"Ausbau ja, aber kleiner"

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Siloballen als Mittel des Protestes schon seit Herbst: Auf dieser Wiese sollen im Zuge der Erweiterung der Rastanlage Samerberg-Nord Lkw-Parkplätze entstehen.

Rohrdorf - Eine Stellungnahme zum geplanten Ausbau der Rastanlage Samerberg-Nord an der A8 hat jetzt die Gemeinde abgegeben: "Der Ausbau ist grundsätzlich zu groß dimensioniert!"

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Für grundsätzlich zu groß dimensioniert hält der Rohrdorfer Gemeinderat den geplanten Ausbau der Rastanlage Samerberg-Nord an der A8. Ein entsprechender Passus wurde auf Drängen von Rupert Stocker (Bürgerblock) mit dem Verweis auf die naheliegenden Wohnhäuser und den erforderlichen Flächenverbrauch in die Stellungnahme der Gemeinde zum Planfeststellungsverfahren aufgenommen; zumal auch die Anlage auf der Südseite der Autobahn erheblich erweitert wird.

"Die Größe kann man sich so nicht bieten lassen", betonte er. "Man muss um jeden Quadratmeter kämpfen, der nicht versiegelt wird", schloss sich Maria Scholz der Auffassung ihres Fraktionskollegen an. Und auch Martin Frey (CSU) schlug in die gleiche Kerbe: "Ausbau ja, aber kleiner." Der Gemeinderat, heißt es nun in der einstimmig verabschiedeten Stellungnahme, erteile das Einvernehmen nur, wenn das Vorhaben um wenigstens 50 Prozent reduziert werde.

Verhindern lasse sich die Erweiterung der Rastanlage, ein Bauprojekt des Bundes, nicht, hatte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) zuvor angemerkt und konkrete Argumente für ein gemeindliches "Nein" zum Umfang des geplanten Ausbaus gefordert. Zugleich verwies er auf die Notwendigkeit neuer Lkw-Parkplätze; und eine Erweiterung bedeute eine Verbesserung für die gesamte Anlage.

Noch bis Ende Februar liegen die Planunterlagen im Rathaus aus; die Einspruchsfrist endet am 14. März. Wie dem Erläuterungsbericht zu entnehmen ist, wird sich die neue Verkehrsanlage auf insgesamt rund 550 Meter Länge und 80 Meter Breite erstrecken. Die Rastanlage Samerberg-Nord umfasst dann unter anderem 68 (bisher 13) Lkw-Plätze sowie 91 anstatt wie bisher 24 Auto-Parkplätze; ebenso sollen dort acht Busplätze entstehen. Die vorhandenen Parkflächen im westlichen Teil werden erweitert und neu aufgeteilt. Im östlichen Teil, noch vor dem Tankbereich, sind zusätzliche Lkw-Parkstände vorgesehen. Darüber hinaus werden die Ein- und Ausfädelungsstreifen entlang der Autobahn neu angelegt.

Im Bereich der Autobahnausfahrt ist außerdem eine Überführung über die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Rohrdorf und Lauterbach erforderlich. Bei der Konzeption dieser Brücke wollen die Gemeinderäte auf jeden Fall die Möglichkeit für den späteren Bau eines Geh- und Radwegs entlang der Gemeindestraße berücksichtigt wissen.

Angesichts der großflächigen Bodenversiegelung wurden im Gremium auch in punkto Oberflächenentwässerung Bedenken laut. Dem Vorschlag von Martin Frey folgend, fordert die Gemeinde ausdrücklich, bei der Berechnung der Rückhaltebecken den Maßstab HQ 100 anzulegen.

Und wie bereits für Samerberg-Süd drängen die Rohrdorfer auch für die Rastanlage nördlich der Autobahn darauf, diese am Wirtschaftsweg mit einem Tor von der öffentlichen Straße abzuriegeln und durchgehend einzuzäunen.

Indes scheint die Wahl der Ausgleichsflächen, die bei einem Informationsabend im Sommer bei den Eigentümern teils auf Skepsis, teils auf Ablehnung gestoßen war, in den Hintergrund gerückt zu sein. Der Bitte seitens der Autobahndirektion um eine kurze schriftliche Stellungnahme sei nach Auskunft des dortigen Sachgebietsleiters Christian Rehm bislang keiner der betroffenen Grundbesitzer nachgekommen, berichtete der Bürgermeister. Deshalb forderte Praxl die Betroffenen nochmals auf, ein entsprechendes Schreiben zu verfassen, und sicherte hierfür die Hilfe der Gemeindeverwaltung zu.

pil/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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