Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 in der Region

Kriminalstatistik: Das hielt die Regionen in Atem

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Rosenheim - Über elf Prozent mehr Straftaten verzeichnete die Polizei im Bereich Oberbayern Süd 2014. Mit einer Aufklärungsquote von rund 70 Prozent liegt der Bereich dennoch an der Spitze:

"Die Aufklärungsquote ist in unserem Bereich enorm hoch, liegt weit über dem bayerischen Durchschnitt", erklärt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Gespräch mit rosenheim24.de. Zurückzuführen sei diese Zunahme und auch die gestiegenen Fallzahlen von Straftaten in der Region aber lediglich auf die vielen Fälle illegal einreisende Flüchtlinge. "Jede Person, die wir aufgreifen, zählt einerseits natürlich in der Statistik der begangenen Straftaten." Auf der anderen Seite fließe jeder Flüchtling, den die Polizei bei der Einreise erwischt, auch in die Aufklärungsquote mit ein, so Stefan Sonntag weiter: "Wenn man die illegal eingereisten Personen herausrechnet, bewegen wir uns mit den Zahlen auf dem sehr guten Niveau vom Vorjahr."

Die wichtigsten Entwicklungen im Jahr 2014

Gesamtentwicklung der Kriminalität im Einflussbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Den wohl deutlichsten Anstieg, neben den Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz mit einem Plus von 126 Prozent, verzeichneten die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Rund 35 Prozent mehr Fälle musste die Polizei hier 2014 verzeichnen. Insgesamt registrierte das Präsidium 11,2 Prozent, in absoluten Zahlen über 6.400, mehr Straftaten im vergangenen Jahr. Ein deutlicher Rückgang war bei der schweren und gefährlichen Körperverletzung (-15,4%), bei Raubstraftaten (-16,3%) und bei Pkw-Diebstählen (-10,4%) zu beobachten. Die Häufigkeitszahlen, die Fallzahlen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, lagen dabei leicht über dem bayernweiten Durchschnitt. 71,1 Prozent aller registrierten Fälle konnten am Ende aufgelöst werden.

Kriminalität in den einzelnen Regionen

Stadt und Landkreis Rosenheim: Knapp 22.000 Straftaten wurden alleine im Stadtgebiet und im Landkreis Rosenheim verzeichnet, insgesamt rund 4.700 Fälle mehr als noch 2013. Blieb die Entwicklung in der Stadt Rosenheim insgesamt stabil, ist diese Steigerung zum überwiegenden Teil auf die Flüchtlings-Aufgriffe der Bundespolizei zurückzuführen, eine Steigerung von 125,5 % im Landkreis bei den Fallzahlen. Doch auch die Sexualstraftaten nahmen hier um 33% auf insgesamt 117 Meldungen zu. 10 Tötungsdelikte konnte die Polizei im Landkreis feststellen, eine Senkung um fast 17 Prozent im Vergleich zu 2013. Im Rosenheimer Stadtgebiet stiegen die Tötungsdelikte jedoch um 50 % auf insgesamt sechs Fälle an, und auch Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen um 21,6 % auf über 1.000 Einzelfälle. Sogenannte Rohheitsdelikte, wie die unterschiedlichen Formen der Körperverletzung, konnte hingegen um über 6 % gesenkt werden. In Atem hielt die Polizei 2014 besonders der erste Fund einer Weltkriegsbombe am Rosenheim Bahnhof.  

Landkreis Traunstein: Einen Rückgang um 202 Straftaten oder 2,8% auf 7.075 Fälle wurden im Landkreis Traunstein verzeichnet. Deutlichster Rückgang hier bei den strafrechtlichen Nebengesetzen: 17,4% weniger auf 1.024 Fälle und ein sattes Minus bei den Sexualdelikten von über 28% auf 64 angezeigte Straftaten. Die Tötungsdelikte blieben unverändert bei sieben Fällen im Vergleich zu 2013. Deutlichster Zuwachs: 11% mehr Fälle von Körperverletzung und 8% mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte. Besonders erwähnenswert und mit hohem Personalaufwand hier verbunden der Doppelmord an einem Rentner-Ehepaar in Aschau und ein Betriebsunfall bei einer großen Brauerei bei Teisendorf.

