Antennenhersteller vor dem Aus?

Mitarbeiter erhebt Vorwürfe gegen Kathrein und IG Metall: "Es ist alles gelogen"

  • schließen
  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
    schließen

Rosenheim - Die traditionsreiche Firma Kathrein kommt einfach nicht aus den (Negativ-)Schlagzeilen. Am vergangenen Montag hatte eine Pressemeldung der IG Metall für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat sich deswegen ein wütender Kathrein-Mitarbeiter bei rosenheim24.de gemeldet.

"Es ist alles gelogen, was in diesem Bericht steht", sagte der Mitarbeiter. Es wäre überhaupt nicht richtig, dass die Mitarbeiter bei einer IG-Metall-Versammlung der Mobilfunkantennen-Abteilung einem Lohnverzicht und dem erneuten Verzicht auf Urlaubsgeld zugestimmt hätten. 

"Das war nur eine Info-Veranstaltung der IG Metall und die Abstimmung steht erst noch an", so der Mitarbeiter. Zudem sei über eine konkrete Form von "Lohnverzicht" bei der Versammlung überhaupt nicht gesprochen worden. Die Gewerkschaft hatte in einer Pressemitteilung verkündet, dass die Beschäftigten auf der Versammlung ihre Bereitschaft angedeutet hätten, für das Jahr 2019 noch einmal auf ihr Urlaubsgeld zu verzichten, um Kathrein zu retten. 

"Die verkaufen die Mitarbeiter nur noch für blöd in dieser Firma."

Dass Kathrein "gerettet" werden müsse, glaubt der Mitarbeiter übrigens auch nicht: "Die verkaufen die Mitarbeiter nur noch für blöd in dieser Firma." In diesem Zusammenhang nannte der Mitarbeiter ein weiteres Beispiel. Im März 2019 wurde von Kathrein eine Art "Freiwilligen-Programm" zum Stellenabbau angeboten. Das Prinzip dahinter bestand aus der sogenannten "doppelten Freiwilligkeit", das heißt, neben dem Mitarbeiter hätte auch dessen Chef zustimmen müssen. 

Dann hätte ein Sozialplan gegriffen. Das Vorgehen von Kathrein dabei kann der Mitarbeiter bis jetzt nicht verstehen. "Zwei Mitarbeiter hatten sich damals freiwillig gemeldet. Sie wollten die Firma verlassen, aber sie habe diese nicht gehen lassen. Stattdessen mussten Leute gehen, die gar nicht gehen wollten und auf das Geld angewiesen waren." 

"Es ist einfach nur ein Armutszeugnis."

Auch die Informationspolitik von Kathrein und der Gewerkschaft kritisiert der Mitarbeiter. "Intern gab es bislang (Stand: Dienstag, 15.30 Uhr) überhaupt keine Nachricht über die weitere Vorgehensweise. Es ist einfach nur ein Armutszeugnis." 

Auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte Timo Günther, Pressesprecher IG Metall Bayern, dass es sich bei der "Info-Veranstaltung", wie sie von dem Mitarbeiter betitelt wird, um eine planmäßige Versammlung gehandelt habe. "Es ist richtig, dass noch keine Entscheidung gefallen ist; eine Abstimmung steht noch aus", bestätigte Timo Günther. Sollte der Tarifvertrag nicht zustande kommen, würde dies nach Ansicht der Gesellschaft das "Ende für Kathrein" bedeuten. Des Weiteren sei sich IG Metall sicher, dass Kathrein nur einem Vertrag zustimmen werde, welcher diese Lohnverzichte der Arbeitnehmer inkludiert. 

Kathrein lässt Vorwürfe unkommentiert

"Über den Tarifvertrag dürfen nur Mitglieder der IG Metall abstimmen. Für diese ist der Vertrag dann auch rechtskräftig", betonte Timo Günther. In der Regel übernimmt das Unternehmen diese Konditionen freiwillig auch für alle anderen Mitglieder. Die Abstimmung soll in naher Zukunft stattfinden. 

Kathrein selbst wollte sich zu den Vorwürfen des Mitarbeiters und einem möglicherweise bevorstehenden Verkauf an Ericsson bislang nicht äußern. Eine Anfrage von rosenheim24.de blieb bislang unbeantwortet. 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/ pixabay Montage

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT