Neonazis verteilten Flyer in der Innenstadt

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Mit Lautsprecheranlage: Die durchnässten Neonazis des "Freien Netz Süd" auf dem Bahnhofsvorplatz
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Rosenheim - Offenbar verteilten Rechtextremisten noch vor der Demo am Bahnhofsvorplatz Flugblätter in der Stadt. Unter ihnen war auch ein verurteilter Rechtsterrorist.

Wie bereits am Samstag auf rosenheim24 berichtet, demonstrierten am Bahnhof und am Salzstadel rund 300 Gegendemonstranten gegen etwa 25 Neonazis des "Freien Netz Süd". Da den Aktivisten der brauen Kameradschaften eine Demo am Max-Josef-Platz baubedingt verwehrt wurde und der Salzstadel ("die zweite gute Stube der Stadt", so Angelika Graf) von einer demokratischen Gegenkundgebung besetzt wurde, blieb ihnen nur der Bahnhofsvorplatz.

Laut Angaben von Michael Kurz, Sprecher der "infogruppe rosenheim", hat eine Gruppe von Neonazis jedoch noch vor der Demo am Bahnhofsvorplatz Flugblätter in der Innenstadt verteilt, unter anderem vor dem Karstadt. Dies wurde unserer Redaktion auch von einer anderen Quelle bestätigt.

Unter den durchnässten Rechtsextremisten, die wie die Gegendemonstranten zeitweise im strömenden Regen vor dem Bahnhof standen, waren auch bekannte und vorbestrafte Aktivisten der Szene. Dies berichtet das bayerische Informationsportal "Endstation Rechts".

Demnach stammten die identifizierten Neonazis aus Südostbayern (unter anderem aus Mühldorf), München und Schwaben. Unter ihnen seien auch Karl Heinz Statzberger und Roland Wuttke gewesen, der zudem das Fahrzeug mit angebrachter Lautsprecheranlage stellte.

Fotos von den Demos und Kundgebungen:

Am Bahnhof:

Tumulte und lautstarke Gegendemo am Bahnhof

Salzstadel:

Friedliche Kundgebung der Demokraten am Salzstadel

Wuttke war Vorsitzender des NPD-Bezirksverbands Oberbayern und von 2006 bis 2008 auch stellvertretender Vorsitzender des NPD-Landesverbands Bayern . Auch an der Gründung der "Bürgerinitiative Ausländerstopp" München war er maßgeblich beteiligt.

Karl Heinz Statzberger wurde 2003 im Zuge des geplanten Sprengstoffattentats auf das neue Jüdische Zentrum in München festgenommen. Der damalige bayerische Innenminister Günter Beckstein sprach nach der Aufdeckung der Gruppe um Martin Wiese von „Strukturen einer braunen Armee Fraktion“. Statzberger wurde laut dem aida-Archiv im Mai 2005 wegen Mitgliedschaft in der rechtsterroristischen Vereinigung "Schutzgruppe" zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

"Bewiesen wie demokratisch und bunt Rosenheim ist"

Ein positives Fazit zog "Gesicht zeigen - Rosenheimer Bündnis gegen Rechts" in einer Mitteilung auf der Facebook-Seite des Vereins. Dort war am Samstag zu lesen: "Wir danken allen, die heute gemeinsam mit uns gegen Faschisten Gesicht gezeigt haben! Wir haben bewiesen, dass Rosenheim demokratisch und bunt ist! Wir sind unserer demokratischen und historischen Pflicht nachgekommen!

Quelle: rosenheim24.de

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