Organspende-Skandal

Transplantationsarzt in Untersuchungshaft

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Dem Mediziner wird unter anderem örperverletzung mit Todesfolge und versuchter Totschlag vorgeworfen.

Göttingen/Regensburg - Der frühere Oberarzt des Regensburger Uniklinikums, der den Organspende-Skandal an deutschen Kliniken ausgelöst haben soll, sitzt in Untersuchungshaft.

Dem 45 Jahre alten Mediziner werde unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge in einem Fall und versuchter Totschlag in neun Fällen vorgeworfen, sagte am Freitag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Zuletzt war der Mediziner leitender Transplantationsarzt der Göttinger Universitätsmedizin. Dort waren die Vorwürfe gegen den Arzt zuerst aufgetaucht.

Der 45-Jährige soll falsche Gesundheitsdaten seiner Patienten an die Vergabe-Organisation Eurotransplant gemeldet haben, so dass sie bevorzugt Spenderorgane erhielten. Andere lebensbedrohlich erkrankte Patienten hätten deswegen keine Spenderorgane bekommen. Sie seien deshalb möglicherweise gestorben. Dies habe der Arzt zumindest billigend in Kauf genommen.

Zudem bestehe der dringende Verdacht, dass der Mediziner einer Patientin trotz einer gefährlichen weiteren Vorerkrankung eine Spenderleber übertragen habe, obwohl dies medizinisch nicht erforderlich war. Die Patientin sei an den Folgen der Transplantation gestorben.

Der 45-Jährige ist der erste Arzt in einer Reihe von Organspendeskandalen, der strafrechtlich belangt wird. Neben Regensburg sollen Mediziner auch an den Unikliniken in München und Leipzig gegen Richtlinien bei der Vergabe von Organen verstoßen haben.

dpa

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