Bürgerinitiative trifft auf Minister

PFOA-Problem im Landkreis: Gespräch ist "kein Untersuchungsausschuss"

+
Sie siebenköpfige Delegation der BINT vor dem Maximilianeum in München
  • schließen

München/Landkreis Altötting – Die Aufarbeitung von Fehlern in der Vergangenheit und kluge Entscheidungen in Sachen PFOA in der Region als Ziel: So hat sich eine siebenköpfige Delegation der Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser (BINT) am Mittwoch mit den Staatsministern Melanie Huml und Dr. Marcel Huber getroffen.

Wenn da etwas schief gelaufen ist, müssen wir es aufarbeiten“, hat sich Frank Bremauer, einer von drei Sprechern der BINT, in seinem Protokoll unter anderem zu den Aussagen von Staatsminister Dr. Marcel Huber (CSU) notiert. Weiter: „Ich bin bereit für Vergangenheitsbewältigung aber nicht an diesem Tisch.“ Das Gespräch mit der BINT-Delegation sei kein Untersuchungsausschuss, soll der Staatsminister gesagt haben. Zuständigkeiten von Fach- und Vollzugbehörden seien zu klären und diese zukünftig zu verbessern.

„Wir wurden ernst genommen“

Unser Anliegen ist angekommen“, sagt Frank Bremauer. „Wir wurden ernst genommen“, berichtet er über seine Eindrücke vom Gespräch mit den Staatsministern Huml und Huber im Maximilianeum in München zum Thema PFOA. „Sie haben sich Zeit genommen.“ Rund eineinhalb Stunden dauerte der Termin.

Von Freunde könne bei dem ernsten Thema PFOA in der Region eher keine Rede sein. Es sei eher ein Gefühl, respektiert worden zu sein. Im Gespräch mit innsalzach24.de stellt Bremauer fest: Die Minister Huber und Huml (beide CSU) haben Wort gehalten, das Gespräch hat stattgefunden, und wie:Aus den Fachbereichen Gesundheit und Umwelt waren laut Bremauer gleich mehrere Experten vor Ort im Maximilianeum. Es sei eine freundliche und aufgeschlossene und konstruktive Atmosphäre gewesen.

„Ich möchte nicht, dass der Bürger dafür aufkommen muss“

Umweltminister Dr. Marcel Huber habe zunächst noch einmal seinen 5-Punkte-Plan vorgestellt. Dabei geht es viel um das „Wer zahlt?“. „Ich möchte nicht, dass der Bürger dafür aufkommen muss“, soll Huber gesagt haben.

Vorfinanzierung entsprechender Maßnahmen wie der temporären Aktivkohlefilteranlage in Kastl, Infohotlines, Hilfe in Rechtsfragen für die Kommunen durch ein Expertenteam, eine Langzeitstudie: Huber hat viel vor. Das werde seitens der BINT begrüßt, so Bremauer. Demnächst sollen auch die Ergebnisse einer von den Verursachern im Chemiepark Gendorf angestrengten Bodenstudie veröffentlicht werden. Diese waren bisher offenbar unter Verschluss gehalten worden.

Fragen zu insgesamt sieben Themen

Mit Bekanntwerden des PFOA-Problems in der Region waren in der Bevölkerung neben den ersten praktischen Fragen wie etwa, ob man noch Duschen oder sein Gemüse aus dem eigenen Garten noch essen kann, auch welche nach den Hintergründen auf. „Haben die Behörden bei der Informationspolitik versagt?“

Dr. Holger Lundt von der BINT hatte solche Fragen zu insgesamt sieben Themen zusammengefasst und sie an den Umweltminister geschickt. Im Rahmen der Gesprächsrunde am Mittwoch in München konnte nur eine davon abgearbeitet werden: leider offenbar nicht deutlich genug. Es geht um die Frage warum die Vorgabe der Trinkwasserkommission aus 2006 gemäß TrinkwV §6(3) – das sogenannte Minimierungsgebot nicht beachtet wurde. Frank Bremauer berichtet, dass die Antwort eher nicht ganz nachvollziehbar ausgefallen sei.

Weitere Informationen folgen/rw

Zurück zur Übersicht: München

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser