"Das Wetter ist eine Herausforderung"

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Rosenheim - Sie helfen, wo schnelles Handeln gefragt ist: die Hubschrauberpiloten der Polizei. In Rosenheim erhalten sie derzeit eine Gebirgsausbildung.

Ihren großen Einsatz hatten die Hubschrauberpiloten der Polizei, die derzeit in Rosenheim den Einsatz im Gebirge üben, in Deggendorf. Dort holte einer der Hubschrauber mit einer Winde Menschen von den Dächern ihrer Häuser, die von der Flut umspült waren.

Eigentlich sei die Ausbildung aufgrund der Katastrophenlage in Frage gestellt worden, erzählt Rüdiger Baden, Erster Polizeihauptkommissar und Ausbildungsleiter der Luftfahrerschule. Doch dann habe man sich bewusst dafür entschieden, die Hubschrauber im Süden zusammenzuziehen. Um für den Fall der Fälle in der Nähe der Hochwassergebiete zu sein.

"Herausfordernd sind die Wetterverhältnisse"

Die 13 Piloten aus ganz Deutschland, die noch bis 13. Juni eine zehntägige Gebirgsausbildung absolvieren, sind rein flugrechtlich bereits voll ausgebildet. Die besonderen Anforderungen eines Flugs im Gebirge macht aber die Fortbildung bei der Bundespolizei in Rosenheim unerlässlich.

"Besonders herausfordernd sind die Wetterverhältnisse", erklärt Ausbildungsleiter Baden. Im Gebirge gebe es mehr Turbulenzen als im Flachland und die geringere Luftdichte erschwere die Landung. Eigentlich wird das gesamte Wissen rund ums Fliegen in den Bergen bereits in der eineinhalbjährigen Pilotenausbildung in Bonn vermittelt. Auch deshalb durften die Piloten in Rosenheim nach einer zweitägigen Auffrischung der Theorie gleich abheben. Jeder Pilot wird bis zum 13. Juni 15 Stunden in der Luft verbringen.

"Wir können die Einsätze nicht in der Garage üben"

Dass Anwohner und Wanderer von den Flugübungen in den Bergen nicht gerade begeistert sind, versteht Baden vollkommen. Andererseits sei die Zusatzausbildung aber unerlässlich. "Wir können die Einsätze nicht in der Garage üben. Und im Notfall können wir sonst keine Hilfe leisten."

Neben vier Hubschraubern der Bundespolizei kommt in Rosenheim je ein Hubschrauber der Länder Hessen und Hamburg zum Einsatz. Ein Hubschrauber des Freistaats demnächst erwartet. Derzeit ist er noch im Hochwassereinsatz.

Sowohl die Hubschrauber der Bundespolizei als auch die der Länder sind überall dort unterwegs, wo sie gebraucht werden. Ganz egal, ob es sich um einen Polizeieinsatz handelt oder nicht. Sie fliegen Rettungseinsätze bei Hochwasser oder auch in den Bergen, suchen nach vermissten Personen oder befördern Politiker schnell zu wichtigen Terminen - wie zuletzt Horst Seehofer, der während des Hochwassers von Stadt zu Stadt eilte.

Piloten trainieren für Gebirgseinsatz

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © bla

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