Erfolg im Kampf für den ORF-Empfang

Unverschlüsselt: ORF "weitere zehn Jahre"

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Rosenheim - Der Aufschrei bei den bayerischen Zuschauern im Grenzgebiet war groß, als der ORF ankündigte, sein Programm zu verschlüsseln. Jetzt soll alles dann doch ganz anders kommen:

Als "digitalen, eisernen Vorhang" bezeichneten die Gegner die Pläne der österreichischen Rundfunkanstalt, ab dem Jahr 2016 die frei empfangbaren Programme ORF 1 und ORF 2 nur noch verschlüsselt zu übertragen. Umso größer dürfte nun die Freude in den Reihen derer sein, die sich im vergangenen Jahr noch für den Erhalt der kostenlosen Übertragungen stark gemacht hatten. Wie die Entscheidung des ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, seine Programme auch weiterhin in grenznahen Regionen frei zu übertragen bei den Verfechtern ankommt:

Zustimmung der Regulierungsbehörde ist Formsache

"Die Rosenheimer CSU begrüßt das Umdenken des ORF-Generaldirektors Wrabetz zehn weitere Jahre unverschlüsselt in SD-Qualität zu senden. Die noch ausstehende Zustimmung der österreichischen Regulierungsbehörde sehen wir als Formsache an", erklärt Florian Ludwig, Stadtrat der Partei in Rosenheim. Zusammen mit seinen Parteikollegen hatte Ludwig im vergangenen Jahr noch für den Erhalt der unverschlüsselten Inhalte gekämpft.

"Entscheidend war aus unserer Sicht neben dem Druck auf bayerischer Seite, dass auch viele österreichischen Politiker in Grenznähe mittlerweile erkannt haben, dass ihre Gemeinden unter einem schlechteren Informationsfluss Richtung Bayern in touristischer Hinsicht leiden werden", so Ludwig weiter.

Weitere Programme von Ankündigung ausgeschlossen

Grund für den plötzlichen Sinneswandel im Nachbarland soll laut Medienberichten am Ende dann doch die Tatsache gewesen sein, dass im Zuge der geplanten Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 und der damit verbundenen Verschlüsselung, in ganz Österreich neue Geräte zum Empfang, sogenannte "Pay-TV-ready-Boxen" benötigt worden wären. Kritiker sahen hier eine versteckte "Lizenz zum Gelddrucken" für den Sendenetzbetreiber "ORS".

Ausgenommen von der Ankündigung des ORF-Generaldirektors sind aber auch weiterhin die sonstigen, österreichischen Sender. Florian Ludwig fühlt sich in seinem Bestreben bestätigt: "Selten zuvor bin ich von so vielen Rosenheimer so konkret angesprochen und aufgefordert worden, unbedingt weiter zu machen. Von daher fordere ich den ORF jetzt natürlich auf, es nicht bei einer 10-jährigen Zusage zu lassen und auch ORF3, ORFsport+, ATV, Puls4 und Servus TV weiterhin allen zur Verfügung zu stellen", so der Stadtrat im Gespräch mit rosenheim24.de

Keine neuen Geräte in Bayern nötig

Für die österreichischen Zuschauer bedeutet der Umstieg von DVB-T auf DVB-T2, dass sich manche Haushalte neue Empfangsgeräte zulegen müssen. Nicht alle terrestrischen Empfänger beherrschen das Komprimierungsverfahren "H.264" was einen Wechsel auf neuere Geräte nötig macht.  

Der CSU-Politiker und Aufsichtsrat der komro GmbH in Rosenheim geht jedoch weiter davon aus, dass sich für die Zuschauer im Grenzgebiet im Allgemeinen und in den Kabelnetzen der Tochtergesellschaft der Rosenheimer Stadtwerke im Speziellen wahrscheinlich keine großen Änderungen ergeben dürften. Auch in Zukunft sollen die beliebten Programme wie gewohnt in der Senderliste zu finden sein, ein neuer Receiver ist nicht nötig.    

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/dpa

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