Landkreise Mühldorf und Altötting: Mit knapp 9.000 Straftaten insgesamt verzeichnen auch die Landkreise Mühldorf und Altötting einen leichten Rückgangbei den absoluten Fallzahlen. Stiegen in Mühldorf die Fälle im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze um 15,7% und die Sexualdelikte um 12,7%, waren es in Altötting lediglich 12% bzw. 6,4%. Die sonstigen Straftaten konnten in Altötting mit 6,1% auf insgesamt 1.269 Fälle gesenkt werden. In Mühldorf nahmen hingegen in erster Linie die Tötungsdelikte mit 20% auf nunmehr nur vier Fälle und die Rohheitsdelikte (Körperverletzung) um 6,3% auf 636 Einzeltaten ab. Für besonderes Aufsehen sorgten im Jahr 2013 unter anderem zwei Vorfälle in den Landkreisen: Zum einen der Angriff eines bewaffneten Mannes auf einen Polizeibeamten in Neuötting und auch der Tod von Andre B. in Burghausen

Landkreis Berchtesgadener Land: Genau 8.901 Straftaten verzeichneten die Polizeiinspektionen in Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen, mehr als 2.100 mehr als noch 2013. Auch diese Steigerung ist in erster Linie auf das erhöhte Flüchtlingsaufkommen zurückzuführen. Am deutlichsten wuchsen hier die Fälle, die den sogenannten "Strafrechtlichen Nebengesetzen" zuzuordnen sind, Verstöße die nicht nach dem Strafgesetzbuch geahndet werden. Knapp 80% mehr Einzelfälle, 4.657 Einzelvorkommnisse, registrierte die Polizei im Landkreis Berchtesgadener Land. Sexualdelikte sanken im Landkreis um 39% auf 47 Taten, lediglich zwei Tötungsdelikte, ein Rückgang um zwei Drittel wurde hier im vergangenen Jahr verzeichnet. Herausragende Ereignisse aus Sicht der Polizei im vergangenen Jahr: Die Höhlenrettung des verunglückten Forschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle am Untersberg und die schrecklichen Vorkommnisse in der WM-Finalnacht rund um Christoph R.

Die Verkehrsmeldestelle und Notrufe

Fallzahlen Rauschgiftdelikte in den vergangenen Jahren (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Alle vier Minuten klingelt in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd das Telefon, alle vier Minuten resultiert daraus auch ein Einsatz. Durchschnittlich 331 Notrufe führten so 2014 zu 359 Einsätzen pro Tag. Schwerpunkte bei der Einsatzbewältigung waren dabei mehr als 27.500 Verkehrsunfälle, rund 19.000 Meldungen zum Straßenverkehr und über 12.000 verdächtige Wahrnehmungen.

Seit ihrer Gründung Ende 2008 verarbeitete die Verkehrsmeldestelle Bayern, die dem Polizeipräsidium Oberbayern angeschlossen ist, rund 2,1 Millionen Verkehrsmeldungen. Auch 2014 konnten die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr wieder gesteigert werden. Satte 6 Prozent mehr als 2013, genauer gesagt über 410.000 Meldungen gingen hier insgesamt ein. Auf eine einzige Verkehrsstörung; 85.500 Fälle wurden registriert; kamen somit rund fünf Einzelmeldungen aus den unterschiedlichen Quellen. Den Spitzenreiter markiert hier der 2. Oktober 2014 mit insgesamt 2,466 Einzelmeldungen. Einen deutlichen Rückgang verzeichnet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bei den Falschfahrern. Insgesamt 63 Geisterfahrer waren 2014 auf den heimischen Straßen unterwegs, neun weniger als noch im vergangenen Jahr.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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