Raumfahrt-Außenstelle im BGL

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Jung-Unternehmer Frank Woodcock freut sich über die Unterstützung der neuen ESA-BIC-Bavaria-Außenstelle.

Bad Reichenhall - In vielen deutschen Autos sind Navigationsgeräte mittlerweile nicht mehr wegzudenken, aber wer hätte gedacht, wo Raumfahrttechnik noch zum Einsatz kommt.

Zum Beispiel in einem Roboter, den die progenox GmbH aus Bischofswiesen derzeit entwickelt. Er soll beispielsweise die Feuerwehren bei schwierigen Einsätzen unterstützen. "Wenn ein Haus so brennt, dass die Sicherheit für die Feuerwehrmänner nicht mehr gegeben ist, kann dieser Roboter ins Haus gehen und herausfinden, ob noch Personen im Gebäude sind", erklärt Frank Woodcock seine Idee. Bei der Umsetzung des Roboters bedient er sich der Weltraumtechnologie.

Projekte wie das der progenox GmbH sollen künftig vermehrt im Berchtesgadener Land umgesetzt werden. Genauer gesagt junge Unternehmer bei ihrer Firmengründung unterstützt werden. Einzige Voraussetzung: ihre Idee muss aus dem Bereicht Satellitennavigation und Erbeobachtung kommen.

Christian Maltan (Sparkasse Berchtesgadener Land), Frank Salzgeber (ESA), Lars Holstein und Thomas Birner (WFG BGL), Landrat Georg Grabner, Alexander Gehrig (Sparkasse BGL), Thorsten Rudolph (Anwendungszentrum Oberpfaffenhofen) und Peter Seige sind stolz auf den neuen ESA-Standort.

Am Donnerstagnachmittag ist die Außenstelle des ESA Business Icubation Centre (BIC) Bavaria offiziell vorgestellt worden. Sie ist in Freilassing im Techno-Z angesiedelt. "ESA BIC Bavaria bietet ein Gründerprogramm, dass jungen Unternehmen finanzielle Mittel bietet. Innovative Ideen werden mit einem Zuschuss von bis zu 60.000 Euro gefördert. Dazu gibt es ein günstiges Kreditangebot von bis zu 40.000 Euro der Sparkasse Berchtesgadener Land", so Thomas Birner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land. Dazu gebe es auch ideelle Unterstützung, persönliche Beratung und Hilfe beim Erstellen eines Businessplans sowie der Abwicklung der Firmengründung.

Auch Frank Woodcock hat davon profitiert: "Wir sind ein Start-Up-Unternehmen. Die finanziellen Mittel, die wir bekommen, sind eine Ausstattung, die wir spüren. Der eigentliche Vorteil entsteht aber durchs Networking. Nur so sind wir nah an der Forschung und nah an den Anwendern."

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"Im Berchtesgadener Land besteht bereits ein sehr aktives Firmennetzwerk aus 17 mittelständischen Firmen - die Initiative Satellitennavigation Berchtesgadener Land", ergänzt Birner. Dadurch und das Testgebiet Gate hätten sich junge Firmen in der Region etabliert, die satellitennavigationsbasierende Technologien in den Bereichen Gesundheits-, Tourismus-, Logistik- und Sicherheitsanwendungen entwickeln wollen würden oder es bereits täten. Ein Beispiel seien die wesentlich genaueren Ortungsgeräte SAR Lawine oder die Orangebox, die Gefahrguttransporte überwacht.

Landrat Georg Grabner freut sich über die Außenstelle des ESA BIC Bavaria. "Gate war für das Berchtesgadener Land der Einstieg in die Technologieentwicklung, jetzt müssen wir konsequent voranschreiten", fordert er die Unternehmer und Gründer im Landkreis auf. Bis 2013 seien neun Firmengründungen möglich. Und auch Peter Seige vom Bayerischen Wirtschaftsministerium ist sich sicher: "Das kann eine echte Erfolgsstory werden." Dem schloss sich Frank Salzgeber von der ESA an. Er forderte seinerseits die jungen Unternehmer auf: "Nehmt bestehende Technologien aus anderen Bereichen und integriert sie in eure Bereiche, dann werdet ihr erfolgreich sein."

cz

Quelle: BGland24.de

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