Nachfrage nach Haustieren während der Pandemie groß

Katzenbaby gegen Corona-Einsamkeit landet im Rosenheimer Tierheim - illegale Welpen auch in der Region

illegaler Welpenhandel
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Am 27. Dezember hat die Bundespolizei bei Grenzkontrollen in Freilassing und Piding insgesamt 17 Hundewelpen sichergestellt. Die Polizeibeamten zeigten die Fahrer wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an.

In der Corona-Pandemie wünschen sich mehr Menschen ein Haustier. Das Interesse an Hunden und Katzen ist groß. Auch in den Tierheimen in der Region ist die Nachfrage stark gestiegen. Zudem boomt der illegale Welpenhandel.

Landkreis - In der Corona-Pandemie sind viele auf das Haustier gekommen. „Die Nachfrage ist extrem“, wie der Vorsitzende des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), Herbert Klemann sagt. Auch in der Region ist die Nachfrage gestiegen. Und damit auch der illegale Welpenhandel. Erst Ende Dezember wurden 17 Hundewelpen bei Grenzkontrollen in Piding und Freilassing sichergestellt. „Die Tendenz zum illegalen Import von Hundewelpen aus Rumänien ist leider steigend“, so die Polizei in einer Mitteilung. Die Burghauser Schleierfahnder befreiten am 19. Januar an der A94 AS Töging zwei Maltipoo-Welpen aus ihrer misslichen Lage in einer kleinen Box im Kofferraum eines rumänischen Mercedes Sprinter. Die kleinen Hunde waren in einem schlechten Allgemeinzustand, litten unter blutigem Brechdurchfall. Einer der Welpen verstarb leider wenig später.


Katzenbaby gegen die Einsamkeit als Geschenk

Klaus Estner vom Tierheim Ostermünchen erzählt auf Nachfrage von rosenheim24.de, dass auch bei ihnen die Nachfrage nach Tieren während der Coronazeit sehr hoch sei, höher als noch vor der Pandemie. „Wir schauen aber genau hin, führen Platzkontrollen und auch Nachkontrollen durch, weswegen wir bis dato noch keine negativen Erfahrungen gemacht haben.“


Auch Andrea Thomas vom Tierschutzverein Rosenheim berichtet Ähnliches: „Wir haben gemerkt, dass es 2020 weniger Abgaben und Fundtiere gab und dass wir sehr gut vermittelt haben.“ Außerdem erzählt Thomas im Gespräch mit rosenheim24.de von einem Fall, bei dem ein älterer Mann mit einem Katzenbaby vor der Türe des Rosenheimer Tierheims stand. „Er hat die kleine Katze von seinem Sohn geschenkt bekommen, damit er während der Coronazeit nicht so einsam ist.“ Die Tierheimmitarbeiter betrachten die ganze Situation mit Sorge. „Wir sind gespannt was passiert, wenn man wieder ein normales Leben führen kann und die Menschen nicht mehr so viel Zeit für ein Tier haben“, so die Vorsitzende. „Wir befürchten das Schlimmste.“ Welpen aus Sicherstellungen werden derzeit keine beim Rosenheimer Tierheim abgegeben, was aber den Grund habe, dass derzeit das neue Tierheim gebaut wird und es aktuell keine Quarantänestation gibt.

„Merkbar, dass der illegale Welpenhandel zunimmt“

Ein Sprecher der Grenzpolizei Burghausen bestätigt einige Vorfälle illegalen Welpenhandels: „Wir haben auch die Feststellung, dass Welpen eingeschleust wurden. In erster Linie tätigt solche Aufgriffe jedoch die Bundespolizei.“ Es sei jedoch schon merkbar, dass der illegale Welpenhandel zunehme, was aber auch schon vor der Pandemie aufgefallen sei.

Bundesweit spricht der VDH von rund 20 Prozent mehr Hunden, die 2020 im Vergleich zu Nicht-Corona-Jahren gekauft wurden. „Das ist ein dramatisches Wachstum, ein großer Schritt innerhalb kürzester Zeit“, sagtVDH-Sprecher Udo Kopernik. In den letzten 15 Jahren habe die Zahl der Hunde in Deutschland geschätzt von 6,5 auf 10 Millionen zugelegt. Auch Städte registrieren mehr Anmeldungen zur Hundesteuer.

jb

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