Stürzenberger-Kundgebung auf dem Max-Josefs-Platz

Stürzenberger: "Rosenheim tut sich gerade keinen Gefallen"

+
  • schließen

Rosenheim - Pegida-Aktivist Michael Stürzenberger, der auch Mitglied der Bürgerbewegung "Pax Europa" ist, spricht am Samstag wieder in Rosenheim. 

Update 12.45 Uhr: 

"Gegen den Staat und die Nation", "niemand mag den Stürzi", "Mord, Folter, Abschiebehaft, das ist Deutschlands Gastfreundschaft" oder "alle zusammen gegen den Faschismus" sind nur einige der Sprechchöre, die die Gegendemonstranten auf ihrem Weg vom Bahnhof zum Max-Josefs-Platz rufen. 

Derweil beginnt Stürzenberger vor dem Nepomukbrunnen seine Kundgebung. Einige wenige Zuhörer haben sich eingefunden und hören zu.  "Ohne uns wäre Deutschland noch Schutt und Asche" ruft ein Passant Stürzenberger zu. "Das stimmt nicht, unsere Trümmerfrauen haben dieses Land wieder aufgebaut", entgegnet ihm Stürzenberger. Kurz drauf unterbricht er seine Rede gemäß der Auflagen für 10 Minuten. 

Die Gegendemonstranten haben sich mittlerweile in der Heilig-Geist-Straße etwa 50 Meter von Stürzenberger entfernt, bewacht von Polizisten aufgestellt. Reden werden gehalten. Unter anderem von Dr. Thomas Nowotny von der Stolpersteininitiative: "Bei uns in Deutschland gibt es ja zum Glück keine Rassisten, jedenfalls keine, die das von sich behaupten", sagt er und bringt Äußerungen des AfD Landtagsabgeordneten Andreas Winhart ins Spiel. "Trotz mehrerer Anzeigen wegen Volksverhetzung lehnte die Staatsanwaltschaft eine Anklage ab mit der Begründung: 'Demnach genießen Äußerungen im politischen Meinungskampf besonderen Schutz. Insoweit besteht das Recht auf polemische Zuspitzung und zur bewussten Provokation.' Dieses Recht nehme ich jetzt auch in Anspruch und sage: Rassistische Arschlöcher raus aus Rosenheim".

Währenddessen haben sich immer mehr Gegendemonstraten auf dem Max-Josefs-Platz unmittelbar vor Stürzenberger eingefunden und protestieren lautstark. "Rosenheim tut sich gerade keinen Gefallen", sagt Stürzenberger. "Ihr zeigt das hässliche Gesicht des Linksextremismus. Ihr seid linksextreme totalitäre Faschisten". "Nazis raus" schallt ihm von den Gegendemonstranten entgegen. Eine Konfettikanone wird gezündet. Dann ist wieder Pause. Die Gegendemonstranten werden von der Polizei zurückgedrängt, weg von Stürzenberger. "Wir erleben jetzt hier wie Recht und Gesetz und Ordnung wieder hergestellt wird" sagt Stürzenberger dazu. Die Antwort: "Lautes Pfeifen, Rasseln und Buhrufe."

Noch bis 17 Uhr will Stürzenberger am Max-Josefs-Platz sprechen. Die Gegendemonstranten haben angekündigt ebenfalls bis 17 Uhr zu bleiben.

Bilder von der Stürzenberger Kundgebung 

Update, 11.44 Uhr: 

Die Gegendemonstranten stehen nun in der Heilig Geist Straße etwa 50 Meter von Stürzenberger entfernt. 

Verschiedene Redner halten Reden gegen Faschismus und Fremdenhass. 

Stürzenberger beginnt nach einer 10 Minütigen Pause seinen zweiten Redeblock. Mittlerweile haben sich mehr und mehr Gegendemonstranten vor dem Nepomukbrunnen eingefunden und protestieren mit Rufen und Pfeifen.

Update, 11.13 Uhr: 

Über 150 Gegendemonstranten trafen sich um 10.45 Uhr am Rosenheimer Bahnhof und zogen los. Mit Bannern, Fahnen, Trillerpfeifen und Sprechchören ging es in Richtung Max-Josephs-Platz um gegen den Auftritt Stürzenbergers zu protestieren.

"Wir wollen über die Gefahren des politischen Islams aufklären" sagt Stürzenberger zu Beginn seiner Kundgebung, die er ein paar Minuten nach elf Uhr begonnen hat. Er weist auch auf die Auflagen der Stadt hin. Der Zug der Gegendemonstranten nähert sich währenddessen lautstark. Bis dato verläuft alles friedlich.

Vorbericht:

Michael Stürzenberger, einer der Hauptaktivisten der Pegida-Bewegung in Bayern, kommt am Samstag, den 21. September wieder nach Rosenheim. Die Versammlung der Bürgerbewegung Pax Europa e.V. findet von 11 bis 17 Uhr am Max-Josefs-Platz im Bereich des Nepomukbrunnens statt. Er wird zum zweiten Mal in der Rosenheimer Innenstadt sprechen. Stürzenberger war bereits am 13. Juli in Rosenheim am Mittertor aufgetreten. Über 350 Gegendemonstranten hatten sich damals ebenfalls dort eingefunden, um lautstark aber friedlich gegen die Kundgebung Stürzenbergers zu demonstrieren

Auch an diesem Samstag wollen die Mitglieder des Bündnisses „Rosenheim nazifrei – Gemeinsam gegen rechte Hetze“, zusammen mit DGB und Verdi, gegen den Aktivisten protestieren. Eine entsprechende Gegendemonstration ist bereits bei der Stadt angemeldet. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Bahnhof, von dort gehen die Gegendemonstranten Richtung Max-Josefs-Platz. 

Auflagen für beide Seiten

Die Stadt Rosenheim hat diesmal Auflagen für beide Seiten verhängt. Demnach darf die Lautsprecheranlage nicht lauter als 85db(A) schallen. Die Redezeiten sind auf 20-Minuten-Blöcke mit je mindestens zehn Minuten Pause beschränkt. Es darf keine Dauerbeschallung des Max-Josef-Platzes und der Heilig-Geist-Straße geben. Trillerpfeifen dürfen nur punktuell eingesetzt werden.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT