Steinbock-Attacke: Verletzter Mann äußert sich

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Steinböcke im Nationalpark Berchtesgaden – ein beliebtes Fotomotiv bei Wanderern und Bergsteigern. Damit Zwischenfälle zwischen Wanderern, Hunden und Wildtieren im Nationalpark vermieden werden, gibt Nationalpark-Leiter Dr. Michael Vogel wertvolle Tipps.

Ramsau - Ein Salzburger Bergsteiger wurde zusammen mit seinem Hund am Watzmann von einem Steinbock angegriffen. Der Mann wurde verletzt, die Bergwacht musste anrücken.

UPDATE 6. August 7.30 Uhr

Der Zwischenfall zwischen einem Steinbock und einem Wanderer am Watzmann zieht immer weitere Kreise. Der Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, Michael Vogel, wandte sich am Dienstag an die Öffentlichkeit. Er appelliert an die Vernunft und das Verständnis der Gäste:  

Am vergangenen Sonntag kam es am Watzmann im Nationalpark Berchtesgaden zu einem Bergunfall. Ein männlicher Steinbock hatte sich einem freilaufenden Hund genähert, um diesen zu vertreiben. Der Hund flüchtete zu seinem Besitzer, der daraufhin von dem Steinbock ebenfalls angegangen wurde. Bei einem Sturz verletzte sich der Wanderer und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Verhaltenstipps

Damit es nicht zu weiteren derartigen Zwischenfällen kommt, gibt Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel den Besuchern des Schutzgebietes einige Verhaltensregeln mit auf den Weg. „Wir bedauern sehr, dass der Wanderer aus Salzburg zu Schaden gekommen ist und wünschen ihm auf diesem Wege eine gute und baldige Genesung“, erklärt Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel. „Steinböcke sind normalerweise harmlose Hochgebirgsbewohner, die einfach nur ihre Ruhe haben möchten und bei Annäherung durch Menschen das Weite suchen“, erläutert Dr. Vogel die Erkenntnisse unzähliger Begegnungen von Bergsteigern und Steinböcken der vergangenen Jahre.

Mit Hilfe des Hubschrauber konnte die Bergwacht den verletzten 45-Jährigen ins Salzburger Landeskrankenhaus fliegen.

Damit Zwischenfälle wie der vom vergangenen Sonntag künftig nicht mehr vorkommen, appelliert Vogel an die Vernunft und das Verständnis der Gäste und wirbt für einen respektvollen Umgang mit Wildtieren. Dazu zählt auch, einen ausreichenden Abstand zu Tieren in freier Wildbahn zu akzeptieren. „So ist es zum Beispiel in keinem Nationalpark weltweit erlaubt, Hunde frei laufen zu lassen. Dies dient nicht nur dem Schutz der Wildtiere vor den Hunden sondern vor allem andersrum.“ Freilaufende Hunde, die von Wildtieren als potentielle Beutegreifer erkannt werden, können aus Gründen der Verteidigung durchaus angegriffen werden. So war es wohl auch am Watzmann. „Steinböcke werden im Nationalpark Berchtesgaden nicht bejagt, daher sind die Fluchtdistanzen der Tiere gering – was Wanderern tolle Naturerlebnisse und Fotos beschert“, erklärt Vogel.

Anleinpflicht für Hunde

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, sollten Hunde im Schutzgebiet ausnahmslos angeleint werden, damit sie sich den Wildtieren nicht nähern. Auch Wanderer sollen die Fluchtdistanzen der Wildtiere nicht unterschreiten, da dies zu unvorhersehbaren Reaktionen führen kann. „In vielen Nationalparks, zum Beispiel in der Schweiz, sind Hunde generell nicht gestattet“, erklärt Vogel. Soweit soll es in Berchtesgaden nicht kommen. Schlussendlich gilt die Anleinpflicht dem Wohlergehen des Steinbocks. „Es ist mir bereits zu Ohren gekommen, dass gefordert wird, den vermeintlich gefährlichen Steinbock abzuschießen“, bedauert der Nationalparkleiter. „Oft trägt leider der Mensch die Verantwortung, wenn Wildtiere getötet werden müssen“, weiß der Experte. „So zum Beispiel in Kanada und in den USA. Hier werden Bären von Besuchern angelockt, gefüttert und aus nächster Nähe fotografiert – bis ein Zwischenfall passiert und das Tier abgeschossen werden muss“. Soweit soll es in Berchtesgaden nicht kommen. „Daher mein Appell an alle Wanderer und Bergsteiger: Bitte leinen sie ihre Hunde an und bleiben sie auf den Wegen. Nähern Sie sich Wildtieren nicht. Schöne Fotos von den mächtigen Steinböcken kann man auch aus der Entfernung machen.“

Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

Verletzter 45-Jähriger äußert sich

Unterdessen hat sich der verletzte Bergsteiger zu Wort gemeldet. Wie er der Kronen-Zeitung sagte, sei der Steinbock auf ihn zugekommen. Zunächst habe er seinen Hund attackiert. Anschließend habe er auch ihn angegriffen, so der 45-Jährige. Beim ersten Mal habe er noch ausweichen können. Beim zweiten Mal sei er von den Hörnern getroffen und durch die Luft geschleudert worden. Als der Salzburger am Boden lag, ließ das aggressive Tier von ihm ab. Der Mann erlitt einen offenen Sprunggelenksbruch.

Quelle: Bayernwelle Südost

Meldung 4. August

Gegen 13.45 Uhr wurde die Bergwacht Ramsau zu einem Einsatz am Watzmann gerufen. Eine Person sei zwischen Watzmannhaus und Hocheck verletzt worden und könne nicht mehr absteigen. Nach derzeitigem Kenntnisstand griff ein Steinbock einen Bergsteiger aus Salzburg an, der mit seinem Hund unterwegs war. Der Mann wurde bei der Attacke am Bein verletzt.

Starker Nebel erschwerte die Rettung.

Wie das Nachrichtenportal salzburg24.at berichtet, behinderte starker Nebel die Rettungsaktion am Watzmann. Der Salzburger Notarzthubschrauber konnte wegen des aufziehenden Nebels nur noch einen Retter beim Verletzten absetzen, weitere Einsatzkräfte brachen zu Fuß zum Verletzten auf. Gegen 15.30 Uhr brach der Hubschrauber zu einem zweiten Versuch auf, gegen 16 Uhr konnte der verletzte Mann mittels Tau zum Watzmannhaus und von dort weiter ins Salzburger Landeskrankenhaus geflogen werden.

Quelle: BGland24.de

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