Bluttat von Bad Reichenhall am 14.Juli

WM-Mord: DNA-Ergebnisse heute erwartet

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Erweiterte Suchaktionen der Polizei zur Bluttat in Bad Reichenhall
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Bad Reichenhall - Die polizeiliche Suchaktion nach den Gegenständen der Opfer am Mittwoch brachte keinen nennenswerten Erfolg. Für heute werden die Ergebnisse der DNA-Analyse erwartet.

Update Donnerstag, 9 Uhr

Die Polizei erwarten im Fall der Bad Reichenhaller Bluttat heute Ergebnisse aus der Rechtsmedizin. Laut Polizeisprecher Franz Sommerauer geht die Polizei davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen den gefundenen Gegenständen und der Tat aller Wahrscheinlichkeit nach besteht. Die Gegenstände wurden bei der ersten groß angelegten Suchaktion gefunden und nach DNA-Spuren untersucht.

Eine gestrige Suchaktion im erweiterten Bereich brachte keinen nennenswerten Erfolg. Auch die Suche nach dem Motiv des brutalen Gewaltverbrechens gestaltet sich als schwierig. Die Polizei geht nicht mehr von einem reinen Raubmord aus, da die Schwere des Gewaltverbrechens nicht in Relation zu der kleinen Beute steht.

Quelle: Bayernwelle SüdOst

UPDATE 18 Uhr:

Am Mittwoch wurden unter der Leitung der SOKO von der Bayerischen Bereitschaftspolizei weitere Geländeabsuchen durchgeführt. Die Beamten hatten schwerpunktmäßig den Bereich östlich des Gmainer Weges in Bad Reichenhall im Visier und damit das Anschlussgebiet zu den bereits vor zwei Wochen abgesuchten Bereichen. Noch bevor sich die 56 Beamten der Bereitschaftspolizei Königsbrunn bei widrigen Wetterbedingungen an die Arbeit machten, durchstreiften zwei Suchhunde den Bereich. Die Einsatzkräfte durchkämmten insbesondere ein Waldstück, teilweise im Steilgelände, an dessen Rand am Montag mehrere tatrelevante Gegenstände gefunden worden waren. Technische Unterstützung mit Motorsensen und Motorsäge leistete dabei die Freiwillige Feuerwehr. Gefunden und gesichert wurden zwar mehrere kleinere Gegenstände, die jedoch nach erster Bewertung schon bereits längere Zeit gelegen sind und keinen Tatbezug haben dürften. Im Anschluss wurden nochmals Teile in der Innenstadt abgesucht, aber auch hier ohne Ergebnis.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

56 Bereitschaftspolizisten aus Königsbrunn begannen am Mittwoch Vormittag damit, einen weiteren Geländeabschnitt im Bereich der Berchtesgadener Straße in Bad Reichenhall nach Hinweisen und Gegenständen abzusuchen, die in Zusammenhang mit der Bluttat vom 14.Juli stehen könnten. Mit Metalldetektoren, Hand-Sonden und Suchhunden wurde ein kleines Waldstück nördlich der B20, genauer an der Gmainer Straße abgesucht. "Im Zuge von Vorsondierungen haben Mitarbeiter der SOKO in diesem Bereich bereits am Montag Gegenstände gefunden, die mit der Tat vermeintlich in Zusammenhang stehen könnten", erklärt der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Franz Sommerauer. Die gefundenen Gegenstände wurden umgehend in die Gerichtsmedizin nach München gebracht und werden aktuell noch untersucht.

Erste Ergebnisse der DNA Untersuchungen werden für Donnerstag erwartet. Dann kann auch mit Sicherheit gesagt werden, ob die Utensilien in Zusammenhang mit der Tat vom 14. Juli gebracht werden können. Um welche Gegenstände es sich bei den aufgefundenen Sachen handelte, wollte Franz Sommerauer aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben. Die Suchaktionen der vergangenen Wochen hatten eine Handtasche, die Geldbörsen der beiden Opfer und die Tatwaffe zum Ziel.

