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Razzia bei Wiesn-Wirt Sepp Krätz

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Sepp Krätz

München - Erst Prügelvorwürfe, dann ein Strafbefehl wegen Körperverletzung und nun eine Steuer-Razzia: Für Münchens Top-Gastronom Sepp Krätz (56) wird es immer enger.

Die Staatsanwaltschaft durchsuchte am Montag sein Lokal Andechser am Dom. Noch sind die Ermittlungen in einem frühen Stadium. Doch sollte Krätz sich wieder etwas zu Schulden kommen lassen haben, hätte er nicht nur straf- oder steuerrechtliche Konsequenzen zu fürchten: Er könnte auch seine Konzessionen für den Andechser am Dom, für die Waldwirtschaft in Großhesselohe und vor allem für das Hippodrom auf der Wiesn verlieren.

Als die Ermittler am Montag die Räumlichkeiten des Andechser am Dom durchsucht haben, gingen sie sehr diskret vor. Die Öffentlichkeit sollte nicht auf die Aktivität aufmerksam werden. Laut Süddeutsche Zeitung geht es offenbar um „nicht korrekte Abrechnungen“. Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch bestätigt der tz, dass gegen Krätz ein Verfahren laufe. Es gehe um „steuerrechtliche Tatbestände“. Details könne er jedoch nicht nennen.

Die Vorwürfe sollen die Justiz im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Prügelvorwürfe des „Gastronomen des Jahres 2011“ erreicht haben. Krätz akzeptierte im Mai einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft von zusammen 18 000 Euro in 60 Tagessätzen, weil er auf der Wiesn 2010 einen Putzmann im Hippodrom getreten haben soll. Der Hippodrom-Wirt hatte die Vorwürfe bestritten und gegen den Strafbefehl Widerspruch eingelegt, diesen aber kurz vor der Gerichtsverhandlung zurückgezogen. Dem Opfer zahlte er Schmerzensgeld.

Aber auch Bedienungen beschwerten sich nach der Wiesn 2010 öffentlich über Beleidungen, Tritte und Schläge. OB Christian Ude und Wirtschafsreferent Dieter Reiter (SPD) mahnten den Wirt daraufhin ab. Die Zulassung für die Wiesn 2011 bekam Krätz im April auch nur unter der Bedingung, dass nachträglich keine „erheblichen gewerbebezogenen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten festgestellt“ werden.

Ob Krätz jetzt tatsächlich über die Steuer-Vorwürfe stolpert, ist unklar. Bürgermeisterin Christine Strobl warnte am Dienstag gegenüber der tz vor einer „Vorverurteilung“. Bevor die Stadt Konsequenzen ziehe, müsse das Ergebnis der Ermittlungen abgewartet werden. Krätz selbst war für die tz am Dienstag nicht erreichbar. Doch es wird eng für den Wiesn-Wirt!

We/ebu/bw

Drei Wirte flogen von der Wiesn:

Die Stadt hat in der jüngeren Vergangenheit insgesamt drei Wiesn-Wirten die Konzession entzogen:

1984: Während der Wiesn muss Richard Süßmeier die Leitung des Armbrustschützenzeltes abgeben. Grund: Bei einer von KVR-Referent Peter Gauweiler angeordneten Kontrolle entdeckt die Gewerbeaufsicht 23 illegal Beschäftigte. In den laufenden Wiesn-Betrieb steigt Helmut Huber als Wirt ein.

1990: Huber verliert wegen Hygienemängel die Konzession für den Salvatorkeller im Nockherberg und damit auch die Zulassung für die Wiesn.

1994: Das Ehepaar Weinfurtner wird wegen Steuerhinterziehung verhaftet und darf ab sofort auch nicht mehr die Geschäfte im Hippodrom führen. Nachfolger wird 1995 Sepp Krätz, der jetzt selbst ins Fadenkreuz der Steuerfahnder geraten ist …

Die Akte Krätz

Immer wieder Ärger mit Sepp Krätz: Der Gastronom ist schon mehrmals mit den Wiesn-Bossen aneinander geraten:

1995: Bereits in Krätz’ erstem Wiesn-Jahr hielten seine Ordner Betrunkene mit Feuerlöschern und Dobermann-Kampfhunden davon ab, gegen 23 Uhr das Zelt zu stürmen, das bis dato bis 1 Uhr nachts geöffnet hatte. Im Jahr darauf tauschte Krätz die Nachtkonzession gegen einen größeren Biergarten vor dem Zelt.

2000: Krätz sorgte mit goldenen „VIP-Bändchen“ für Unmut bei der Stadt – und hatte scheinbar vergessen, dass er um 23 Uhr zusperren muss: Eine Stunde nach Schankschluss schenkte er noch Bier aus – Abmahnung!

2006: Krätz kassierte wieder einen Rüffel, als er Paris Hilton für einen Werbeauftritt ins Hippodrom holen wollte (das Society-Girl wollte Prosecco in der Dose groß rausbringen). Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl sorgte dafür, dass Paris Hilton die Dose zu ließ.

2010: Der bisherige unrühmliche Höhepunkt: Die Prügel-Affäre gegen das eigene Personal – Krätz bestritt die Vorwürfe, zahlte aber 18 000 Euro Strafe.

tz

Quelle: Oktoberfest live

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