Räuber kam mit der Plastiktüte

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Der Videokamera gelang vom Täter dieses Foto.

Rosenheim - Ein unbekannter Mann hat gestern Vormittag eine Sparkassen-Filiale in Rosenheim überfallen und dabei einen hohen Geldbetrag erbeutet. Er flüchtete zu Fuß, die Polizei leitete eine Großfahndung ein. *Fotos und Video auf rosenheim24.de*

Der Albtraum eines jeden Bankangestellten wurde gestern gegen 10 Uhr Vormittag für die Mitarbeiter der Sparkassen-Filiale in der Happinger Straße wahr: Ein unbekannter junger Mann bedrohte das Personal mit einer Waffe und forderte Bargeld. Er bekam was er wollte - dem Vernehmen nach rund 35.000 Euro - und floh zu Fuß. Die Beute hatte er zuvor in eine gelbe Plastiktüte mit roter Aufschrift gestopft.

Die Sparkassen-Filiale in der Happinger Straße wurde gestern Opfer eines Banküberfalls. Der Räuber flüchtete samt Beute zu Fuß.

"Die Mitarbeiter haben in dieser kritischen Situation äußerst gut reagiert. Sie haben einen Schock erlitten und werden fürsorglich betreut", erklärte gestern Nachmittag die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Wie es mit den betroffenen Mitarbeitern weitergeht, wollte die Rosenheimer Bank gestern nicht erklären. Ein vom Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverbund und der Sparkasse im Internet veröffentlichter Leitfaden gibt darauf jedoch Antworten: So sollen Erstbetreuer noch am Überfalltag "erste kollegiale Hilfe und Unterstützung für überfallene Mitarbeiter sicherstellen"; danach übernimmt eine psychologische Fachkraft, die auch Wochen nach dem Überfall als Ansprechpartner für Mitarbeiter und Führungskräfte zur Verfügung steht und bei Bedarf psychotherapeutische Behandlung von betroffenen Mitarbeitern einleitet.

Bei der Raiffeisenbank in der Happinger Straße, die schräg gegenüber der Sparkasse liegt, ist man entsprechend froh, gestern nicht Ziel des Räubers geworden zu sein. Mitarbeiter Enes Engeloglu sagt: "Es hätte auch uns treffen können. Der hätte bloß rübergehen müssen. Es kann wirklich jederzeit jedem passieren." Warum sich der Räuber im gestrigen Fall für die Sparkasse entschieden haben mag? "Vermutlich, weil er von dort leichter flüchten konnte. Der verschwand einfach zwischen den Wohnblöcken."

Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein, 40 Streifenbesatzungen sowie ein Hubschrauber suchten nach dem Mann. Ob es sich um einen Einzeltäter handelte oder ob der Räuber einen in der Nähe der Bank wartenden Komplizen hatte, steht bislang nicht fest. Ebenfalls nicht zu beantworten ist die Frage, ob der Überfall auf die Sparkasse in Westerham im vergangenen Oktober, bei dem der Täter ebenfalls zu Fuß flüchtete und bis heute nicht geschnappt ist, mit dem gestrigen Fall zusammenhängt. Für den Überfall damals wie auch für den gestrigen hat die Sparkasse eine Belohnung von 3000 Euro für Hinweise, die zur Klärung der Tat führen, ausgesetzt.

Unter Umständen mit dem Überfall in Zusammenhang steht immerhin die Beobachtung eines Zeugen. Der hatte gestern gegen 13.10 Uhr an der Ecke Bahnhof-/Luitpoldstraße, in der Nähe des Post-Gebäudes, einen Mann bemerkt, der 100-Euro-Scheine verlor. Darauf angesprochen, nahm der Mann Reißaus.

Die Beschreibungen für den Bankräuber und den Geldschein-Verlierer lauten folgendermaßen:

Das Phantombild nach dem Überfall in Westerham.

Ersterer ist zirka 20 bis 25 Jahre alt, zirka 1,75 Meter groß, schlank und hat eine sportliche Figur. Er war bekleidet mit einem hellen Kapuzenshirt mit dünnen, dunklen Querstreifen und Reißverschluss. Auf der linken Vorderseite des Oberteils befindet sich ein kleiner Aufdruck. Zudem trug er eine blaue Jeans und weiße Turnschuhe. Sein Gesicht verbarg er mit einem schwarz-weißen, karierten Schal, den er von unten über die Nase hochgezogen hatte. Auf dem Kopf trug er eine dünne helle Mütze, darüber war die Kapuze des Oberteils gezogen.

Der Mann, der am Bahnhof Geldscheine verlor, soll zwischen 30 und 35 Jahre alt sein, zirka 1,75 bis 1,80 Meter groß und ist laut Polizei eine "osteuropäische Erscheinung". Er hatte kurze, dunkle, glatte Haare und war bekleidet mit einer schwarzen Lederjacke und ausgewaschenen Jeans.

Hinweise erbittet die Kripo Rosenheim unter Telefon 08031 / 2000 beziehungsweisen in Eilfällen unter dem Polizeinotruf 110.

Stefanie Zipfer/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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