Dutzende tote Tiere in Tirol und im Chiemgau

LfU bestätigt: Wolf aus dinarischer Population - „Es handelt sich um dasselbe Tier“

Wolf
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Ein Wolf reißt in der Region immer wieder Schafe.

Reit im Winkl/ Tirol - Immer wieder wurden in den vergangenen Monaten Schafe um Reit im Winkl bis Kössen gerissen. Vermutet wurde ein Wolf als Räuber, DNA-Tests sollten Sicherheit bieten. Nun liegen die Ergebnisse vor.

  • Seit Monaten werden immer wieder Schafe im Chiemgau und in Tirol gerissen
  • Ein oder mehrere Wölfe wurden als Ursache vermutet
  • Ein DNA-Test liefert nun Gewissheit

Update, 15.25 Uhr - LfU bestätigt: Wolf aus der dinarischen Population - Riss bei Taunstein war dasselbe Tier

Wie eine Sprecherin des LfU nun auf Anfrage von chiemgau24.de bestätigt, stimmen die deutschen und österreichischen Proben von den vergangenen Nutztierrissen überein. „Es handelt sich um dasselbe männliche Tier, das in nahe gelegenen österreichischen Gemeinden an Nutztierrissen festgestellt werden konnte“, so die Sprecherin.


Das männliche Tier wird der dinarischen Population zugeschrieben, wie der Gentest zeigt. Diese kommt hauptsächlich in Südosteuropa vor und konnte nun erstmals in Deutschland nachgewiesen werden. Betroffene Nutztierhalter erhalten eine Entschädigung aus dem Ausgleichfond Große Beutegreifer.

Erstmeldung:

26 Schafe und elf Ziegen wurden allein in Tirol seit Anfang Juni tot auf den Weiden aufgefunden. Auch in Reit im Winkl fielen mehrere Weidentiere einem Raubtier zum Opfer. Als Täter wurde ein Wolf vermutet, das legten die Bissspuren nahe. Ein DNA-Test sollte Gewissheit liefern. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, handelt es sich bei dem Wolf, der am 26. Juni in Kössen, am 19. Juni am Walchsee und am 3. Juni in Kirchdorf sein Unwesen trieb, eindeutig um ein und denselben männlichen Wolf. Dieser stamme aus der dinarischen Population im Südosten.

Anfang Juli dagegen riss eine Wölfin im österreichischen See mehrere Schafe. Sie war zuvor schon im Mai und im Juni für mehrere tote Tiere in Serfaus verantwortlich und im November 2019 in Fiss. Sie stammt aus der italienischen Population.

Bei dem Raubtier, dass im Landkreis Traunstein unterwegs war wurde bei einer vorläufigen Analyse bereits festgestellt, dass die DNA mit einem Haplotyp übereinstimmt, der auf Wolfsgruppen in Südeuropa, etwa Slowenien oder Kroatien, hinweist. Ungewöhnlich: Der Haplotyp kommt allerdings auch bei Mischformen wie dem Wolfshund vor.

Ob es sich bei dem Wolf, der in Kössen und Reit im Winkl unterwegs ist, um das selbe Tier handelt wird zwar vermutet, ist aber derzeit noch nicht klar. Eine Anfrage zu den DNA-Proben die im Chiemgau genommen wurden, wurde bereits an das Bayerische Landesamt für Umwelt gestellt.

jv

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