Wurde Oberwöhr mit Absicht überflutet?

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In einer Anliegerversammlung der Schwaig, Aisingerwies und Oberwöhr konnten Bürger mit Oberbürgermeister Gabriele Bauer über das Hochwasser sprechen.
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Rosenheim - Rund 450 Bürger ließen der Stadtspitze und dem Wasserwirtschaftsamt am Abend ihren Frust über das Hochwasser spüren. Es gab viele Vorwürfe:

"Ich bedaure sehr, was in den letzten Tagen der Flutkatastrophe passiert ist" - mit diesen Worten eröffnete Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer am Mittwoch, 12. Juni, die Versammlung zum Hochwasser für Anlieger der Aisingerwies, Oberwöhr und der Schwaig. Noch waren diese sehr geduldig und lauschten ihren Worten.

Neben OB Bauer waren die gesammelte Stadtspitze, sowie Vertreter des Rosenheimer Wasserwirtschaftsamtes anwesend.

Die meiste Zeit des Abends beantworteten jedoch der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, Paul Geisenhofer, der Sicherheitsdezernent der Stadt Rosenheim, Herbert Hoch und die Oberbürgermeisterin die Fragen der vielen besorgten Bürger.

Zahlreich waren sie in der Aula der Grund- und Mittelschule in Fürstätt erschienen. Etwa 450 Menschen fanden den Weg dorthin. Dies sei "ein Zeichen dafür, wie groß die Not ist", erklärt Gabriele Bauer.

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Vielen Bürgern brannten dringende Fragen auf den Nägeln. Die Brisanteste, weshalb die Anliegerversammlung auch erst einberufen wurde, war: "Ist Oberwöhr zugunsten der Innenstadt von Rosenheim geflutet worden?" Dies verneinte die Oberbürgermeisterin, worauf ein starkes Raunen durch die Reihen der Bürger ging.

Diese erzählten von Gerüchten, wonach die Stadt die Dammöffnung beschlossen hätte, Rettungskräfte am Damm in Kolbermoor absichtlich abgezogen und Sandsäcke abgebaut worden sein sollen.

Doch auch der Sicherheitsdezernent versicherte den Bürgern, dass der Damm am Auerbach nicht, wie behauptet, absichtlich geöffnet worden sei, um Oberwöhr zu fluten und die Rosenheimer Innenstadt zu schützen.

Sollte dieses Gerücht jedoch weiter verbreitet werden, dann sehe sich die Stadt gezwungen "rechtliche Schritte gegen diese Personen einzuleiten", so Hoch weiter.

Wurde zu spät über die Katastrophe informiert?

Neben der Diskussion woher das Wasser nun genau kam, laut Stadt aus der Mangfall, fragte sich eine Bürgerin aus Oberwöhr, warum "wir nicht früher informiert wurden".

Wie Gabriele Bauer sagte, "konnte man am Samstag diese Katastrophe noch nicht sehen". Dafür erntete die Oberbürgermeisterin Unverständnis. "Das glaub ich nicht, dass ihr das vorher nicht gewusst habt", so die junge Frau aus Oberwöhr weiter.

Auch vom Stadtbrandrat Hans Meyrl gab es Unterstützung für OB Bauer: "Die Helfer haben einen Knochenjob geleistet. Es ist zeitgerecht gewarnt worden!" - doch gleich darauf hallt von einem anderen Anlieger ein lautes "NEIN!" durch den Raum.

Was jetzt für den Hochwasserschutz getan wird:

Während die einen Bürger nun Fragen zu dem "Woher" und "Warum" des Hochwassers hatten, kümmerten sich andere um die Zukunft.

Ein Bürger traf den Nagel auf den Kopf mit der Frage: "Wie wollen Sie uns in Zukunft schützen?" Hier sprach der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, Paul Geisenhofer, nicht nur von den Sanierungsmaßnahmen an der Mangfall, sondern klärte auch gleich mit dem Abteilungsleiter der Planungsabteilung, Christoph Wiedemann, ab, dass die noch anstehenden Bauabschnitte 04 und 06 zur Mangfallsanierung nun noch in diesem Jahr parallel, und nicht wie zuerst geplant nacheinander, gebaut werden sollen.

Hinter den Sofortmaßnahmen beim Bauabschnitt 04 in Kolbermoor verbirgt sich die Instandsetzung und Erhöhung der Hochwasserschutzdeiche linksseitig zwischen der Brückenstraße und der Carl-Jordanstaße sowie rechtsseitig ab der Carl-Jordanstraße bis zur Stadtgrenze Rosenheim (Anschluss an BA 05 Rosenheim).

Die Sofortmaßnahmen beim Bauabschnitt 06 in der Stadt Rosenheim verlaufen von der Äußeren Münchener Straße bis zum Turner Steg. Hier wird der rechte Damm verstärkt. 

Hilfen für Nicht-Versicherte:

Für alle Bürger, die das Hochwasser bereits in diesem Jahr getroffen hat, wurden nun noch einmal mehr finanzielle Hilfen von der Bayerischen Staatsregierung angeboten. 

Diejenigen, die ihr Haus nicht elementar versichern konnten, können bei der Stadt Rosenheim ab sofort einen Antrag auf 5000 Euro Hilfe stellen. Dazu müssen Bürger jedoch nachweisen können, was bei Ihnen, im und am Haus, alles beschädigt wurde.

Insgesamt beläuft sich der Hochwasserschaden in der Stadt Rosenheim, ohne die Langzeitschäden, auf etwa 150 Millionen Euro.

Quelle: rosenheim24.de

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