Verstärkte Nachfrage nach bestimmten Produkten auch in der Region

„Es muss sich keiner Sorgen machen. Die Versorgung ist gesichert!“

Ein Mann trägt eingekauftes Toilettenpapier und Küchenrollen aus einem Supermarkt (Symbolbild).
+
Ein Mann trägt eingekauftes Toilettenpapier und Küchenrollen aus einem Supermarkt (Symbolbild).

Raubling/Oberbayern - Geht das Hamstern wieder los? Sowohl in der Region als auch in ganz Deutschland ist die Nachfrage beispielsweise nach Klopapier wieder gestiegen.

„Wir bemerken schon, dass seit es wieder Medienberichte über Hamsterkäufe gibt auch bestimmte Produkte wie etwa Klopapier verstärkt nachgefragt werden“, berichtet Marco Schreiner von den Prechtl Frischemärkten aus Raubling gegenüber rosenheim24.de. Auch Annika Büschken, Pressereferentin bei Aldi Süd bestätigt gegenüber unserer Redaktion „einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten“.


Wieder vermehrt Nachfrage nach diversen Produkten, darunter Klopapier in zweiter Corona-Welle

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war der Absatz von Toilettenpapier Mitte Oktober fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) kürzlich berichtete. Noch seien die Hamsterkäufe aber nicht so dramatisch wie in Frühjahr, als sich die Toilettenpapierverkäufe zeitweise mehr als verdreifachten und die Umsätze mit Seife sogar vervierfachten. Gegenüber der dpa erklärte allerdings eine Sprecherin des größten deutschen Lebensmittelhändlers Edeka, der Handelsriese sehe „aktuell keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden“. Ähnlich äußerte sich der Wettbewerber Rewe.


Abgabe teils eingeschränkt - Nachschub aber gesichert

„Wir haben unterdessen schon seit zwei Wochen beispielsweise die Abgabe von Klopapier auf eine Packung pro Haushalt beschränken müssen“, berichtet Marco Schreiner von den Prechtl Frischemärkten. „Es gibt aber kein Problem mit dem Nachschub. Die Hersteller haben sich ja nach den Erfahrungen des Frühjahrs auch umstellen können.“ Beispielsweise Klopapier wird in der Regel nicht ganz so häufig gekauft, weshalb es von Supermärkten seltener bestellt wird. Die gesamte Lieferkette ist daher normalerweise darauf eingestellt, dass es nicht so häufig bestellt wird. „In der modernen Logistik geht es darum, dass im Idealfall genau dann der Nachschub angeliefert wird, wenn die letzten Rollen verkauft wird“, so ein Sprecher des Logistikverbandes BGL im März.

„Es kann höchstens mal sein, dass irgendwelche Randsorten knapp werden“, räumt Schreiner ein. „Aber ansonsten gilt wirklich: Es muss sich keiner Sorgen machen. Die Versorgung ist gesichert.“ Dem stimmt auch Aldi-Sprecherin Büschken zu. „Die Nachfrageentwicklung berücksichtigen wir im Bestellprozess und die Filialen beachten bei der Nachbestellung von Produkten die jeweilige Nachfrage vor Ort. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate beobachten wir Nachfrageschwankungen sehr genau, um etwaige Lieferengpässe vermeiden zu können. Grundsätzlich sind wir auf eine steigende Nachfrage vorbereitet und erwarten derzeit keine Einschränkungen bei der Verfügbarkeit.“

Angst vor Ansteckung und Hamsterkäufe hängen zusammen

Woran liegt aber die immer wieder auflebende Kaufwut mancher Leute? Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und das Anlegen von Klopapier-Vorräten könnten eng zusammen hängen. Vor allem extrem gewissenhafte und ordnungsliebende Menschen neigten zum Hamstern, wie Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig Ende Oktober erläuterten.

Durch eine Online-Befragung stellten diese fest: Je stärker die gefühlte Bedrohung, desto größer war der Vorrat an Klopapier. Eine erhöhte emotionale Labilität verstärkte die Angst und habe so auch einen indirekten Einfluss auf das Kaufverhalten, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. 

hs/dpa

Kommentare