Zahlen zu Asylbewerber

Halbjahresbilanz: So viel Asylsuchende wie noch nie

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München - In München kamen rund 40.600 Asylsuchende an - das entspricht rund 20 Prozent aller Asylsuchenden, die nach Deutschland kommen. Unterkünfte und Unterstützung sind weiter dringlich.

Mit rund 40.600 Personen kamen heuer bis Ende Juni mehr Asylsuchende denn je binnen eines Halbjahrs in München an; das sind rund 20 Prozent aller nach Deutschland kommenden Asylsuchenden. 

„Der Größenordnung nach hat also die Regierung von Oberbayern im hiesigen Ankunftszentrum binnen sechs Monaten die Bevölkerung einer ganzen Kleinstadt erst registriert, verpflegt, gesundheitlich gescreent und regelmäßig binnen höchstens eines Tages auf die je nach Herkunftsstaat zuständigen Aufnahmestellen in Bayern bzw. ganz Deutschland weiter geleitet“, bilanziert der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. „Die weiterhin extrem hohen Zugänge hier in München stellen alle bei Aufnahme und Betreuung beteiligten Behörden, Hilfsorganisationen und ehrenamtliche Helfergruppen weiter vor große Herausforderungen. Wir ziehen alle an einem Strang, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die bei uns ankommenden Asylbewerber human und schnell unterzubringen und zu versorgen, solidarisch zu erfüllen. Mein Dank gilt allen für ihre Unterstützung und das enorme Engagement bei der Unterbringung und Arbeit zugunsten derer, die bei uns Schutz suchen. Das sichert auch den sozialen Frieden. Wohl am dringendsten sind nun landauf landab weitere Anstrengungen, um kurzfristig Unterkunftsmöglichkeiten bereitzustellen und zugleich Wohnraum für hier Bleibeberechtigte zu schaffen“, appelliert Hillenbrand.

Zugang 1. Halbjahr 2015 in München 

Insgesamt sind seit Jahresbeginn rund 40.600 Personen im Ankunftszentrum der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber München angekommen; im ganzen Vorjahr waren es noch 32.000 Personen. Rund 1/5 aller nach Deutschland kommenden Flüchtlinge kommt wegen zweier sich in München treffender internationaler Fluchtrouten hier an. Allerdings bleibt nur etwa bis zur Hälfte davon länger in der Erstaufnahme in München; das sind diejenigen, für die die Außenstelle München des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig ist. Wir verzeichnen dabei eine kontinuierliche Steigerung des täglichen Zugangs; in den letzten Tagen kamen durchschnittlich 400 Personen im Ankunftszentrum in München an, in den letzten 24 Stunden sogar knapp 460. Die meisten Asylbewerber kamen im letzten Halb-jahr im Juni 2015 mit über 9000 Personen pro Monat.

Hauptherkunftsländer 

Hauptherkunftsländer der in der Aufnahmeeinrichtung München untergebrachten Personen: Rund 30 % Kosovo, 17 % Afghanistan, 13 % Eritrea, 7 % Albanien, 7 % Nigeria, 5 % Syrien, 4 % Somalia, 4 % Pakistan (Stand 30. Juni). 

Unterbringung in Oberbayern 

Die Gesamtzahl aller in Oberbayern untergebrachten Asylbewerber betrug zum 30.06.2015 rund 22.300 Personen (Aufnahmeeinrichtung München mit Dependancen, 32 Gemeinschaftsunterkünfte und dezentrale Unterbringung). Die Asylbewerber werden in den unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht. Die Regierung von Oberbayern ist für den Betrieb der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber München inklusive aller Dependancen sowie für die Unterbringung der Asylbewerber in mittlerweile 32 Gemeinschaftsunterkünften in Oberbayern verantwortlich. Rund 4070 Personen sind derzeit in der Aufnahmeeinrichtung München inklusive allen Dependancen und Not-Erstaufnahme-Einrichtungen in Oberbayern untergebracht. In den staatlichen Gemeinschaftsunterkünften leben aktuell rund 3100 Bewohner. Rund 2700 Personen waren es 2014. Daneben betreiben die oberbayerischen Landkreise und kreisfreien Städte circa 1000 sog. dezentrale Unterkünfte in eigener Verantwortung mit insgesamt rund 15.600 Bewohnern. Ende 2014 waren es noch rund 9300 Bewohner.

Prognose und Verteilung 

Offizielle Prognosen zu den Zugangszahlen von Asylbewerbern erstellt das BAMF; zuletzt ging es am 7. Mai für heuer von insgesamt 400.000 Erst- und 50.000 Folgeanträgen aus. Nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel werden 15,33 % der Asylbewerber Bayern zugeteilt. In Bayern wären das bis Ende 2015 insgesamt 70.000 Personen. Auf Oberbayern entfallen davon 33,9 %. Im Ergebnis sind das rund fünf Prozent aller in Deutschland ankommenden Asylbewerber.

Notfallplan 

Im Rahmen des Notfallplans waren zum 30. Juni insgesamt 430 Personen untergebracht in verschiedenen oberbayerischen Landkreisen. Bei sehr hohen Zugängen und weitgehend ausgeschöpften Kapazitäten in der Aufnahmeeinrichtung lassen sich innerhalb kürzester Zeit die vorab von den oberbayerischen Kreisverwaltungsbehörden gemeldeten Notfallunterkünfte vorübergehend bis zu maximal 6 Wochen belegen. Wenn der Notfallplan in Absprache mit dem Bayerischen Sozialministerium aktiviert ist, werden bei akutem Bedarf in München neu ankommende Asylbewerber zwar im Ankunftszentrum erst registriert und medizinisch untersucht (Erstscreening). Diejenigen, die nicht mehr in regulären Aufnahmeeinrichtungen aufgenommen werden können, werden dann zunächst in die Notunterkünfte gebracht. Das sind vor allem diejenigen Asylbewerber, deren Asylverfahren beim BAMF in München laufen wird; die anderen werden möglichst umgehend in die für sie zuständigen Aufnahmestellen in ganz Deutschland weiter geleitet.

Pressemeldung Regierung von Oberbayern

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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