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Nach Prozess am Oberlandesgericht in München

Urteil gegen „Bombenleger“ von Waldkraiburg gefallen: Neuneinhalb Jahre Haft und Psychiatrie

Urteil Prozess Anschlagsserie Waldkraiburg
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Im Prozess um die Anschlagsserie von Waldkraiburg wird am Freitag (23. Juli 2021) das Urteil des Oberlandesgerichtes München erwartet.
  • Martin Weidner
    VonMartin Weidner
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Waldkraiburg/München - Anschläge auf türkische Läden, Brandstiftung - und der Plan, noch Schlimmeres zu tun: Nach den Anschlägen von Waldkraiburg ist am Oberlandesgericht München der Terrorprozess gegen den mutmaßlichen Täter zu Ende gegangen. Soeben ist das Urteil gefallen.

Update, 10 Uhr - Neuneinhalb Jahre Haft für Bombenleger

Der Angeklagte ist am Freitagvormittag vom Oberlandesgericht zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden - unter anderem wegen versuchten Mordes in 26 Fällen, schwerer Brandstiftung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Kammer verhängte außerdem die Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie.

Die Erstmeldung:

Am Oberlandesgericht München wird am Freitagvormittag (23. Juli) das Urteil im Prozess um eine Anschlagsserie im oberbayerischen Waldkraiburg erwartet. Die Bundesanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das beantragt sie in ihrem Schlussplädoyer vor dem Oberlandesgericht München für den jungen Mann, der zugegeben hat, für die Aufsehen erregende Anschlagsserie im oberbayerischen Waldkraiburg 2020 verantwortlich zu sein.

Einen türkischen Laden zündete er demnach an und brachte die Menschen in den Wohnungen darüber in Lebensgefahr. Außerdem wollte er seiner Einlassung bei Gericht zufolge auch einen Anschlag auf die Ditib-Moschee in Waldkraiburg verüben und zündete eine Mülltonne unmittelbar vor der Wohnung an, in der der Imam mit seiner Familie lebte. Die Bundesanwaltschaft forderte die Gesamtstrafe für 31 versuchte Morde, Brandstiftung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, unerlaubten Waffenbesitz und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der Mann soll aus Sicht der Anklagebehörde aber wegen seiner Schizophrenie in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Bilder von der Anschlagserie in Waldkraiburg 

Zudem soll sich der Angeklagte „aus dem Nichts“ radikalisiert habe und auf seinem Instagram-Profil Videos von brutalen Hinrichtungen von „Ungläubigen“ gepostet haben. Auch von „Hassbotschaften von salafistischen Predigern im Internet“ war im Plädoyer der Anklage die Rede.

Bewohner dürfen nach SEK-Einsatz in Waldkraiburg in Haus zurück

 © fib/Eß
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Verteidigung fordert nur sieben Jahre

Der Mann, der sich selbst als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bezeichnete, hat die Taten weitgehend eingeräumt, allerdings entsprechende Planungen bestritten und von einer Spontantat gesprochen. Seine Verteidigung forderte nur sieben Jahre.

Großbrand in Waldkraiburg am 27. April

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Die Festnahme des Mannes am 8. Mai 2020 könnte weitere Taten verhindert haben. Als die Polizei zugriff, hatte er Rohrbomben und kiloweise Sprengstoff dabei, die er vorher lange in seinem Auto in einer Tiefgarage in Garching an der Alz gelagert hatte. Vor Gericht räumte der Angeklagte ein, noch ganz andere Taten geplant zu haben: Anschläge auf mehrere Moscheen des Islamverbandes Ditib, auf das türkische Generalkonsulat in München und die Ditib-Zentralmoschee in Köln. Die Taten hätten „die türkischstämmige Gemeinschaft in Deutschland insgesamt“ sehr verunsichert, sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft.

mw (mit Material von dpa)

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