Energiewende

Neue Stromtrasse geht quer durch Oberpfalz und Franken

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Bayreuth  - Der für Nord- und Ostbayern zuständige Stromnetzbetreiber TenneT plant, die dortige zentrale Stromleitung komplett zu erneuern - quer durch Franken und Oberbayern.

Der für Nord- und Ostbayern zuständige Stromnetzbetreiber Tennet plant, die dortige zentrale Stromleitung komplett zu erneuern. Vom Landkreis Lichtenfels in Oberfranken bis nach Schwandorf in der Oberpfalz soll nach Unternehmensangaben eine neue, 185 Kilometer lange Trasse neben der alten entstehen. Nach Abschluss des Projekts sollen die derzeit bestehenden Strommasten und Leitungen des sogenannten Ostbayernrings entfernt werden.

Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht begründete den Netzausbau am Donnerstag in Bayreuth mit der Energiewende: „In Nordostbayern gibt seit etwa zehn Jahren keine Großkraftwerke mehr, bald sollen zudem die nahe gelegenen Kernkraftwerke Grafenrheinfeld und Isar abgeschaltet werden - der Strom muss dann aus größeren Entfernungen antransportiert werden.“ Dafür seien die in den 1970er-Jahren verlegten Leitungen nicht ausgelegt. Zugleich nehme die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien immer mehr zu. Die neue Trasse werde etwa das 2,5-Fache an Strom transportieren können wie die jetzige.

Der Ostbayernring erfülle zugleich eine wichtige Transitfunktion, weil darüber Strom von Nordost- und Mitteldeutschland nach Niederbayern transportiert werde. Der Neubau werde die Netz- und Ausfallsicherheit erhöhen.

Die 380-kV-Hochspannungsleitungen sollen im Schnitt fünf Meter höher als derzeit aufgehängt werden. Dazu seien höhere Masten notwendig. Sie sind laut Sprecher in einem Radius von 60 Metern um die bestehenden geplant. Es werde aber auch größere Abweichungen geben: „Die Wohnbebauung ist in den vergangenen 40 Jahren an einigen Ecken nahe an den Ostbayernring herangerückt“, erläuterte Lieberknecht. Für solche Konfliktstellen will der Stromnetzbetreiber Lösungen auch über den 60 Meter-Radius hinaus anbieten. Grundsätzlich wolle man aber möglichst nahe am bisherigen Verlauf bleiben.

Die Bürger sollen im September auf „Informationsmärkten“ über die Planungen informiert werden. „Es wird sicherlich großen Diskussionsbedarf geben“, sagte Lieberknecht. Möglicherweise hätten sich viele Leute, die seit 40 Jahren an der Stromtrasse wohnten, aber auch daran gewöhnt.

Mit dem Bau des neuen Ostbayernrings will Tennet nach Abschluss der Raumordnungsverfahren 2018 beginnen. Die Arbeiten sollen gut zwei Jahre dauern. Anschließend seien weitere ein bis zwei Jahre notwendig, um die alten Leitungen und Masten zu entfernen, sagte Lieberknecht.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser