Gemeinde bringt Anleinverordnung auf den Weg *Mit Voting* 

Obinger See: Labrador muss an die Leine, Dackel darf frei laufen? 

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Obing - Die Gemeinde diskutierte in ihrer jüngsten Ratssitzung über eine Anleinverordnung für den Rundgang um den Obinger See. Kontrovers dabei scheint: Große Hunde müssen dann an der Leine geführt werden, kleinere dürfen frei laufen. Gemeinde-Geschäftsleiter Ludwig Mörner erklärt die Hintergründe: 

Aufgrund mehrerer Anregungen und Beschwerden über freilaufende Hunde in der Bürgerversammlung hat sich die Gemeinde mit der möglichen Einführung einer sogenannten Anleinverordnung auseinandergesetzt. Einige Bürger hätten sich am Obinger See gerade vor großen Hunden gefürchtet oder belästigt gefühlt, wie Ludwig Mörner, Geschäftsstellenleiter der Gemeindeverwaltung, erklärt. Deshalb habe man das Thema nun im Gemeinderat fokussiert.

Die neue Verordnung soll aber nicht alle Hunderassen betreffen, denn es gab unterschiedliche Überlegungen im Rat, was man den Hundebesitzern in Obing in Zukunft vorschreiben wolle. Demnach könnte das Freilaufen lediglich für Hunde mit einer Schulterhöhe von mehr als 50 Zentimeter untersagt werden. In der Praxis könnte das dann so aussehen, dass der Dackel frei läuft während der Labrador an der Leine bleiben muss. 

Recht der Hunde auf Auslauf im Freien 

Mörner betont zu dem nicht ganz einfachen Sachverhalt: "Die Gesetzgebung schreibt in der Anleinverordnung grundsätzlich vor, dass die Pflicht für Hundehalter ihre Tiere an der Leine zu führen, von der Größe und auch der Rasse abhängig ist." 

Allerdings liege es Mörner zufolge in der Natur des Hundes, sich frei bewegen zu dürfen. Die bundesweit geltende Tierschutz-Hundeverordnung fordere deshalb auch zu Recht "ausreichenden Auslauf im Freien". 

Die Verordnung soll für den Rundgang und den Obinger See gelten. Das übrige Gemeindegebiet wäre laut Mörner von der Verordnung nicht betroffen, die Regelung könnte aber ausgeweitet werden. "Schwarze Schafe gibt es immer - das ist das gleiche wie mit der Mitnehmen des Hundekots. Ich denke, jede Gemeinde muss über diese Thematik über kurz oder lang irgendwann sprechen", sagt Mörner abschließend. 

Einstimmig sei der Beschluss, die Verordnung überhaupt einzuführen, nicht über die Bühne gegangen: Nach einer Diskussion im Rat mit Pro- und Contra-Argumenten habe man sich schließlich dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung beauftragt werden solle, einen entsprechenden Entwurf für eine Anleinverordnung auszuarbeiten. Dieser soll dem Rat noch im Sommer, in einer der nächsten Sitzungen, zum endgültigen Beschluss vorgelegt werden.

mb

Quelle: chiemgau24.de

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