Nach Diskussion um Düsseldorfer Biergarten

Wie willkommen sind Kinder in unseren Biergärten?

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Familien sind in Rosenheim - anders als in einem Düsseldorfer Biergarten - meist gern gesehene Gäste.
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Rosenheim - Hohe Wellen hat der Fall eines Düsseldorfer Biergartens mit "kinderfreier Zone" geschlagen. Grund genug, in den heimischen Biergärten nachzufragen wie kinderfreundlich diese sind:

"Das geht gar nicht", sagt Menderes Tümay zur Einrichtung einer "kinderfreien Zone" eines Biergartens in Düsseldorf. Der Betreiber des Gasthauses "Mail-Keller" in der Rosenheimer Innenstadt gibt klar zu verstehen, dass Familien mit Kindern bei ihm nach wie vor absolut an der richtigen Adresse sind.

Er selbst habe etliche Gäste, die im Vorfeld gezielt Sitzplätze nahe der Spielgeräte oder spezielle Kinderstühle reservieren. Negative Erfahrungen mit Familien habe er bis dato keine gemacht. "Kinder sind doch die Zuckerl unseres Lebens", fügt der Betreiber von nach eigenen Angaben Rosenheims größtem Biergarten hinzu.

Familien mit Kindern sind in den Biergärten von Rosenheim und Umgebung nach wie vor willkommen.

Ins gleiche Horn stößt Sebastian Höhensteiger. "Wir freuen uns über alle Gäste, egal welchen Alters", sagt er gegenüber rosenheim24.de. Der Betreiber des gleichnamigen Gasthofs im Rosenheimer Stadtteil Westerndorf St. Peter ist selbst Vater von drei Kindern und bewirtet mit Leidenschaft Gäste unterschiedlicher Generationen. "Wir sind schließlich ein Wirtshaus, da darf sich auch etwas rühren", beschreibt er seine Überzeugung. Überhaupt sei er als Inhaber des Tradition-Gasthofs, der mittlerweile in der fünften Generation betrieben wird, sehr bedacht darauf, auch Familien mit Kindern etwas zu bieten. So stehe ein großer Spielplatz für die Kleinen zur Verfügung.

"Die Kinder von heute sind meine Gäste von morgen", weiß Barbara Kellner von der Erlebnisgaststätte Erlensee im Gemeindegebiet Schechen. Gerade am Wochenende suchen ihr zufolge etliche Familien mit Kindern ihren Betrieb auf, um sich beispielsweise nach einer Fahrradtour zu stärken oder am See spazieren zu gehen.

Die Wirtin kennt ihre Gäste und hat erfahrungsgemäß auch viele Familienfeiern, wie beispielsweise eine Erstkommunion, zu bewirten. "Besonders auch die ganz Kleinen mögen und schätzen unser Essen und kommen gerne hierher", fasst sie zusammen.

Lenz Hilger, Betreiber des Gasthofs Hirzinger in Söllhuben (Gemeinde Riedering), sagt: "Ein kinderfreier Bereich - das geht gar nicht". "Unmöglich" findet er die Maßnahme des Kollegen aus Düsseldorf.

Hilger selbst verfolgt eine ganz andere Strategie: Familien seien bei ihm im Biergarten jederzeit willkommen. Ein separater Kinderspielplatz im klassischen Sinne sei zwar direkt am Haus nicht möglich. Dennoch stehe für die Kleinen ein eigener Bereich zum Spielen und Austoben bereit.

Biergärten gibt es bereits seit rund 200 Jahren. Neu ist aber nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), dass inzwischen beinahe jede deutsche Stadt ihre Freiluft-Tempel besitzt – und es werden immer mehr.

Ihren Ursprung haben die "Open-Air-Lokale" in München. "Die bayerische Landeshauptstadt ist die Wiege und Metropole der Biergärten. Hier sind die ältesten, zahlreichsten und größten von ihnen angesiedelt", schreibt der DBB auf seiner Homepage. Allein im "Hirschgarten" könnte ein ganzes Dorf mit 6.500 Einwohnern Platz nehmen.

Berühmt sind in München beispielsweise auch der Biergarten im Englischen Garten am Chinesischen Turm und der Ausschank am Viktualienmarkt. Bekannt aus der Fernsehwerbung ist der Biergarten auf dem Nockherberg.

Aber auch in der kreisfreien Stadt Rosenheim erfreut sich die Biergartenkultur einer wachsenden Fangemeinde. "Wer unverfälschte bayerische Lebensart kennenlernen möchte, dem wird ein Besuch in einem der Rosenheimer Biergärten empfohlen. Dort treffen sich Einheimische und Feriengäste zu einer zünftigen Brotzeit", weist auch die Touristinfo Rosenheim auf ihrer Homepage Gäste wie Einheimische hin.

Zu empfehlen ist Biergartenfreunden auch die Broschüre "Biergartenführer im Chiemsee-Alpenland" (PDF-Download) des regionalen Tourismusverbands. Im benachbarten Österreich werden oftmals die Begriffe "Wirtsgarten" oder "Gastgarten" verwendet. Ein "Schanigarten" (Ost- und Südösterreich) bezeichnet meist eine Freischankfläche auf öffentlichem Grund.

Und was verspricht das Wetter die kommenden Tage? Ob es Petrus gut meint und der Region Biergartenwetter beschert, erfahren Sie hier!

Was ist Ihre Meinung zur "kinderfreien Zone" im Biergarten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

aez/re/redro24

Quelle: rosenheim24.de

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