Elf Überfälle von "Glatzen-Gangster" in München und fünf Landkreisen

Am Ende wird Familienvater Manuel H. ein winziges Detail zum Verhängnis

+
  • schließen

Freising/Fürstenfeldbruck/Erding - Er soll insgesamt elf Banken überfallen haben, ehe die Polizei am Dienstagnachmittag in München dem sogenannten "Glatzen-Gangster" endlich das Handwerk legen konnte. Jetzt sitzt der Mann in Untersuchungshaft:

UPDATE, 21.15 Uhr - Manuel H. wollte noch weitere Überfälle begehen

Jetzt sind weitere Details zu dem Fall ans Licht gekommen: Wie der Münchner Merkur berichtet, hatte Manuel H., auch genannt der "Glatzen-Gangster", nach den elf Überfällen offenbar noch lange nicht genug, sondern soll 14 weitere Coups geplant haben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei neben 14.000 Euro Bargeld - die Beute aus dem letzten Überfall - eine entsprechende Liste, auf der insgesamt 25 Banken markiert gewesen sein sollen, darunter auch die elf bisherigen Tatorte.

Zudem mussten die Ermittler bei einer Pressekonferenz einräumen: "Er hat eigentlich keine Fehler gemacht". Das änderte sich erst bei der vorletzten Tat im November 2018. Bei dem Überfall in Uttenhofen (Lkr. Pfaffenhofen an der Ilm) hatte der "Glatzen-Gangster" in einem unachtsamen Moment seine (Softair-)Waffe fallen lassen. Dabei splitterte offenbar ein kleines Stückchen ab. Die Spurensicherung fand dieses Teil - und entdeckte darauf DNA-Spuren. Parallel wurden insgesamt 17.000 Halter eines VW Passat und von weißen BMW überprüft. Am Ende blieben sechs laut Merkur sechs Verdächtige, so dass H. letztlich ermittelt werden konnte. Am Dienstagnachmittag stürmte dann ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei seine Wohnung. Frau und Kinder von H. waren zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend.

Die Erstmeldung:

Der 39-Jährige gilt laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord als dringend tatverdächtig, in München sowie in den Landkreisen Freising, Dachau, Fürstenfeldbruck, Erding und Landshut zwischen Mai 2016 und Dezember 2018 insgesamt elf Filialen verschiedener Geldinstitute überfallen zu haben. Dabei machte er Beute in Höhe von rund 200.000 Euro.

Die Bankraubserie im Überblick:

  • 18.05.2016, 14.50 Uhr: Raubüberfall in 80997 München
  • 09.06.2016, 11.22 Uhr: Raubüberfall in 85777 Fahrenzhausen, Lkr. Freising
  • 07.09.2016, 10.50 Uhr: Raubüberfall in 85259 Wiedenzhausen, Lkr. Dachau
  • 06.04.2017, 11.55 Uhr: Raubüberfall in 82285 Hattenhofen, Lkr. Fürstenfeldbruck
  • 09.06.2017, 12.01 Uhr: Raubüberfall in 85414 Kirchdorf, Lkr. Freising
  • 09.06.2017, 12.25 Uhr: Raubüberfall in 85402 Kranzberg, Lkr. Freising
  • 03.11.2017, 14.48 Uhr: Raubüberfall in 84104 Tegernbach, Lkr. Pfaffenhofen
  • 08.12.2017, 11.50 Uhr: Raubüberfall in 85659 Forstern, Lkr. Erding
  • 20.07.2018, 11.15 Uhr: Raubüberfall in 85235 Pfaffenhofen a. d. Glonn, Lkr. Dachau
  • 08.11.2018, 10.40 Uhr: Raubüberfall in 85276 Pfaffenhofen/Ilm (OT Uttenhofen)
  • 19.12.2018, 14.36 Uhr: Raubüberfall in 84101 Obersüßbach, Lkr. Landshut

Der Täter war dabei stets nach dem gleichen Muster vorgegangen: Er stürmte, bewaffnet mit einer Faustfeuerwaffe, die jeweilige Bankfiliale und nutzte anschließend zur Flucht einen schwarzen VW Passat Variant oder einen weißen BMW Touring. Dazu verwendete der 39-Jährige ein entwendetes Kfz-Kennzeichen.

Polizeieinsatz führt zu Festnahme

Seit dem ersten Überfall hatte die Polizei umfangreiche Ermittlungen geführt. Der Kriminalpolizei Erding ist dabei nun der Durchbruch gelungen. Deswegen gab es am Dienstagnachmittag einen Polizeieinsatz im Westen Münchens, wobei der Mann festgenommen und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden konnte. Laut unserem Partnerportal tz.de handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen Familienvater.

Der zuständige Richter hat inzwischen die Untersuchungshaft gegen den Tatverdächtigen angeordnet. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord weiter mitteilte, machte der Beschuldigte in einer ersten Vernehmung von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Nach den ersten Überfällen war mit einem Phantombild nach dem Mann gesucht worden, der anschließend von den Medien als "Glatzen-Gangster" getauft wurde. Sogar in der bekannten ZDF-Serie "Aktenzeichen XY" war einst über den Fall berichtet worden.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT