Auch mit Biontech und Moderna laufen Gespräche

Wacker Chemie will im Frühjahr Curevac-Impfstoff produzieren

Das Logo des Biotech-Unternehmen Curevac mit dem Slogan "the RNA people" steht an der Unternehmenszentrale.
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Das Logo des Biotech-Unternehmen Curevac mit dem Slogan «the RNA people» steht an der Unternehmenszentrale.

Der Chemiekonzern Wacker will noch in diesem Frühjahr mit der Auftragsproduktion des Corona-Impfstoffs für das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac beginnen.

Tübingen/München - Der Münchner Chemiekonzern Wacker will noch in diesem Frühjahr mit der Auftragsproduktion des Corona-Impfstoffs für das Biotech-Unternehmen Curevac beginnen. Die Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA werde bis Anfang Mai erwartet, sagte der designierte Vorstandschef Christian Hartel am Dienstag in München. Bis Juli soll die Produktion dann auf die volle Kapazität von 100 Millionen Impfdosen pro Jahr erhöht werden.+

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Das Münchner MDax-Unternehmen stellt den Impfstoff in Amsterdam her. Möglich wäre nach Hartels Worten auch eine Verdoppelung der Produktion auf 200 Millionen Dosen pro Jahr. Maximale Kapazität in drei bis vier Jahren mit zusätzlicher Produktion im sächsischen Werk in Nünchritz wären knapp 400 Millionen Dosen. „Wir haben auch mit Biontech und Moderna laufende Gespräche, da ist im Moment aber noch nichts zu berichten“, sagte Hartel.

Die EMA hatte das schnelle Prüfverfahren für den Curevac-Impfstoff im Februar gestartet. Curevac hat mit mehreren Industrieunternehmen Auftragsfertigung vereinbart, darunter auch Bayer und Novartis.

Für Wacker ist die Biotechnologie einer von vier Geschäftsbereichen. Der Konzern beschäftigt international gut 14.000 Menschen und ist nach eigenen Angaben weltgrößter Produzent von Polysilicium, einem wichtigen Rohstoff sowohl für Halbleiter- als auch Solarzellenproduktion.

2020 verlief trotz weltweiter Krise vergleichsweise glimpflich. Der Umsatz sank im Vergleich zum 2019 um fünf Prozent auf knapp 4,7 Milliarden Euro. Doch wies Wacker nach einem hohen Verlust 2019 wieder einen Nettogewinn von 202 Millionen Euro aus. „Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die Covid-Pandemie hatte, haben wir uns bislang wirklich gut geschlagen“, sagte der scheidende Vorstandschef Rudolf Staudigl, der seinen Posten im Mai altersbedingt an Hartel übergeben wird.

In diesem Jahr erwartet Wacker erwartet nach dem Krisenjahr einen Gewinn- und Umsatzsprung. Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 10 bis 20 Prozent.

dpa

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