Nationalpark Berchtesgaden und Landratsamt bleiben hart

Nach Wingsuit-Sprung vom Watzmann: Traunreuter muss blechen

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Der gebürtige Traunreuter Niklas Winter sprang Ende September 2019 von der Watzmann Ostwand

Berchtesgaden - Als "Fledermausmann" ist Extremsportler Niklas Winter mit seinem Wingsuit vom Watzmann gesprungen - sehr zum Missfallen der Nationalparkverwaltung und des Landratsamtes. Weil sich der 31-Jährige stur zeigt, muss er nun blechen.

Für seinen aufsehenerregenden Wingsuit-Sprung vom Watzmann muss Extremsportler Niklas Winter nun Strafe zahlen. "Der Bescheid ist jetzt erstellt worden", bestätigte der Sprecher des Landratsamts Berchtesgadener Land, Andreas Bratzdrum, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die genaue Höhe des Bußgeldes teilte die Behörde wegen des Datenschutzes nicht mit, doch der Strafrahmen von bis zu 2.500 Euro wurde nicht ausgeschöpft.


Nationalpark Berchtesgaden: Keine Beeinträchtigung der Umwelt

Man habe zugunsten des 31-Jährigen berücksichtigt, dass dieser die Verordnungslage nicht gekannt habe und keine Beeinträchtigung der Umwelt festzustellen gewesen sei, erläuterte Bratzdrum. 

"Aber natürlich geht am Bußgeld trotzdem kein Weg vorbei, weil er die Sprünge veröffentlicht hat und dadurch die Gefahr besteht, dass Nachahmer auftreten."


Der 31-Jährige kündigte bereits auf seiner Homepage an: "Ich verstehe und akzeptiere, dass ich dafür belangt werde und werde mit den Konsequenzen leben können". Er hätte die Strafe noch weiter reduzieren können, hätte er das spektakuläre Video von seinem Sprung gelöscht. Die Aufnahmen löschte der studierte Elektrotechniker, der derzeit als Baumpfleger arbeitet und im Zweitstudium Philosophie studiert, trotz Aufforderung des Landratsamtes aber nicht.

Spendenaufruf für Umweltinitiative

Der gebürtige Traunreuter hat des Weiteren einen Spendenaufruf gestartet und dazu eine Crowdfunding-Seite eingerichtet. "Diejenigen, die mir angeboten hatten zu spenden, falls es zu einer Strafe kommt,können mir einen größeren Gefallen tun, wenn sie für eine Umweltinitiative spenden.

Der Münchner war mit seinem Flügelanzug, der Tragflächen aus Stoff zwischen den Armen und Beinen hat, von der Mittelspitze des Watzmanns gesprungen und über die Ostwand des Berges hinweggeflogen, bevor er am Ufer des Königssees landete. 

"Das war mein höchster und längster Wingsuit-Jump auf deutschem Boden", sagte der 31-Jährige.

In diesem Gebiet verbieten Nationalpark-Verordnungen allerdings sowohl Starts als auch Landungen von Luftsportgeräten, wozu auch Wingsuits zählen. Das Video von dem Sprung veröffentlichte der Sportler im Internet, wodurch es letztlich auch in den Medien viel Beachtung fand.

Niklas Winter: " Es ist verboten, weil es verboten ist"

Seine Position das Video nicht zu löschen, begründet Niklas Winter damit, dass die Behörde ihm nicht habe erläutern können, inwiefern sein Sprung die Umwelt geschädigt habe. "Es blieb mehr oder weniger bei der Argumentation: Es ist verboten, weil es verboten ist."

Videos von anderen Sprüngen hingegen hat Winter inzwischen gelöscht. Hintergrund ist die Ankündigung des Landratsamtes, sich die Sportart auch mit Blick auf das Luftrecht anzuschauen. 

Das nun verhängte Bußgeld im dreistelligen Bereich geht aber allein darauf zurück, dass der Sportler die Regelungen im Nationalpark Berchtesgaden missachtet hat. Winter hat nach eigenen Angaben in den vergangenen sechs Jahren rund 600 Wingsuitsprünge absolviert.

mz/dpa

Quelle: BGland24.de

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