Neuer ICE-Tunnel: München-Berlin in vier Stunden

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Der längste Tunnel der künftigen ICE-Strecke.

Bad Staffelstein - Auf der neuen ICE-Strecke sollen Bahnfahrer in vier Stunden von München nach Berlin fahren können. Der Tunnel wurde nun symbolisch durchbrochen.

Bahn-Chef Rüdiger Grube und Tunnelpatin Susanne Ramsauer, die Frau von Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU), haben am Montag bei Bad Staffelstein (Landkreis Lichtenfels) symbolischen den Tunnel Eierberge durchschlagen. Er ist mit 3756 Metern der längste und südlichste der acht Tunnel der künftigen ICE-Strecke Ebensfeld-Erfurt auf bayerischem Gebiet. Die Neubaustrecke ist laut Grube das derzeit größte Schieneninfrastrukturprojekt Deutschlands. Sie werde auch eine der schönsten Bahnstrecken des Landes, meinte er. Verkehrsminister Ramsauer hatte seine Teilnahme an dem Festakt kurzfristig abgesagt.

Die Fertigstellung der Neubauabschnitte Ebensfeld-Erfurt und Erfurt-Halle/Leipzig im Zuge des Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 ist für das Jahr 2017 geplant. “Dann rauschen die ICE-Züge mit bis zu 300 Kilometern in der Stunde durch diesen Tunnel und verbinden München und Berlin in weniger als vier Stunden“, sagte der Bahnchef. Derzeit sind es noch rund sechs Stunden. Im Wettbewerb der Bahn mit dem Auto und dem Flugzeug sei die Reisezeit ein wichtiger Faktor. Schon heute transportiere die Bahn pro Tag mehr Menschen als die Lufthansa in einem ganzen Jahr, betonte Grube.

Er erinnerte daran, dass knapp 90 Prozent des deutschen Schienennetzes von insgesamt 34 000 Kilometern noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Seit dem Zweiten Weltkrieg seien nur rund 1000 Kilometer Schiene neu gebaut worden. Um das prognostizierte Wachstums von 40 Prozent im Güterverkehr und 15 Prozent im Personenverkehr binnen zehn Jahren bewältigen zu können, habe die Bahn das größte Investitionsprogramm ihrer Geschichte aufgelegt.

So sollen in den nächsten fünf Jahren 34 Milliarden Euro in den Ausbau der Infrastruktur fließen. Neben neuen Trassen für die Hochgeschwindigkeitszüge müssten der Schnellverkehr vom langsameren Nah- und Güterverkehr getrennt und Engpässe in den Knotenbahnhöfen beseitigt werden. Weitere 10,8 Milliarden Euro würden in der gleichen Zeit in neue Züge investiert.

Der Tunnel Eierberge in Oberfranken kostet rund 140 Millionen Euro. Aus dem Bauwerk wurden knapp eine Million Kubikmeter Gestein und Erde ausgebrochen. Bei den Arbeiten wurden am nördlichen Tunnelausgang Hinweise auf Siedlungen aus der Jungsteinzeit sowie Gräber und Pfeilspitzen gefunden und archäologisch ausgewertet.

dpa

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