Nach Wohnhausbrand in Schign:

Wohnhausbrand: Alis Familie steht vor dem Nichts

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Der sechsjährige Ali vor den Trümmern seines Zuhauses

Saaldorf-Surheim - Am Vormittag nach dem verheerenden Brand in Schign ist nur noch eine Ruine von dem einst schmucken Haus übriggeblieben. Die Bewohner stehen vor dem Nichts.

Die ganze Nacht über hatten die Löscharbeiten angedauert. Um an die Brandherde heran zu kommen, musste das Gebäude mit Hilfe eines Baggers teilweise eingerissen werde. Großes Leid brachte das Brandunglück auch über die Bewohner des Hauses.

Nähert man sich dem Unglücksort am Vormittag nach dem Brand, entsteht der Eindruck, als ob letzte Schneereste die Ruine und das umliegende Gelände bedecken. In Wirklichkeit handelt es sich um Löschschaum, mit dem der Brandplatz abgedeckt worden war. Michael Wallner und seine Mannen von der Saaldorfer Feuerwehr sind noch vor Ort, um Brandwache zu halten. Kein Wunder, dass sie erschöpft aussehen, waren sie doch die ganze Nacht im Löscheinsatz.

Hat es bei der Alarmierung gestern Nachmittag nach einem Dachstuhlbrand ausgesehen, so stellte sich nach und nach heraus, dass dem Feuer im verwinkelt gebauten Haus nur schwer beizukommen war. Hinzu kam, dass sich die Löschmannschaften wegen der starken Rauchentwicklung nur mit schwerem Atemschutz dem Brandherd nähern konnten. „Um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, mussten das Dach und Teile des Gebäudes mit Hilfe eines Baggers eingerissen werden“, erklärt Michael Wallner.

Zugange sind an diesem Vormittag auch Ermittler der Kripo Traunstein, um die Brandursache zu erkunden. „Nach allem, was wir bisher herausfinden konnten, handelt es sich um keine vorsätzliche Brandstiftung“, gibt Kriminal-Hauptkommissar Fred Haas Auskunft. Man könne von fahrlässiger Brandstiftung oder einem technischen ausgehen, fügt er hinzu. Sollte es den Traunsteiner Beamten nicht möglich sein, die genaue Brandursache festzustellen, so würden Spezialisten vom LKA hinzugezogen. „Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, weil an das Haus immer wieder angebaut worden ist“, erklärt Fred Haas. Außerdem sei beim Betreten der baufälligen Ruine äußerste Vorsicht geboten.

Auf der Straße oberhalb der Brandruine steht verloren eine junge Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm. Auf Befragen stellt sich heraus, dass sie eine Bewohnerin des Hauses war. „Ich war mit meinen Kindern spazieren, als das Feuer ausbrach. Als wir zurückkamen, konnten wir das Haus schon nicht mehr betreten“, erzählt Sarah D. Sechs Monate und sechs Jahre sind ihre beiden Kinder alt. „Außer unserer Kleidung haben wir nicht mehr“, sagt sie traurig. Gestern hat sie ihr Vater mit in seine Wohnung nach Traunstein genommen. Zwischenzeitlich haben sie in der Pension Schreyer eine vorläufige Bleibe.

Noch tragischer war das Unglück für ihre Schwester Sabrin, die ebenfalls eine Wohnung in dem Haus hatte. „Sie steht ganz kurz vor der Geburt ihres Kindes“, sagt Sarah D. Ihre Schwester war bei Ausbruch des Feuers noch im Haus, konnte aber fliehen. Sie blieb unverletzt, wurde aber sofort zur Beobachtung ins Krankenhaus Reichenhall gebracht.

„Es ist ein Anliegen der Gemeinde, den in Not geratenen Menschen unbürokratisch und so schnell wie möglich zu helfen“, erklärte Saaldorf-Surheims Bürgermeister Ludwig Nutz. Persönlich hatte er sich noch in der Brandnacht um eine provisorische Unterkunft beim Schigner Wirt gekümmert.

Derzeit versucht die Gemeinde fieberhaft, Wohnungen für die in Not geratenen Familien zu finden. Auch aus dem Sozialfond der Gemeinde sollen die Geschädigten Unterstützung erhalten.

Norbert Höhn

Das Haus in Schign am Tag nach dem Feuer:

Brand in Schign: Haus ist Ruine

Der Polizeibericht zum Brand:

Am Mittwochnachmittag, 26.02.2014, ist es zu einem Großbrand an einem Wohnhaus gekommen. Eine hochschwangere Frau musste sicherheitshalber in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ein Feuerwehrmann erlitt eine leichte Verletzung im Gesicht.

Gegen 15.30 Uhr wurde der Brand gemeldet und ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte zur Brandbekämpfung an. Die Löscharbeiten an dem freistehenden, lichterloh brennenden Mehrparteienhaus dauerten bis in den Abend an. Die Einsatzkräfte mussten sogar mit einem Bagger Teile des Hauses zum Einsturz bringen, da sich die Flammen auf andere Anwesend waren zur Brandzeit der Eigentümer und ein hochschwangere Frau mit ihrem 2-jährigen Kind. Die schwangere Frau wurde mit Schock sicherheitshalber in ein Krankenhaus eingeliefert.

Bei der Brandbekämpfung erlitt ein Feuerwehrmann eine Gesichtsverletzung und wurde ambulant behandelt.

Die Kriminalpolizeiinspektion Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Schaden an dem Haus kann derzeit noch nicht beziffert werden, dürfte aber sicher mehrere hunderttausend Euro betragen

Die Ermittlungen der Kripo an dem schwer beschädigten Wohnhaus haben derzeit noch kein eindeutiges Ergebnis zur Brandursache ergeben. Derzeit liegen jedoch keine Hinweise vor, die auf eine vorsätzliche Brandstiftung hindeuten würden.

Pressemitteilung des Polizeipräsidums Oberbayern Süd

Quelle: BGland24.de

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