Razzia im Kloster Ettal: Kistenweise Unterlagen

Wechselburg - Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe haben Ermittler der Staatsanwaltschaft bei einer Razzia im Kloster Ettal mehrere Kisten mit Unterlagen beschlagnahmt.

Kurz darauf verließen die Münchner Fahnder das Benediktinerkloster.

Der für wirtschaftliche Belange des Klosters zuständige Pater Johannes las dem Bayerischen Rundfunk eine Erklärung vor. Darin heißt es, man habe den Ermittlern Unterlagen ausgehändigt, die zwei Tatkomplexe betreffen.

Nicht einmal der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz kann sich erinnern, dass es in der Nachkriegsgeschichte schon einmal eine vergleichbare Durchsuchungsaktion in einem deutschen Kloster gegeben hat.

Im Benediktinerkloster Ettal sowie anderen Einrichtungen der katholischen Kirche sollen Schüler von Patres missbraucht oder misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Abt des Klosters und sein Schulleiter mussten auf Druck des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx ihre Ämter abgeben. Sie hatten gegen das kirchliche Gebot verstoßen, Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch sofort an die Diözesanleitung zu melden.

Lesen Sie dazu auch:

Missbrauch in Ettal: Kloster in Sachsen entbindet Mönche

Erzbischof Marx: "Nichts vertuschen"

Erzdiözese erwartet rückhaltlose Aufklärung in Ettal

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser