Nur noch bis Mitte Juli laufen die Fristen

Streik: So kommt die Uni-Bewerbung rechtzeitig an

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Rosenheim - Bundesweit bangen Studien-Anwerber, ob ihre Bewerbungen rechtzeitig bei den Universitäten eingehen. So auch unsere Praktikantin, die von ihren Erfahrungen berichtet.

Bei einigen Unis ist eine Bewerbung auf dem Postweg trotz des Streiks unerlässlich. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Seit dem 8. Juni streiken bundesweit Postmitarbeiter unbefristet. Eine Einigung zwischen der Gewerkschaft Ver.di und der Deutschen Post AG ist momentan nicht in Sicht. Dementsprechend bleiben Millionen Briefe schon seit Wochen liegen - darunter auch zahlreiche Studienplatz-Bewerbungen.

Während an einigen Universitäten eine Online-Bewerbung reicht, ist für viele Bewerbungen nach wie vor die Sendung per Post entscheidend. Berechtigterweise stellt sich der angehende Student nun die Frage, wie er es schafft, seine Bewerbungen rechtzeitig an die Uni zu bringen.

Rosenheim24.de-Praktikantin erzählt von ihren Erfahrungen

So ergeht es momentan zahlreichen Abiturienten aus der Region - und auch mir. Denn nach meinem Praktikum möchte ich im Oktober mit dem Studium beginnen. Die meisten Bewerbungen musste ich bloß online ausfüllen. Sieben Stück liegen nun allerdings, gespickt mit weiteren erforderlichen Unterlagen á la Abiturzeugnis, fein säuberlich in Umschlägen verstaut auf meinem Schreibtisch und warten auf ihren Reiseantritt.

Gutgläubig hatte ich gehofft, der Streik würde inzwischen ein Ende gefunden haben. Nun sind es noch knapp zwei Wochen bis die Bewerbungsfristen pünktlich am 15. Juli um 24 Uhr auslaufen. Ohne Ausnahme. Aus Ungewissheit darüber, ob die Bewerbungen überhaupt ankommen, zögerten viele Studienplatz-Anwerber bislang mit dem Abschicken. Doch langsam wird es Zeit und auch bei mir beginnen die Alarmglocken zu schrillen. Aber wie verschicke ich die wichtigen Briefe denn nun am Besten? 

Das rät die Post den Bewerbern

Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, suchte ich mir einen Ansprechpartner bei der Deutschen Post. Erwin Nier, Mitarbeiter der Pressestelle Süd bei der Deutschen Post DHL Group, berichtete, dass es am Freitag, 3. Juli, eine weitere Gesprächsrunde mit ver.di geben soll. Man versuche zumindest eine Aussetzung des Streiks zu erreichen. "Dann würden Postmitarbeiter voraussichtlich zum Ende der nächsten Woche ihre Arbeit wieder aufnehmen, damit wenigstens die zwischengelagerten Briefe ihren sicheren Weg zu den Universitäten fänden", so Nier.

Ansonsten rät der Pressesprecher allen Betroffenen ihre Dokumente per Expressversand zu verschicken, da dieser von der Streiksituation nicht betroffen sei. Einziges Manko: Die Versandkosten belaufen sich für einen Brief mit einem Gewicht bis 500g auf 10,90 Euro. Bis 1000g zahlt man pro Sendung nochmal einen Euro Aufpreis. "Dafür hat man aber die Sicherheit, dass die Sendung am nächsten Tag ankommt und kann sogar eine genaue Zustellungsphase wählen - beispielsweise vor 9 Uhr, vor 10 Uhr oder vor 12 Uhr." Mit dem DHL Express Tracking Tool habe man außerdem die Möglichkeit, Informationen über den aktuellen Stand seiner Sendung abzurufen.

Ein kleiner Tipp meinerseits: Wer seine Unterlagen per Expressversand schicken möchte, muss eine genaue Adresse auf dem Briefkuvert angeben, da der Versand an ein Postfach nicht zulässig ist.

Vom Schicken via Einschreiben rät der Post-Experte dringend ab: "Diese Variante wäre zwar günstiger, aber eine Zustellung kann nicht garantiert werden, da die Unterlagen mit der normalen Briefpost befördert werden, die ja momentan in der Warteschleife hängt."

Abschließend empfiehlt Nier den Bewerbern, sich direkt mit ihrer Wunschuniversität/FH in Verbindung zu setzen, um die genauen Zusendebedingungen zu erfahren. Er habe gehört, dass manche Fakultäten sich unter den aktuellen Umständen auch mit dem E-Mail-Eingang der Unterlagen einverstanden erklären.

Die Hochschule Rosenheim kommt den Bewerbern entgegen

So zum Beispiel auch die Hochschule Rosenheim: Markus Hohenegger, Leiter des Studien- und Prüfungsamtes der Hochschule, berichtete mir in einem Telefongespräch, dass Studienbewerber die erforderlichen Dokumente in diesem speziellen Streikfall auch per Fax und E-Mail an das Studierendensekretariat senden können. Schließlich könnten die Bewerber ja nichts für die Verzögerungen.

Bewerberinnen und Bewerber aus der Region, die in derselben Situation stecken, können eventuelle Tipps und Erfahrungen zum Thema gerne an die rosenheim24.de-Mail-Adresse redaktion@ovb24.de schicken.

af

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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