Polizei warnt vor gefährlichem PC-Virus

Landkreis - Schädliche Software, die sich beim Surfen automatisch herunterlädt und eine Beteiligung von BKA und anderen Polizeidienststellen vortäuscht, ist jetzt auch im Landkreis angekommen.

Nachdem das Bundeskriminalamt Anfang April vor einer neuen Erpressungsvariante mittels eines aggressiven Computervirus gewarnt hatte, wurden jetzt auch im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mehrere solcher Fälle bekannt.

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Internet-Erpresser nutzen Polizei-Logos

Die Geschädigten luden sich dabei beim Surfen im Internet unbemerkt eine Schadsoftware auf ihren Rechner herunter, welche sich selbständig installierte. Dadurch wurden die Computer gesperrt und die Betroffenen gleichzeitig aufgefordert, eine Zahlung mittels ukash vorzunehmen, um den Rechner wieder freizuschalten. Bei ukash handelt es sich um einen seriösen Online-Zahlungsservice.

Bei diesem bundesweiten Phänomen von Erpressungsdelikten und Datenveränderungen mittels Ransomware kann der Eindringling private Daten auf einem Computer verschlüsseln, um für die Entschlüsselung ein „Lösegeld“ (engl. ransom) zu fordern.

Was man heute über das Internet wissen muss

Durch die Software erscheint ein Pop-Up-Fenster auf dem Bildschirm. Der Text darin täuscht dem Nutzer vor, dass er mit seinem Computer an strafbaren Handlungen - etwa der Verteilung kinderpornografischen Materials oder dem Versand von E-Mails mit terroristischem Hintergrund - beteiligt gewesen sein soll. Der Computer sei deswegen gesperrt worden. Zu sehen sind in der Regel auch das Logo des Bundeskriminalamtes (BKA) oder anderer Polizeibehörden. Zur Entsperrung soll der Benutzer schließlich innerhalb von 24 Stunden eine Strafe in Höhe von 100 Euro per ukash überweisen. Ansonsten würde die Festplatte gelöscht, heißt es. Aber selbst nach der Zahlung der „Strafe“ bleibt der Computer mit der Schadsoftware dauerhaft infiziert. Ein Entfernen ist für den Betroffenen normalerweise nicht möglich, dies muss aufwändig von Fachfirmen übernommen werden.

Natürlich sind weder das BKA noch andere Polizeibehörden Urheber der Meldung. Diese nutzen in keinem Fall Pop-Up-Fenster, in denen zur Zahlung bestimmter Beträge aufgefordert wird!

Der Rat der Polizei:

"Vorsicht ist besser als Nachsicht! Halten Sie den Update-Status ihres Betriebssystems und Ihrer genutzten Anti-Viren-Software immer auf dem aktuellsten Stand! Dies minimiert die Wahrscheinlichkeit, Opfer derartiger Attacken zu werden."

Sollte ihr Computer aber bereits betroffen sein, erstatten Sie Anzeige! Hier dazu einige Tipps für den Gang zur Polizei:

 

  • Sichern Sie die Abbildung auf dem Bildschirm (Pop-Up-Fenster) per screenshot oder Foto - gut lesbar natürlich.
  • Notieren Sie die im Pop-Up-Fenster angegebene E-Mail-Adresse separat.
  • Falls möglich, notieren Sie sich Adresse und Zeitpunkt der Internetseite, die unmittelbar vor dem Erscheinen der Meldung (Pop-Up-Fenster) aufgerufen war.
  • Halten Sie die Nummer des ukash-Vouchers bereit.
  • Sichern Sie, soweit möglich, den Verlauf bzw. die History.

Pressebericht Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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