Eggert: "Der ADAC war wohl einfach fällig"

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Holger Eggert, Geschäftsführer des ADAC Südbayern.
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Prien - Warum der ADAC beim "Lieblingsauto der Deutschen" die Zahlen manipuliert hat, ist immer noch nicht klar. Der ADAC Südbayern versuchte beim Medienstammtisch dennoch etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass der ADAC bei der Leserwahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" gefälschte Stimmzahlen veröffentlicht hat. Der Kommunikationschef Michael Ramstetter musste daraufhin seinen Hut nehmen. Anschießend trennte man sich einvernehmlich vom langjährigen Geschäftsführer Karl Obermair. Im Februar trat dann ADAC-Präsident Peter Meyer zurück. Doch wie kam es eigentlich zu der Manipulation?

Holger Eggert, Geschäftsführer des ADAC Südbayern, kennt die Hintergründe. Beim alljährlichen ADAC-Medienstammtisch in Prien gab er am Montagabend den Journalisten einen Einblick in die Vorgänge der letzten Monate: "Herr Ramstetter hatte, warum auch immer, die Teilnehmerzahl bei der Leserwahl zum 'Lieblingsauto der Deutschen' frei gewürfelt. Nachvollziehen kann das heute keiner mehr." Er habe dadurch aber nicht die Rangfolge geändert, sondern lediglich die Zahlen angeglichen. "Die Unternehmensführung hat daraufhin 260.000 E-Mails wiederhergestellt. Dabei wurde ermittelt, dass keine Gelder geflossen sind." Doch warum hatte Remstetter dann getrickst? Eggert: "Das kann sich bei uns keiner erklären."

Der Skandal sei seiner Auffassung nach aber nur das Zündholz am Pulverfass gewesen. "Die Entwicklungen der letzten Jahre waren das eigentliche Problem. Der ADAC war einfach fällig." Der Automobil-Club habe zu sehr auf den wirtschaftlichen Erfolg und auf den Zuwachs bei den Mitgliederzahlen geachtet. Zudem sei man mit den Mitarbeitern nicht so umgegangen, wie man es sollte. "Insbesondere Remstetter hat seine Mitarbeiter unmöglich behandelt. Die wussten sich dann auch nicht mehr anders zu helfen, als sich an die Presse zu wenden."

Doch die Krise sei keineswegs auf die Mitarbeiter zurückzuführen. "Beim ADAC ist viel schief gelaufen, allerdings an der Spitze. Und die ist daraufhin auch zurückgetreten." Sieben Reform-Pakete sollen nun die Missstände beim Automobil-Club ausmerzen. Unter anderem stehen dabei Themen wie Transparenz, die Neuverteilung von Verantwortlichkeiten und die Mitglieder-Einbindung im Vordergrund. "Wir hoffen jetzt, dass wir mit diesen Reformen bis zum Jahresende durch sind."

Quelle: rosenheim24.de

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