Partei in Oberbayern oftmals hinter der AfD

Katastrophe für die SPD in unserer Region 

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Entsetzte Gesichter bei der SPD am Sonntagabend. 
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Landkreis - Die SPD erlebte am Sonntagabend nicht nur deutschlandweit, sondern besonders auch in unserer Region ein regelrechtes Desaster. 

Landkreis Rosenheim 

Der junge Kandidat Abuzar Erdogan erreichte 11.8 % der Erststimmen und schnitt damit leicht besser ab als seine Partei bei den Zweitstimmen im Kreis Rosenheim.

Bereits bei der Wahl 2013 erreichte der damals 19-jährige SPD-Kandidat Abuzar Erdogan mit 12,5% nur das schlechteste Erststimmen-Ergebnis aller SPD-Kandidaten. Nun reichte es nur noch für 11,8% - und damit Platz 3 hinter Andreas Winhart (AfD). Das ist der drittschwächste Wert aller 46 bayerischen SPD-Direktkandidaten.

Noch enttäuschender ist das Zweitstimmen-Ergebnis der Sozialdemokraten im Kreis Rosenheim: Hier landete die SPD mit 11,3% zwar ebenfalls auf Platz 3, jedoch deutlicher hinter der AfD (13,8%) und nur ganz knapp vor der FDP (10,9%). Auch die Grünen rückten nahe heran. 

Tatsächlich liegt die SPD in den meisten Landkreis-Gemeinden bei den Zweitstimmen sogar auf Platz 4 oder gar 5, insbesondere rund um den Chiemsee, wie in Breitbrunn oder Eggstätt. Hinter CSU, AfD, FDP und den Grünen! 

Lediglich die größeren Städte Rosenheim, Kolbermoor und Wasserburg konnten den SPD-Schaden ein wenig begrenzen. Auf dem Land ist die Partei jedoch praktisch tot.

"Dieses Ergebnis ist bitter", räumte SPD-Kandidat Abuzar Erdogan am Sonntagabend ein.  

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Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land

Dr. Bärbel Kofler wird über die Liste erneut in den Bundestag einziehen. Ihr Erststimmen-Ergebnis liegt über dem SPD-Durchschnitt in der Region.

Auch im Wahlkreis Traunstein sieht die Lage kaum besser aus. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler konnte hier jedoch immerhin 16,1% bei den Erststimmen holen und verlor damit lediglich 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 2013. Kofler hatte sich als Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtsfragen auch überregional einen Namen gemacht. 

Doch bei den Zweitstimmen liegt die SPD mit 11,9% auch in diesem Wahlkreis hinter der AfD (12%)! Auch hier zeigt sich, dass die Sozialdemokraten fast nur noch in den (Industrie)-Städten wie Trostberg, Freilassing oder Traunreut punkten kann, wobei es auch hier maximal für 16 Prozent gereicht hat. Auf dem Land ist die Partei nur einstellig. Den schwächsten Wert holten die Sozialdemokraten in Pittenhart mit mickrigen 6,7 Prozent! 

Dr. Bärbel Kofler wird zwar erneut über die SPD-Liste in den Bundestag ziehen, sie zeigte sich aber "natürlich enttäuscht" in einer ersten Reaktion gegenüber chiemgau24.de. 

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Landkreise Altötting und Mühldorf

Annette Heidrich trat zum zweiten Mal für die SPD an und verlor rund zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2013. 

Im Wahlkreis Altötting kandidierte erneut Annette Heidrich und sie unterbot ihr Erststimmen-Ergebnis von 2013 um rund zwei Prozent. Am Ende reichte es für die Sozialdemokratin aus Burgkirchen nur für 12,33% und damit Platz 3 hinter Oliver Multusch von der AfD (13,1%).

Schaut man sich die beiden Landkreise des gemeinsamen Wahlkreises genauer an, sieht man, dass die SPD besonders im Landkreis Mühldorf schwach abgeschnitten hat. Hier schaffte es die SPD bei den Zweitstimmen nur auf 11,3%. Im Landkreis Altötting waren es immerhin zwei Prozentpunkte mehr. 

Die besten Ergebnisse konnte die SPD noch in den Städten des "Chemiedreiecks" holen: Töging (18.2%) und Burghausen (16,9%) oder auch Waldkraiburg (15,1%).

In vielen kleineren Gemeinden, besonders im Landkreis Altötting, reichte es nicht mal für ein zweistelliges Ergebnis. Der Tiefpunkt wurde in Oberneukirchen erreicht: 2,9% bei den Zweitstimmen! Von den 549 Wählern stimmten hier nur 16 für die SPD. 

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Auch München keine "Hochburg" mehr 

Das schwache Ergebnis der SPD zieht sich durch ganz Oberbayern. Im Regierungsbezirk Oberbayern kam die SPD nur auf 14,7 Prozent (-4%). 

Kandidat Andreas Gräbner ist das Bayern-Schlusslicht der Partei mit 11,2 Prozent. 

Die schwächsten Ergebnisse gab es im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach. Hier reichte es bei den Zweitstimmen nur für 11%, der Direktkandidat Hannes Gräbner schaffte nur 11,3% - das schlechteste Ergebnis aller SPD-Kandidaten im Freistaat. 

Selbst in der einstigen "roten Hochburg" München sackte die SPD ab - und das hinter die Grünen! Die Sozialdemokraten holten in der Landeshauptstadt 16,2% der Wählerstimmen - ein Minus von 7,8 Prozentpunkten. Die Grünen hatten mit 17,2 Prozent die Nase vorne. 

Quelle: rosenheim24.de

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