldet sich

Die direkte Nachbarin der Familie E. meldete sich bei rosenheim24.de. Sie behauptet: Nadine wurde nicht jahrelang eingesperrt. Das wisse sie sicher. Ihre Schilderungen eröffnen einen neuen Blick auf das, was sich in der Wohnung wirklich abgespielt haben könnte.

UPDATE, 12.50 Uhr Stellungnahme der Staatsanwaltschaft

Nach der Befreiung einer völlig verwahrlosten und geistig behinderten jungen Frau aus einer Wohnung in Rosenheim hat die Staatsanwaltschaft vor voreiligen Schuldzuweisungen gewarnt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Nach dem bisherigen Kenntnisstand ist es noch nicht sicher, ob zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für strafbare Handlungen vorliegen“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz am Mittwoch. Er sprach von einer menschlichen Tragödie.

Erstmeldung: Polizist schildert seine Eindrücke

Schon früh muss klar gewesen sein, dass dies kein Routineeinsatz werden würde. Als sich am Dienstagvormittag eine 54-Jährige das Treppenhaus hinunterstürzte, bevor ihre Wohnung zwangsgeräumt werden sollte, rückte die Polizei an. Was Sie dort vorfanden, war schockierend, wie ein Polizist gegenüber unserem Partnerportal tz.de erzählte. 

„Ich habe ja schon vieles gesehen, aber so etwas eher selten bis nie …“ Den Beamten bot sich das Bild einer Messie-Wohnung. Überall Dreck, Essensreste und Gerümpel. Doch die schlimmste Entdeckung wartete in einem verschlossenen Zimmer. Dort war die 26-jährige Nadine E. von ihrer Mutter bereits seit längerer Zeit eingesperrt worden. Der Fall erinnerte manche an die Tat des Österreichers Josef Fritzl. "Vor eineinhalb Wochen habe ich Frau E. dann wieder gesehen. Sie war total heruntergekommen, irgendwie suspekt.", so ein Nachbar gegenüber rosenheim24.de über seinen Eindruck der Mutter.

Gegenüber rosenheim24.de erklärte Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd dazu, der Zustand der Wohnung lasse "darauf schließen, dass es sich hierbei um einen längeren Prozess gehandelt hat." Der genaue Zeitraum sei Teil der Ermittlungen der Kriminalpolizei. Ebenso sei noch unklar, ob die junge Frau dauerhaft eingesperrt war.

Zuvor hatte er bereits in einem Video-Interview die Hintergründe geschildert und erklärt, wie es zum Polizeieinsatz in der Oskar-Maria-Graf-Straße am Dienstagmorgen gekommen ist:

Bilder vom Dienstag:

Die Spurensicherung am Wohnhaus in Rosenheim

Bilder vom Drama in der Oskar-Maria-Graf-Straße in Rosenheim

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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