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Drogentest: Speichelprobe bringt nun Klarheit

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Der neue elektronische Drogentest funktioniert über einen Abstrich im Mundraum.
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Landkreis – Ob Kokain, Cannabis oder Crystal – die bayerische Polizei kann Drogen am Steuer nun schneller entlarven: Ein neuartiger Drogentest bringt mit einer Speichelprobe Klarheit.

„Urinieren Sie bitte in diesen Becher“ - im Polizeialltag eine gängige Aufforderung, um Autofahrer mit sogenannten 'drogentypischen Ausfallerscheinungen' auf etwaige berauschende Substanzen zu prüfen. Eine Urinkontrolle - nicht selten verbunden mit verhohlener Scham beiderseits oder einem altbekannten Katz-Maus-Spiel ums 'momentan nicht Können'.

Im Kampf gegen Drogenfahrten soll sich die bayerische Polizei ab sofort aber leichter tun – zumindest die Polizeiinspektion Fahndung Traunstein: Seit dem 18. Januar ist sie im Besitz eines neuen elektronischen Drogentests, dem „Draeger DrugTest 5000“. Simple Speichelproben ersetzen hierbei die Urintests. Moderne Analyseverfahren ersetzen interpretative Farbverläufe auf Teststäbchen. Das Ergebnis bekommt man schwarz auf weiß: Kokain, Heroin oder THC, Opiate oder auch die Modedroge „Crystal“ sollen innerhalb weniger Minuten nachgewiesen und auf dem Display angezeigt werden.

Darauf schwört auch Werner Neun, der Leiter Einsatz bei der PI Fahndung Traunstein: „Der neue Drogentest liefert genauere Ergebnisse und geht zudem relativ schnell. Kontrollen kommen deswegen ab sofort auch häufiger vor.“

Erkennt beinahe alle gängigen Drogenarten in nur wenigen Minuten: der Draeger DrugTest 5000.

Insgesamt 28 dieser Geräte stehen der bayerischen Polizei seit Januar zur Verfügung. Die Ausstattung aller bayerischen Inspektionen soll dann Zug um Zug erfolgen. Im südostoberbayerischen Raum ist die Inspektion Fahndung mit ihrem Sitz in Piding bislang die einzige Station, die in den Genuss des benutzerfreundlichen Tests kommt. Das liegt zum einen an ihrer Grenznähe. Zum anderen, so ist sich Werner Neun sicher, an der beachtlichen Zahl an Aufgriffen berauschter Autofahrer. Und es liegt vermutlich nicht zuletzt an der A8 selbst – in Polizeikreisen für ihre vielen Drogenfahrten berüchtigt.

In einer Presskonferenz stellte Innenminister Joachim Herrmann höchstpersönlich die neuen Geräte vor. Seine Warnung: "Fahren unter Drogeneinfluss ist lebensgefährlich." Deshalb kündigte der Innenminister auch verstärkte Kontrollen an.

Im Jahr 2012 waren es 61 (2011: 49) festgestellte Drogenfahrten im Landkreis Traunstein, beachtliche 73 (2011: 51) im Landkreis Rosenheim. Im Landkreis Mühldorf waren es zum Vergleich lediglich 22 Fahrten unter Drogeneinfluss. Und auch das Innenministerium ist durch die bayernweiten Zahlen alarmiert: laut vorläufiger Prognosen stagnierte zwar die Zahl der Unfälle, bei denen Drogen im Spiel war. Die Zahl der Menschen, die bei diesen Unfällen ihr Leben ließen, verdoppelte sich indes.

Da der Test nun schneller und genauer ist und dadurch auch häufiger eingesetzt wird, hofft man auf eine höhere Aufklärungsrate. Und bei der PI Fahndung Traunstein zudem auf den Abschreckungseffekt: Denn was der neue Drogenschnelltest im Vergleich zum alten Urinstäbchen außerdem kann, ist gefundenen „Stoff“ direkt zu analysieren. Die Fahrer würden der Polizei die Drogen natürlich oft als Salz oder Mehl verkaufen wollen. „Heute fahren wir einfach zur Inspektion, untersuchen das weiße Pülverchen mit dem Drogenschnelltest und wissen sofort: es ist Amphetamin“, so Werner Neun von der Fahndung Traunstein.

Auch Dr. Fritz Ihler, Leiter des „Qualitätszirkels Sucht“ in Rosenheim, begrüßt diesen Fortschritt. „Jede neue Möglichkeit, Drogen nachzuweisen ist grundsätzlich zu begrüßen.“ Herkömmliche Drogentests würden der permanenten Weiterentwicklung neuer Rauschmittel nämlich weit hinterher hinken: „Drogen verändern sich heute so schnell, dass man sie in Tests oft gar nicht mehr nachweisen kann.“

Den Kiffer daran zu hindern, sich hinters Steuer zu setzen und loszufahren – das kann der neue Test freilich nicht. Dennoch: „Dadurch dass mehr Drogenfahrten entdeckt werden, werden Fahrer vielleicht sensibler und vorsichtiger“, so Werner Neun.

Rebecca Radlhammer/chiemgau24

Quelle: BGland24.de

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