Schulsport neu definiert?

Turnhallenbelegung: Situation nicht einfach

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In den nächsten Wochen und Monaten werden möglicherweise weitere Schulturnhallen als vorübergehende Flüchtlingsunterkünfte belegt. Landtagsabgeordneter Otto Lederer (der auch als Vorsitzender des AKS für Bayern fungiert) erläutert die Situation
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Landkreis - Immer mehr Schulturnhallen, die dem Landkreis gehören, werden momentan umfunktioniert. Sie sollen in den kommenden Wochen als vorübergehende Flüchtlingsunterkünfte dienen. Wir haben bei Landtagsabgeordneten Otto Lederer nachgefragt, wie er die momentane Situation sieht.

Klassenzimmersport, Alternativmöglichkeiten zur Hallennutzung, Es gibt diverse Möglichkeiten, Sportunterricht auch ohne Turnhallennutzung zu erteilen, sind sich viele Pädagogen und Experten einig.

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Auch Landtagsabgeordneter Otto Lederer (er fungiert als Landesvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Schule-Bildung-Sport) ist sich im Klaren darüber, dass auf Dauer auf eine Hallennutzung nicht verzichtet werden könne. "Zeitlich begrenzt und thematisch abgestimmt könne es jedoch funktionieren, so Lederer auf Nachfrage von wasserburg24.de.

Wie könnte allgemeiner Schulalltag zwischen Asylbewerberkindern und heimischen Kindern noch unkomplizierter funktionieren?

Otto Lederer: Das bayerische Schulsystem reagiert schon seit vielen Jahren sehr differenziert auf den zunehmenden Anteil von schulpflichtigen Kindern mit Migrationshintergrund und Asylbewerberkindern. Hierzu wurden in Bayern unter anderem über 5000 Deutschfördergruppen, ca. 600 Deutschförderklassen und rund 500 Übergangsklassen eingerichtet.

Für die berufsschulpflichtigen Jugendlichen gibt es außerdem Berufsvorbereitungsklassen, in denen junge Asylbewerber in einem zweijährigen Modell die deutsche Sprache erlernen und in die Berufswelt eingeführt werden.

Otto Lederer ist Landesvorsitzender des AKS.

Beides wurde vom Flüchtlingsrat als beispielgebend für die übrigen Bundesländer in Deutschland bezeichnet. Um diese und andere Modelle weiter ausbauen zu können, sind im Nachtragshaushalt Mittel für rund 1.700 Lehrkräfte vorgesehen, die vor allem in den oben beschriebenen Bereichen eingesetzt werden sollen.

Wird das zusätzliche Engagement der Lehrer, die neue Herausforderungen haben, überhaupt gewürdigt?

Otto Lederer: Von Seiten der Politik und Vertretern des Arbeitskreises Schule, Bildung und Sport wird sowohl das Engagement von Ehrenamtlichen als auch von Hauptamtlichen (z.B. Lehrern), die zur Bewältigung der Asyl- und Flüchtlingssituation einen Beitrag leisten, in besonderer Weise gewürdigt. Dies wurde und wird bei den verschiedensten Anlässen immer wieder getan.

Sind Lehrer dafür überhaupt vorbereitet/geschult genug, um besonderen Unterricht gemeinsam zu gestalten?

Die Lehrer werden bei der Bewältigung dieser Herausforderung bestmöglich unterstützt, insbesondere durch verschiedenste, meist hausinterne, Fortbildungsmaßnahmen. Dadurch soll die interkulturelle Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer gestärkt werden. Darüber hinaus wird zum Beispiel versucht, bei der Lehrerausbildung das Fach „Deutsch als Zweitsprache“  weiter zu stärken. Außerdem ist vom Freistaat geplant, weitere Gelder im Nachtragshaushalt einzustellen, mit denen nicht nur Lehrkräfte, sondern auch ehrenamtliche Helfer bei der Ausübung ihrer Arbeit unterstützt werden sollen.

Verstehen Sie den Unmut von Eltern und die Sorge von Schülern bezüglich der Turnhallenbelegung?

Otto Lederer:

Ich nehme den Unmut und die Sorgen der Eltern und natürlich auch der Vereine, die in ihren Tätigkeiten eingeschränkt sind, sehr ernst. Es ist dennoch wichtig, dass wir in der Bevölkerung auch weiter um Verständnis für diejenigen Flüchtlinge und Asylbewerber werben, die unsere Hilfe dringend brauchen.

Auf der anderen Seite wurden in Zusammenarbeit von Freistaat und Bund verstärkt Maßnahmen getroffen, um Flüchtlinge und Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive zeitnah wieder in Ihre Heimatländer zurückzuführen. Dazu gab es beispielsweise vergangene Woche einen ersten richtigen Schritt mit dem Beschluss der Koalition zur Einrichtung von bis zu fünf bundesweiten Aufnahmeeinrichtungen, in denen die Asylanträge in einem Schnellverfahren innerhalb von drei Wochen abgeschlossen werden sollen.

Quelle: rosenheim24.de

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