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"Im Moment Laufen noch die Untersuchungen und Befragungen. Wir haben einen Tatverdächtigen, nicht mehr und nicht weniger," erklärt Stefan Sommerauer. Die rund 60 Mitarbeiter der SOKO "14. Juli" seien im Moment immer noch beschäftigt, den insgesamt 527 Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen. "Es ist nach wie vor wichtig allen Hinweisen nachzugehen," so Sommerauer. Auch Hinweise, die auf den ersten Blick nicht zweckdienlich erscheinen, könnten in Zusammenhang mit anderen Anmerkungen in einen völlig neuen Kontext gesetzt werden. Dabei gelte es immer wieder die Beweislage mit be- und entlastenden Hinweisen abzugleichen. Trotzdem gelte selbstverständlich auch weiter der Grundsatz "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit" was besonders auf den Abgleich des bereits vorhandenen DNA-Material mit dem des Tatverdächtigen bezogen wird. Eine Prognose, wann mit den Ergebnissen der Vergleiche zu rechnen sei, wollte Polizeisprecher Sommerauer nicht wagen. Solange diese Ergebnisse noch auf sich warten ließen, sehe man aktuell auch noch keinen Grund, die Polizeipräsenz in der Innenstadt von Bad Reichenhall herunterzufahren.

Bilder von der Suchaktion am Mittwoch

Bilder von der Spurensuche an der B20

Gegenüberstellung zwischen Opfer und vermeintlichem Täter geplant

Der festgenommene Tatverdächtige, der weiterhin keine Angaben zu den Vorwürfen macht, soll schnellstmöglich zu einer Gegenüberstellung gebracht werden. Aus Rücksicht auf den Gesundheitszustand und die seelische Verfassung des 17-jährigen Opfers könne Franz Sommerauer aber noch keine Angaben zu einem möglichen Termin machen. "Eine Gegenüberstellung, wie auch immer diese dann auch aussieht, ist ein sehr wichtiger Baustein der Ermittlungsarbeit", bestätigte der Polizeisprecher. Die SOKO "14. Juli" versuche selbstverständlich diese so schnell wie möglich umzusetzen.

Sarah bedankt sich bei den Rettern und den Einsatzkräften in einem Brief (vergrößerte Ansicht)

Das 17-jährige Opfer der Bluttat in Bad Reichenhall meldete sich zwischenzeitlich mit einem Brief und einem "herzlichen Vergelt's Gott" bei ihren Rettern, den beteiligten Einsatzkräften und der Polizei. In ihren Zeilen bedankt sich das Mädchen bei sämtlichen Kräften, die sie auf ihrem Weg in die Genesung bis jetzt begleitet haben, und "die sofort die richtigen und wichtigen Entscheidungen getroffen haben, um mein Leben zu kämpfen." Weiter bedankt sich die junge Frau für den Zuspruch, den sie von Freunden und Bekannten seitdem erhalten hat und "uns die Kraft gegeben haben, so ein brutales Verbrechen meistern zu können".

Die Suchmaßnahmen wurden am Mittwoch indes von starken Regenfällen in Bad Reichenhall begleitet. Die vergangene Zeit seit den Taten am 14. Juli und die Witterungseinflüsse im Suchgebiet würden die Verwertbarkeit von neuen DNA-Spuren stark beeinträchtigen, so Polizeisprecher Sommerauer. Nichtsdestotrotz werden die Geländeabschnitte von der Bereitschaftspolizei weiter intensiv abgesucht, alle Fundstücke, wie zum Beispiel auch leere Feuerzeuge und andere weggeworfene Dinge gesammelt und gegebenenfalls zur Gerichtmedizin nach München zur Analyse weitergeleitet. Eine Entwarnung für die Bürger von Bad Reichenhall könne und wolle die Polizei definitiv noch nicht geben.

Quelle: BGland24.de

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