Grausame Bluttat in Bad Reichenhall

Bluttat: Opfer vernommen - Bald ein Phantombild?

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Bad Reichenhall - Nach der Bluttat in der Nacht auf Montag hat die Polizei nun erstmals mit der 17-jährigen Frau sprechen können, die den Überfall knapp überlebt hat. *mit Video und Fotos*

UPDATE: Samstag, 8.20 Uhr

Fünf Tage nach den brutalen Überfällen von Bad Reichenhall ist die Polizei wieder einen Schritt weiter gekommen. Sie hat zum ersten Mal mit der 17-jährigen Frau sprechen können, die den Überfall schwer verletzt überlebt hat. Das Opfer habe ein paar sehr wertvolle Hinweise geben können, sagte ein Polizeisprecher dem Sender Bayernwelle. Die 17-Jährige kann sich offenbar noch an den genauen Hergang der Tat erinnern. Möglicherweise kann mit ihrer Hilfe demnächst ein Phantombild des Täters erstellt werden.

Bisher hat die Polizei noch keinen Tatverdächtigen festnehmen können. Es seien zwar schon ein paar Personen "intensiver befragt" worden. Allerdings hat sich bei keiner dieser Personen ein Tatverdacht erhärtet. Auch die Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden.

Bei dem Überfall in der Nacht zum Montag war ein 73-jähriger Mann erschlagen worden. Die 17-Jährige war mit schweren Stichverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Beide Opfer wurden dabei beraubt.

Video zur Suchaktion:

Insgesamt 100 Einsatzkräfte waren am Freitag an der großangelegten Suchaktion in Berchtesgaden im Bereich der Saalach von der Luitpold- bis zur Kretabrücke und im Areal des ehemaligen Gaswerks an der B20 Richtung Berchtesgaden beteiligt. Neben einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, waren auch Kräfte der alpinen Einsatzgruppe für schwieriges Gelände, Personensuchhunde, eine Einsatzgruppe aus Traunstein, die Pferdestaffel aus Rosenheim und eine Tauchergruppe an der Suche beteiligt. Laut Auskunft von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier lag der Schwerpunkt darauf, die noch immer vermissten, persönlichen Gegenstände des getöteten 73- Jährigen und der verletzten 17-Jährigen ausfindig zu machen. Die Geldbörsen der beiden Opfer und die Handtasche der jungen Frau sollen, sofern sie gefunden werden, weitere Anhaltspunkte bei der Suche nach dem Täter liefern, so Thalmeier. Aufgrund von Informationen aus der Bevölkerung habe man den vermeintlichen Fluchtweg des Angreifers eingrenzen können, entlang dessen nun die weiteren Ermittlungen stattfinden, so der Pressesprecher.

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In der vergangenen Woche hätten die Einsatzkräfte bereits das Stadtgebiet nach den verschwundenen Gegenständen abgesucht, leider ohne Erfolg, so Jürgen Thalmeier. Insgesamt 160 Hinweise sollen bis jetzt zum Fall bei der zuständigen Kriminalpolizei eingegangen sein. "Diese Tatsache zeigt uns, wie stark das Interesse der Bevölkerung ist, dass hier eine Aufklärung stattfindet", so Thalmeier in Bad Reichenhall. Hinweise auf die vermissten Gegenstände oder gar die Tatwaffe habe die Polizei jedoch noch nicht erhalten. Erste Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung der Rechtmedizin in München und des Landeskriminalamtes hätten jedoch bestätigt, wovon die Polizei bereits vorab ausgegangen war. "Die Spuren an beiden Tatorten sind identisch", ergänzt Thalmeier und bestätigt, dass die gefundenen DNA-Spuren am Fahrrad des jungen Mädchens und an dem getöteten Rentner übereinstimmen. Die Obduktion des getöteten 73-Jährigen sei zudem bereits beendet und habe die Vermutungen der Ermittler zudem bestätigt. Die massiven Verletzungen am Kopf des Rentners zeugten von einen "brachialen Vorgehen" und seien zumindest zu seiner Zeit "noch nie da gewesen", so Thalmeier weiter.

Suche in der Saalach und Profiling

Obwohl man den Weg des Täters durch die zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung recht gut eingrenzen könne, müsse man trotzdem ein breiteres Spektrum abdecken, so der Pressesprecher. Aus diesem Grund setzte man im Bereich der Saalach Taucher im Wasser und die Reiterstaffel aus Rosenheim im Uferbereich ein. Spezialisten von der Operativen Fallanalyse aus München hätten zudem ihre Arbeit aufgenommen, um im sogenannten "Profiling" weitere Ansatzpunkte für die Ermittler zu liefern. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch ein Mann vernommen, der in der Tatnacht öffentlich eine Bluttat angekündigt hatte. Die Befragungen führten jedoch zu keinem konkreten Tatverdacht, aktuelle könne man keinen Beschuldigten vorweisen und keine Festnahme bestätigen. Eine mögliche, konkrete Verbindung zu den Taten in Inzell und Kufstein konnte zudem noch nicht hergestellt werden, so Jürgen Thalmeier.

Bilder von der Suchaktion am Freitag

Suchaktion in Bad Reichenhall

Bilder von der Suchaktion in Bad Reichenhall

Impressionen von der Suchaktion in Bad Reichenhall

Ein besonderes Augenmerk legen die Ermittler nun auf denKontakt zur verletzten 17-Jährigen. Nachdem sich der Zustand der jungen Frau mittlerweile wieder gebessert haben soll, haben bereits erste Befragungen im Krankenhaus stattgefunden, so Thalmeier. "Wir nehmen dabei selbstverständlich Rücksicht auf den Zustand des Mädchens." Nach der Auswertung der Informationen will sich die Polizei unverzüglich mit einer genaueren Täterbeschreibung und einem Phantombild an die Öffentlichkeit wenden.

Die Polizei bittet weiter um die Mithilfe der Bevölkerung. Wer hat in der Nacht auf Montag, zwischen 02.00 Uhr und 04.00 Uhr, in der Poststraße und Berchtesgadener Straße in Bad Reichenhall Beobachtungen gemacht, die mit der Tat zusammenhängen könnten? Hinweise werden von der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein unter der Telefonnummer 0861/9873-411 entgegen genommen.

sl/redbgl24/Bayernwelle Südost

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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