Video von Kontrolle von Nigerianer in Rosenheim geht viral

Nach Einsatz am Bahnhof: Polizei wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

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    Julia Grünhofer
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Rosenheim - Am Mittwoch sollte ein Nigerianer am Bahnhof Rosenheim kontrolliert werden. Dabei gab es jedoch eine Menge Ärger und hinterher auch schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Was war genau passiert? Nach dem Einsatz am Mittwochabend, 4. September, waren rosenheim24.de mehrere Videos zugespielt worden. Zudem bekam die Redaktion deswegen zahlreiche Nachrichten. Der Tenor war dabei immer derselbe: Der Einsatz der Bundespolizei sei in diesem Fall völlig überzogen gewesen und wäre angeblich nur erfolgt, weil der Mann dunkelhäutig gewesen sei. Die Beamten hätten sich zudem überheblich und provokant verhalten und sich teilweise "wie Nazis aufgeführt."

In einem Video, das auf Instagram öffentlich einsehbar ist, ist zu sehen, wie drei Polizisten vor dem McDonalds-Restaurant den Nigerianer, der sich an einem Geländer festklammerte, in Gewahrsam nehmen wollen. Ein vierter Beamter hält derweil aufgebrachte Zeugen zurück, die entweder mit ihren Handys filmen oder verbal gegen die Polizei aktiv werden. "Nur weil ihr Knarren und Handschellen habt, seid ihr etwas besseres oder was?", sagte zum Beispiel eine junge Frau mit einer Zigarette in der Hand zu einem Beamten. Andere sind der Meinung: "Er (Anm. der Redaktion: Der Nigerianer) hat gar nichts gemacht!" Was jedoch vor der Kontrolle passiert ist, ist in dem Video nicht zu sehen.

Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe deutlich

Mehrere Leser beschwerten sich zudem bei rosenheim24.de, dass ein Polizist mit Handschuhen dem Nigerianer offenbar mit Gewalt und auf "eine menschenunwürdige Art" den Mund zugehalten haben soll. Bundespolizei-Sprecher Rainer Scharf stellte in diesem Zusammenhang auf Anfrage von rosenheim24.de klar: "Wenn man sich das Video genau ansieht, erkennt man, dass der Kollege den Kopf des Mannes zur Seite gedrückt und nicht dessen Mund zugehalten hat!"

Schließlich gelang es den Beamten, den Nigerianer zur Dienststelle zu verbringen. Scharf begründete die Maßnahme: "Der Mann wollte sich bei der polizeilichen Kontrolle nicht ausweisen und hat sich geweigert, seine Personalien feststellen zu lassen." Die genauen Gründe für die Kontrolle seien bereits in der Pressemitteilung benannt worden, hieß es weiter. Unter anderem geht es um Körperverletzung, Nötigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Missbrauch von Notrufeinrichtungen.

 "Ich kann hier keinerlei Ansatz erkennen, dass die Kollegen aus rassistischen Gründen gehandelt hätten", wurde Scharf deutlich. Dem Mann sei bei der Kontrolle zuvor mehrmals der "unmittelbare Zwang" angedroht worden, bevor dies die Polizisten entsprechend umgesetzt hätten. Zudem könne die Polizei die durch den Nigerianer begangenen Delikte durch die Videoüberwachung am Bahnhof zweifelsfrei belegen. Die Identität des Mannes wurde schließlich über das Einwohnermeldeamt festgestellt. Er hatte laut Polizei zum Tatzeitpunkt eine Atemalkoholkonzentration von 0,61 mg/l, was einem Promillewert von etwa 1,2 entspricht.

mw/jg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot Instagram (Montage)

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