Schmerzpflaster kostet Mann (28) das Leben

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Rosenheim - Ein 28-Jähriger bezahlte seine Drogensucht am Freitag mit seinem Leben: Er verstarb in der Wohnung seiner Eltern an einer Überdosis des schmerzstillenden Wirkstoffs Fentanyl.

Ein 28-Jähriger ist am vergangenen Freitag, 29. August, von Angehörigen tot in der gemeinsamen Wohnung in Rosenheim gefunden worden. Der Mann war als langjähriger Drogenkonsument bekannt und starb wohl an der überdosierten Aufnahme eines starken Schmerzmittels. Die Rosenheimer Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Eine Angehörige hatte den 28-Jährigen am Freitagvormittag leblos in seinem Zimmer in der elterlichen Wohnung gefunden. Der alarmierte Notarzt konnte nur mehr den Tod feststellen. In unmittelbarer Nähe des Verstorbenen fanden die Beamten drogentypische Utensilien, der junge Mann war zudem als langjähriger Konsument - auch harter Drogen - bekannt. Der 28-Jährige hatte offenbar den Wirkstoff aus Schmerzpflastern (Fentanyl) aufgenommen.

Die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim übernahm die Ermittlungen zur Klärung der Todesursache. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Traunstein - Zweigstelle Rosenheim - wurde der Leichnam am gestrigen Montag im Münchner Institut für Rechtsmedizin obduziert. Ein toxikologischer Vortest bestätigte den Drogenkonsum, es wurde Morphin im Körper festgestellt.

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Fentanyl ist ein sehr starkes, dem Opium ähnliches Schmerzmittel, das in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Wegen seiner hohen schmerzstillenden und stark beruhigenden Wirkung wird das Opioid vor allem bei Operationen als Narkosemittel verwendet und kommt auch in der Notfallmedizin zur Anwendung. Und schließlich findet das Fentanylpflaster Verwendung bei Patienten, die regelmäßig starke Schmerzmittel benötigen. Es hat eine etwa hundertfach höhere Wirkung als Morphin! Eine überhöhte Dosierung von Fentanyl kann zu einer Atemdepression und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Beim dem Verstorbenen handelt es sich um den 4. Drogentoten im Jahr 2014 im Bereich der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim (Vergleichszeitraum 2013: 9). Im Jahr 2013 starben von den 13 registrierten Drogentoten im Zuständigkeitsbereich der Kripo Rosenheim alleine 9 nach dem Missbrauch von Fentanyl!

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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