Polizei-Unfall und die Folgen

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Rosenheim - Die Ermittlungen im Fall der zusammengestoßenen Polizeiautos laufen auf Hochtouren. Auch zum Auslöser des ursprünglichen Einsatzes gibt es jetzt neue Erkenntnisse:

Der Auslöser für den ursprünglichen Einsatz der beiden Fahrzeuge hat sich nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier als wesentlich weniger brisant als angenommen herausgestellt. Anwohner im Bereich der Spielbergstraße hatten der Notrufzentrale drei maskierte Männer gemeldet, die sich verdächtig in dortigen Stadtviertel bewegt haben sollen. Inzwischen steht jedoch fest, dass es sich lediglich um spielende Jugendliche gehandelt hat. Thalmeier betont dennoch, dass der Anruf bei der Polizei richtig und wichtig gewesen sei, man könne ja nie wissen. Zu dem vermeintlichen Einsatzort nahe der Kunstmühle sei dann ein dritter Streifenwagen ausgerückt.

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Die Ermittlungen im Fall der zusammengestoßenen Fahrzeuge in Küpferling hat unterdessen die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim mit Sitz in Pfraundorf (Gemeinde Raubling) übernommen. Sobald bei einem Unfall ein Polizeifahrzeug beteiligt ist, kümmert sich laut Thalmeier die nächstliegende "unbeteiligte" Dienststelle um die Klärung der Ursache und die Sachbearbeitung. Wie berichtet ist gestern auch die Spurensicherung mit einem so genannten Messtisch und einem Lasergerät angerückt - bei einem Vorfall dieser Größenordnung gang und gäbe, so Thalmeier.

Polizeiautos stoßen in Rosenheim zusammen

Bezüglich des Sachschadens kann er noch keine genauen Angaben machen. Denn jetzt prüfe ein Gutachter, ob die beiden Fahrzeuge wieder instand gesetzt oder jeweils als Totalschaden bewertet werden.

Alle am Unfall beteiligten Personen haben einen Schock erlitten. Während die vier Beamten mit Prellungen und Schürfungen davongekommen sind, hat der BMW-Fahrer indes keine Verletzungen geltend gemacht. Konsequenzen für die beteiligten Beamten seien derzeit noch nicht absehbar. "Zuerst müssen wir die Aussagen der Kollegen abwarten und die Ursachen vollständig klären", so Thalmeier zusammenfassend.

Spurensicherung nach Polizei-Crash

Zudem waren nach Angaben beide Fahrzeuge mit aktivierten Sondersignalen (Blaulicht und Martinshorn) unterwegs. Dies berechtige zwar grundsätzlich zu "freie Fahrt", jedoch nur, wenn eine Gefährdung für alle Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen werden kann. Details verrät ein Blick in die Deutsche Straßenverkehrsordnung:

§ 38 Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht

(1) Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten. Es ordnet an: "Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen".

(2) Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.

(3) Gelbes Blinklicht warnt vor Gefahren. Es kann ortsfest oder von Fahrzeugen aus verwendet werden. Die Verwendung von Fahrzeugen aus ist nur zulässig, um vor Arbeits- oder Unfallstellen, vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeugen oder vor Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung zu warnen.

aez

Quelle: rosenheim24.de

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